Stellarer Kannibalismus

So sieht ein Kugelsternhaufen aus.
So sieht ein Kugelsternhaufen aus.

Beteigeuze ist ein faszinierender Stern. Jedoch dreht sich der Stern 150 mal schneller, als er es eigentlich tun sollte. Eine mögliche Erklärung wäre, dass Beteigeuze einst ein Doppelsternsystem bildete. Kleine Gashüllen deuten darauf hin, dass vor 100.000 Jahren ein großes Objekt Beteigeuze aus dem Gleichgewicht brachte. Vor genau 100.000 Jahren blähte er sich auch um Roten Überriesen auf. Die Zeit passt genau zusammen. Vielleicht hat Beteigeuze bei seiner Expansion seinen wahrscheinlich sonnenähnlichen Nachbar Verschlungen. Forscher der University of Texas berichteten, dass sich die kleinen Gashüllen um den Stern im Abstand befinden, der darauf hindeutet, dass Beteigeuze seinen Nachbarstern tatsächlich verschlungen hat. Beteigeuze ist nicht der einzige Stern, dem so etwas vorgeworfen wird. Das Doppelsternsystem SDSS 1212 ist ganz und gar ungewöhnlich. Es besteht aus einem weißen Zwerg und einem Braunen Zwerg. Der Braune Zwerg sollte eigentlich noch ein Stern sein. Sein Partner klaut ihm pro Sekunde Millionen Tonnen von Masse. Der Stellare Kannibalismus ist im All weit verbreitet. Eine Sternenart namens Blauer Nachzügler (Blue Straggler) könnte allein durch Masseklau entstehen. Großteile dieser kosmischen Straftäter befinden sich in Kugelsternhaufen. Dort sind Sterne so dicht beieinander, dass man fremde Sterne kaum noch von der eigenen Sonne unterscheiden kann. Am Nachthimmel wären 10.000 Sterne uns näher als Proxima Centauri. Wenn in dieser Region ein Stern explodiert. Kann das ganze Planetensysteme vernichten. Kein Wunder, dass hier „ständig“ Sterne mit einander kollidieren.

 

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