NASA-Pressekonferenz: 6 erdähnliche Planeten in 40 Lichtjahren Entfernung

In unserer kosmischen Nachbarschaft, in 39 Lichtjahren Entfernung ziehen 7 Planeten um die rote Zwergsonne TRAPPIST-1 ihre Bahnen. Das verkündete die NASA auf einer Pressekonferenz am 22.02.17. Als der Stern das erste Mal ins Visier genommen wurde entdeckte man 3 Planeten. Diese Zahl stieg nun auf 7. Und gleich 6 dieser Planeten befinden sich in der habitablen Zone, in der flüssiges Wasser möglich ist. Ob auf Planeten um Rote Zwerge Leben existiert ist fraglich. Gleich 6 potentiell bewohnbare Planeten in nur 39 Lichtjahren Entfernung zu finden ist trotz dem ein großer Schritt. Es ist ähnlich sensationell wie bei *Proxima Centauri b. Das Warten auf eine Entdeckung wie diese hat sich wohl mehr als gelohnt. Wie können wir jedoch das Leben selbst auf dem Planeten entdecken? Das geht mit Hilfe der sogenannten Biosignaturen. Der wichtigste Biomarker sind Methan besonders wichtig: Sauerstoff! Sauerstoff kann nur durch Photosynthese entstehen, zu der Leben nötig ist. Kohlenstoffdioxid ist auch ein Marker des Lebens. Kohlenstoffdioxid wird allerdings nicht durch Photosynthese erzeugt, sondern durch Technologie. Es ist somit ein Hinweis auf intelligentes Leben. Dadurch wird wahrscheinlich relativ bald Außerirdisches Leben (zumindest Pflanzen) entdeckt werden. Wenn es so ist, sind die 6 Planeten um TRAPPIST-1 ein heißer Kandidat.

So könnte es auf einem der habitablen Planeten um TRAPPIST-1 aussehen.
So könnte es auf einem der habitablen Planeten um TRAPPIST-1 aussehen.

 

Mini-Sonnensystem

Das Sonnensystem von *TRAPPIST-1 ähnelt unserem Sonnensystem in Miniatur-Version. Es fände innerhalb der Merkurumlaufbahn gemütlich platz. Auch die Größe der Planeten ist verhältnismäßig klein. (Ca. 1 Erdmasse und kleiner) Die Planeten im TRAPPIST-1 System gehen mit  ihrem Stern auf Tuchfühlung, befinden sich jedoch dennoch in der habitablen Zone, da der Stern nur wenig größer als Jupiter ist. Die Planeten wurden durch das TRAPPIST-Teleskop im La Silla Observatorium in Chile (betrieben von der Universität in Liége) entdeckt.

Erdähnlichkeit umstritten

Ob die Planeten eine Atmosphäre haben die, die Wärme ihres Sterns festhält oder sie eher dem Mars ähneln ist ungewiss. 2018 wird man mit dem neuen James Webb Telekop die atmosphärische Zusammensetzung der Planeten um TRAPPIST-1 untersuchen. Dann wird man wissen ob es sich tatsächlich um eine (oder mehrere) zweite Erden handelt, oder ob sie eher einem Super-Mars ähneln.

Suche nach Leben

Rote Zwerge wie TRAPPIST-1 sind aus zwei Gründen besonders günstig für die Suche nach Planetenn und nach Leben. Erstens sind rote Zwerge die häufigste Sternart im Universum, denn sie machen 80% aller Sterne aus. Zweitens werden viele Exoplaneten über die Transitmethode entdeckt. Sie funktioniert nur, wenn der Planet von der Erde aus gesehen an seinem Stern vorbeizieht (wenn er sich zwischen seinem Heimatstern und der Erde befindet). Dann verdeckt der Planet einen Teil seines Sterns, wie beim Merkur-Transit 2016 und der Stern wird kurz dunkler. Die Periode der Verdunklung und die Menge an bedecktem Licht gibt Aufschluss über die Entfernung zum Heimatstern und die Masse. Somit lässt sich leicht ablesen, ob der Planet erdähnlich ist. Wenn ein Planet vor einem großen Stern vorbeizieht (beispielsweise am Unterriesen Pollux) verdeckt er nur einen winzigen Teil des Sternenlichtes und ist somit schwer zu entdeckten. Wenn ein Planet vor einem keinem Roten Zwerg vorbeizieht, verdeckt einen größeren Teil des Lichtes, wie bei einer Motte, die vor einem Glühwürmchen, leichter zu erkennen ist, als vor einem Scheinwerfer. Das James Webb Teleskop wird dieses aufregende Planetensystem entschlüsseln und die Erdähnlichkeit der Planeten herausfinden.

*Proxima Centauri b: Nächstgelegener Exoplanet.

*TRAPPIST: TRAnsiting Planets and PlanetesImals Small Telescope

PS: Ich will mich bei allen entschuldigen die dachten, bei TRAPPIST handelt es sich um das belgische Bier.

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