Wieso „Hurrikan Irma“ bei uns nicht möglich wäre

Supersturm nimmt Kurs auf Norden

Kaum hat sich die Karibik von Hurrikan Harvey erholt, schon nehmen drei neue Superstürme Kurs auf den Golf von Mexiko. Der gefährlichste ist „Irma“, der nach dem berechneten Schaden der verheerendste Hurrikan aller Zeiten ist, der in der Karibik sein Unwesen treibt. Nachdem er die Karibikinseln Antigua & Barbuda, die Bahamas, St. Luca und weitere passiert hat, nahm er Kurs auf Florida und seine Millionenmetropole Miami. In den kleineren Staaten, mit schwächerer Infrastruktur, hat er das Stromnetzt flächenmäßig lahm gelegt. Nun zieht er weiter Richtung Norden und wird dabei kontinuierlich wieder schwächer. Doch wenn er weg ist, ist die Katastrophe noch nicht überstanden. Während es in Houston eine starke Flut gab, stehen an anderen Orten der USA die Hafenbecken leer, denn der Sturm hat das Wasser „zur Seite gedrückt“. Ist er weg, kommt es wieder. So einen Sturm haben selbst die USA noch nicht erlebt – Wir in Europa werden das so bald auch nicht, denn bei uns sind solche Hurrikans nicht möglich.

Keine Tropen = keine Hurrikans

Vermutlich hat man das Wetter hier einfach nur noch satt. Nicht nur weil wir, wie so oft um unseren Sommer gebracht wurden, sondern auch weil es einfach keine Zeit gibt, in der das Wetter mal für ein paar Monate konstant warm bleibt. Und genau dem haben wir es zu verdanken, dass es hier in Europa keine Hurrikans gibt. Für die Bildung eines Hurrikans muss das Wasser konstant eine Temperatur von mindestens 27C° haben. Und das ist nur der Fall in den Tropen. Hurrikans entstehen, wenn warme und kalte Luft über dem Ozean aufeinander treffen.

Durch die Erdrotation, wird daraus der uns bekannte Strudel. Genau diese Voraussetzungen sind gegeben, wenn Atlantik und Pazifik aufeinanderprallen, wie es in der Karibik der Fall ist. Es gäbe rein theoretisch auch einige andere Regionen auf der Erde, in der Hurrikans entstehen können, dort heißen sie dann nur Zyklone oder Taifune. Ein Hurrikan ist ein Wirbelsturm der über dem Atlantik entsteht. Wenn sich Stürme beispielsweise in Südostasien bilden, werden sie schnell abgeschwächt, wenn sie die asiatische Landmasse erreichen, so kommt nie einer bis nach Europa. Wenn er aus dem Westen kommt, muss er den gesamten Atlantik überwinden, um zu uns zu kommen und das schafft er in der Regel nicht.

Hurrikan
Hurrikan Irene 2011 von der Internationalen Raumstation aus gesehen.

Hurrikan-Zeit?

Die Rede ist von der „Hurrikan-Zeit“, denn die wirklich großen Stürme suchen die Karibik immer im Herbst heim. Das liegt daran, dass die Wassertemperatur des Ozeans (anders als die Lufttemperatur) nicht im Sommer am wärmsten ist, sondern eben im Herbst, da der Ozean, dann den ganzen Sommer durchgehend aufgeheizt wurde, und sich dann erst relativ langsam wieder abkühlt, bis sie im Januar/Februar ihren Tiefpunkt erreicht. Da für einen Hurrikan warme Luft nötig ist, ereignen sich die meisten und größten von ihnen im Herbst, zur Hurrikan-Zeit.

Megastürme in Europa

Auch in Europa und in Deutschland, kann es verheerende Stürme geben, die Orkane. Sie entstehen, wenn Polaluft und Tropenluft an der Polarfront an einander vorbei gleiten. Dabei können sie Windgeschwindigkeiten von weit über 250 km/h haben. Orkane treten auch häufig in Deutschland auf und haben ein ähnlich zerstörerisches Potential wie die Hurrikans. Sie entstehen, Im Gegensatz zu Hurrikans auch in gemäßigten Breiten. Streng genommen gibt es in Europa auch Hurrikans. Auf den Azoren beispielsweise, kann ein tropischer Wirbelsturm in der Karibik auswirkungen auf das dortige Klima haben oder sich sogar bis zu ihnen erstrecken. In der Regel kommen sie dort dann aber relativ abgeschwächt an.

Kommentar verfassen