Yellowstone-Ausbrüche waren härter als gedacht

Ein vulkanischer Winter

Vor 630.000 Jahren erhob sich der Boden im heutigen Yellowstone-Nationalpark. Einer der größten Supervulkane der Erde brach dort nicht nur einmal, sondern zweimal aus, das fanden Forscher der University of California nun heraus. Außerdem konnten sie erstmals simulieren, was sich damals wohl genau abgespielt hat. Schwefel stieß aus den Schloten des Yellowstones und absorbierte einen Großteil des Sonnenlichtes. Ein ausgesprochen langer vulkanischer Winter war die Folge. Partikel aus der Luft lagerten sich im Ozean, vom Nordatlantik, bis zum Golf von Kalifornien ab. Der Ozean kühlte regional bis zu 3°C ab. Doch das Klima ist eine dynamische Struktur und kann sich relativ gut regenerieren. Ungewöhnlich war deswegen, dass die Schwefelwolke 80 Jahre lang den ewigen Winter verursachte. Erst dann verzog sich die Wolke und das Klima hat sich langsam regeneriert. Doch es ist die Ruhe vor dem Sturm.

Die Ruhe vor dem Sturm

Nachdem der globale Winter beendet war und sich die Sedimente im Ozean abgelagert haben, schien alles ruhig. Doch dann, 170 Jahre später begann die Erde wieder zu beben. Der Boden gab ein zweites Mal nach und der Vulkan brach ein zweites Mal mindestens genau so heftig wie beim ersten Mal aus. Wieder erhob sich eine Schwefelwolke in die Luft und der Ozean kühlte sich regional rapide ab. Ein zweites Mal dauerte es 80 Jahre bis der vulkanische Winter endete. Das ist eine ausgesprochen lange Zeit, selbst andere große Ausbrüche, wie der des Pinatubos, des Krakataos oder vergangene Ausbrüche des Yellowstones versuchten selten einen vulkanischen Winter von einer Dauer von über 5 Jahren. Der enorme Einfluss auf das lokale Klima und die lange Regenerierungszeit sind sehr außergewöhnlich für vulkanische Winter.

Yellowstone: Ein Hotspot der Zerstörung

Es gab drei (wenn man jeden dieser Ausbrüche einzeln zählt vier) gewaltige Ausbrüche des Yellowstones in den letzten Millionen Jahren. Dieser Supervulkan besitzt genug Kraft und Ausmaße dazu die Rocky Mountains und nahegelegene Städte Meter hoch in Vulkanasche versinken zu lassen. In Calgary und San Francisco kann man sich auf Aschenschichten von einigen Zentimetern einstellen. In New York und dem Großteil von Florida wird die Asche einige Millimeter hoch sein. Giftige Stoffe würden in die Atmosphäre geschleudert und der Ackerbau und die Nahrungsherstellung für Jahre lang unmöglich. Selbst einige Millimeter vulkanischer Staub können Transformatoren lahmlegen

Yellowstone
Der Morning Glory Pool im Yellowstone-Nationalpark ist ein direktes Tor ins Innere des Supervulkans.

Ein Umbruch des Klimas

Doch warum hatte der vulkanische Winter der beiden Yellowstone-Ausbrüche eine so riesigen Einfluss und wieso dauerte er so lange? Zur Zeit vor 630.000 Jahren ereignete sich auf der Erde eine Umbruch des Klimas. Eine Eiszeit kam zu Ende und unser Planet wechselte in einer Warmzeitperiode. Anscheinend war das Klima in diesem Übergang sehr instabil und man konnte es leicht durch einander bringen. Ein Vulkanausbruch kann das Klima dann sehr viel einfacher beeinflussen. Scheinbar hat das irdische Klima Phasen in denen es instabil ist und sehr einfach in einen anderen Zustand gebracht werden kann, zum Beispiel im Wechsel zwischen Warm- und Kaltzeiten. Mysteriös, faszinierend und schön bleibt er, der Yellowstone.

 

 

Die Farben der Geothermischen Quellen sehen toll aus, nicht war? Wieso wohl, das erfahrt ihr hier. War schon jemand im Yellowstone Nationalpark? Wenn ja, dann schreibt es doch in die Kommentare.

 

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