Weltraumtourismus

Weltraumtourismus: Virgin Galactic plant bemannten Flug für Juni

Raumfahrt für jedermann

Raumfahrt für jedermann, das ist ein Menschheitstraum, den neben vermutlich viele teilen. Tatsächlich gibt es den sogenannten „Weltraumtourismus“ schon. Sieben Weltraumtouristen waren bereits auf der Internationalen Raumstation ISS. Doch das ist nicht der zukunftsträchtige Weltraumtourismus, von dem Fachleute sprechen. Die ISS ist kein Urlaubsort, sondern ein Wissenschaftslabor, an dem Forschung betrieben wird. Ziel ist es ein komplett neues Geschäftsfeld zu erschließen, in dem man Touristen in extra dafür gebauten Raumfahrzeugen ins All bringt. Viele Unternehmen verfolgen dieses Ziel. Wohl keiner ist dabei aber so weit gekommen wie Virgin Galactic, die Firma des britischen Milliardärs Richard Branson. Virgin Galactic verfügt bereits über Weltraumflugzeuge, die Touristen bis an den Rand des Weltraums bringen können. Und auch seine Firma war es, die den ersten privaten bemannten Weltraumflug durchführte. Doch dafür zahlte er einen hohen Preis.

Das Prinzip

Virgin Galactic lebt den Traum des einfachen Zugangs zum All. Das funktioniert, da das Raumschiff aus zwei Komponenten besteht, einem Trägerflugzeug und einem Raumschiff, die aneinander gekoppelt sind. Der Träger namens White Knight Two bringt das Raumflugzeug namens SpaceShipOne auf eine Höhe von 16 Kilometern, also etwas über die Höhe von Passagierflugzeugen. Dort koppelt sich SpaceShipOne ab und zündet die Raketentriebwerke, die es auf eine Höhe von 104 Kilometern bringen, knapp über die Grenze zum All, die durch die Karman-Linie auf 100 Kilometer definiert ist. Das Flugzeug folgt einer ballistischen Flugbahn und fliegt auf einer Parabelbahn zurück zur Erde, was einige Minuten Schwerelosigkeit erzeugt. So wird Passagieren durch einen relativ einfachen und kostengünstigen Flug der Blick auf unseren blauen Planeten und die Schwerelosigkeit des Alls geboten.

Die Katastrophe

Soweit, so gut. Virgin Galactic erweckt den Eindruck, das All wäre einfach zu erreichen. Doch die kommerzielle Eroberung des Alls ist nach wie vor eine schwierige Sache. Eine Katastrophe zeigte uns auf, das Raumfahrt immer noch lange keine Routine ist. Virgin Galactic hatte mittlerweile einen Nachfolger entwickelt, SpaceShipTwo. Bei einem Testflug koppelte SpaceShipTwo wie gewöhnlich in 15 Kilometern Höhe ab. Doch beim Zünden des Raketentriebwerkes, welches das Raumflugzeug ins All bringen sollte, ereignete sich eine Explosion. Eine neue Treibstoffmischung führte wohl zur Explosion. Der Pilot konnte sich per Schleudersitz retten und kam schwer verletzt ins Krankenhaus, der Copilot starb. Daran sieht man ganz klar, es geht billiger ins All, doch dafür muss man Abstriche machen.

Unter Zeitdruck

Unternehmen wie Virgin Galactic wollen staatlichen Behörden wie der NASA zeigen, dass man auch deutlich billiger ins All fliegen kann. Doch in der kommerziellen Raumfahrt muss alles deutlich schneller gehen. Bei der NASA ist ein Flug deutlich teurer und die Technologie weniger innovativ. Doch bei der NASA ist die Technik solide und alles wird zuerst oft und detailliert getestet. Dadurch hat die NASA einen hohen Grad an Sicherheit und Vertrauen aufgebaut. Doch Virgin Galactic möchte möglichst schnell Weltraumtouristen ins All bringen.

Branson fliegt selber

Nun möchte Richard Branson als Weltraumtourist selber in seinem Raumschiff ins All fliegen. Im Juli soll der bemannte Flug stattfinden. Bis dahin müssen jedoch noch einige Testflüge absolviert werden. Branson möchte den Start so legen, dass er auf den 50.Jahrestag der ersten bemannten Mondlandung fällt. Denn auch Virgin Galactic soll die Menschheit in ein neues Zeitalter katapultieren, in ein Zeitalter des Weltraumtourismus, indem jeder Mensch ins All fliegen kann. Schon mehrmals setzte Branson Termine für den nächsten bemannten Flug ins All, hielt sie bis jetzt jedoch nicht ein. Nun sind allerdings genügend Testflüge absolviert, das Vertrauen in die Technologie ist wieder da. Und der Blick auf die Erde könnte die Welt verändern. Astronauten berichten davon, wie verbunden sie sich der Erde und den Menschen auf ihr fühlen. Wenn tatsächlich auch ganz normale Menschen die Weltmal von oben sehen würden, hätten wir vermutlch

Der Traum vom Geld aus dem All

Richard Branson ist mit Virgin Galactic nicht der einzige Unternehmer, der daran arbeitet, im All Geld zu verdienen. Auch Amazon-Gründer Jeff Bezos hat ein ähnliches Ziel. Auch seine Firme Blue Origin möchte Weltraumtouristen an den Rand des Alls in ca. 100 Kilometer Höhe bringen. Doch es gibt einige Unterschiede. Erstens ist das Budget von Blue Origin um Lichtjahre höher als der von Virgin Galactic. Immerhin hat Branson bis jetzt 1 Milliarde Dollar in Virgin Galactic investiert, Bezos möchte diese Summe pro Jahr in Blue Origin investieren. Blue Origin arbeitet mit einer Raumkapsel, die in 100 Kilometern Höhe ausgesetzt wird und dann ballistisch zur Erde zurückfällt. So verschieden Blue Origin und Virgin Galactic auch sind, beide eint, dass sie sich nicht mit Grenzen abfinden, dass sie einen einfachen Zugang ins All errichten, Weltraumtourismus möglich machen und natürlich viel Geld verdienen wollen.

Die Blue Origin-Kapsel an der Grenze zum All

Das Innere der Blue Origin-Kapsel

Richard Bransons Raumschiff im All angekommen

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