Asteroid

Vulkanausbrüche auf Eisen-Asteroiden?

Vulkane im Weltraum gibt es zahlreich. Vom Olympus Mons auf dem Mars, der mit seinen 26 Kilometern fast bis ins All reicht bis zu den Kryovulkanen auf dem Saturnmond Enceladus. Doch all diese Objekte sind massereich, so massereich, dass sie durch ihr eigenes Gewicht in eine Kugelform gepresst werden. Vulkane auf Asteroiden mit einem Durchmesser von einigen Kilometern gibt es in unserem Sonnensystem nicht mehr. Doch eine Studie von kalifornischen Forschern legt den Befund nahe, dass es das in der Frühzeit des Sonnensystem tatsächlich gegeben hat.

Abkühlung in der Frühzeit des Sonnensystem

Dafür blicken die Forscher in eine extrem turbulente Zeit des Sonnensystems zurück. Lose Materieansammlungen irrten auf chaotischen Bahnen durchs Sonnensystem. Kollisionen standen an der Tagesordnung. Wenn dann eine große Kollision einen Körper traf, wurde der Gesteinsmantel gelegentlich weggesprengt. Übrig blieb der blanke Kern aus Eisen. Durch die Hitze ist dieses Eisen geschmolzen und schwebte dann zähflüssig durchs All, wurde aber durch die Gravitation zusammengehalten. Die darauf folgende Abkühlung könnte jedoch bizarre Dinge geschehen lassen.

Unterschiedliche Möglichkeiten

Die genaue Art der Abkühlung ist von der Zusammensetzung und Form des Asteroiden abhängig. Entweder kristallisiert der Asteroid aus, das bedeutet er wird von Innen aus langsam fest bis schließlich auch die Oberfläche vollkommen abgekühlt ist. Dann hätte es ein Meer aus Lava gegeben, das den gesamten Asteroiden umspannt. Eine andere Möglichkeit ist die Abkühlung von Außen. So hätte es eine feste Kruste gegeben, unter der die Hitze aber weiter brodelt. Auf einem solchen Asteroiden hätte es Vulkanausbrüche gegeben, obwohl der Asteroid vielleicht nur wenige Kilometer Durchmesser hat.

Art der Eruption unbekannt

Wie genau so ein Vulkanausbruch vonstatten gegangen wäre, lässt sich nur bedingt sagen. Bei Asteroiden, die beinahe nur aus Eisen bestehen, wäre die Lava beinahe komplett flüssig und würde sich wie eine Flutwelle über den Asteroiden ergießen. Aber bei Asteroiden, die aus Legierungen bestehen, würde sich ein anderes Bild bieten. Bei solchen Eruptionen würde eine deutlich größere Explosionskraft freigesetzt. Teile des Asteroiden wären womöglich abgesprengt worden und die Lava wäre vermutlich so hoch geschleudert worden, dass sie nie zum Asteroiden zurückkehrt. An solchen Asteroiden ließe sich die These beweisen, denn solche Explosionen hätten Spuren an der Oberfläche hinterlassen müssen.

NASA plant Mission zu Eisen-Asteroid

Vielleicht müssen wir nicht mehr allzu lange warten. Schon 2022 möchte die NASA eine Raumsonde namens Psyche zu dem Eisen-Asteroid (16) Psyche schicken. Nach eine vierjährigen Reise zum 300 Millionen Kilometer entfernten Asteroiden soll Psyche in einen Orbit einschwenken und die Oberfläche von Psyche kartografieren und charakterisieren, den Abkühlungsprozess mit einem Magnetometer und einem Spektrometer untersuchen und die Zusammensetzung und Geschichte des Asteroiden erforschen soll. 2017 genehmigte die NASA die Mission endgültig. Mit einem elektrischen Hall-Antrieb und einem Sing-by-Manöver am Mars soll die Sonde vier Jahre früher beim Asteroiden ankommen, statt erst 2030 schon 2026. Wenn Psyche den Asteroiden dann mindestens eineinhalb Jahre erforscht, könnte sie auch die Theorie der kalifornischen Forscher berücksichtigen. Zusätzlich können wir schon jetzt an Eisenasteroiden auf der Erde Daten sammeln.

Missionswebsite von Psyche

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