Vulkanismus im All: Die Suche nach Leben

Vulkanismus im All ist weit verbreitet

Vulkane sind angesagt im All. Das wissen wir nun. Nachdem wir überall im Sonnensystem verschiedenste Vulkane entdeckt haben, wissen wir auch, das Vulkanismus im All sehr wichtig für Leben ist. Wenn wir Vulkane Suchen, suchen wir außerirdisches Leben. Vulkane und das Leben hängen eng miteinander zusammen. Wieso gibt es Riesenvulkane auf anderen Planeten und auf der Erde nicht?, Was ist ein Hotspot und wieso speien manche Vulkane Eis? Diesen und weitere Fragen gingen Geophysiker, Astronomen und Astrobiologen auf den Grund. Wir wollen die Vulkane jedes Planeten der welche besitzt besuchen und uns dabei auch einigen Allgemeinen Fragen zum Vulkanismus im All zuwenden.

 

Die Venus

Beginnen wir mit dem ersten vermutlich vulkanisch aktiven Planeten. Der Venus. Auf den ersten Blick sehen sich die Erde und die Venus sehr ähnlich. Viele Wissenschaftler waren lange davon überzeugt, dass sich Außerirdische auf der Venus in karibischen Temperaturen sonnen. Die ersten Raumsonden, die auf der Venus landeten überzeugten uns vom Gegenteil. Vulkanismus im All bekommt hier eine ganz neue Bedeutung. Bis vor kurzem dachte man auf der Venus gibt es keine aktiven Vulkane. Unerklärliche Schwefeldioxid-Schwankungen in der Atmosphäre der Venus vertreten jedoch eine andere Meinung. Der letzte Vulkanausbruch auf der Venus, den man sicher nachweisen kann ereignete sich vor 250.000 Jahren. Doch die Anzeichen verhärten sich, dass der Planet geologisch nicht so tot ist wie man es lange dachte.

 

Die Erde

Auch auf der Erde gibt es Vulkane, deren Ausbrüche globale Folgen haben können. Der größte ist der Yellowstone-Supervulkan im Yellowstone Nationalpark in den USA. Er wird von vielen gewaltigen Magmakammern gespeist. Wenn er ausbricht würde er einen globalen Winter auslösen, und möglicherweise sogar eine neue Kaltzeit einläuten. Wenn man in seinem Krater steht bemerkt man dies noch nicht einmal. Vulkanismus auf der Erde kann durchaus mit Vulkanismus im All mithalten.

 

Der Mars

Der Mars ist bekannt für seine Vulkane. Vor allem für seinen größten. Olympus Mons mit ca. 26 km Höhe ragt wegen der dünnen Marsatmosphäre fast bis ins All. Wieso können die Vulkane auf dem Mars so hoch werden und wieso können die auf der Erde es nicht?  Die Antwort liegt in der

Vulkanismus im All
Olympus Mons, 27 Kilometer. gefolgt von Elysium Mons.

Plattentektonik des Mars. Wenn im Erdmantel eine offene stelle ist an der Magma austritt, ein sogenannter Hotspot bewegt sich die Erdkruste über den Hotspot hinweg, sodass immer eine andere Stelle der Erdkruste über dem Hotspot liegt. So entstehen immer neue Vulkane. Die Marskruste bewegt sich jedoch nicht, sowie die auf der Erde, sondern sie bleibt immer am selben Ort. So kann Magma immer weiter aus dem Hotspot treten und der Vulkan wächst immer weiter. Wissenschaftler vermuten das Olympus Mons erloschen ist. Doch es gibt auch noch aktive Vulkane auf dem Mars. In ihrer Nähe steigen die Temperaturen auf ein Maß an, das dem auf der Erde ähnelt. Könnte in der Nähe von Marsvulkanen Leben existieren. Möglich wir wissen es nicht. Sicher ist, das wenn auf dem Mars Leben existiert wir es bald entdecken werden.

 

Der Jupiter und seine Monde

Der Jupiter ist ein Gasplanet. Auf ihm gibt es keine Vulkane. Man könnte also meinen, dass er hinsichtlich Vulkanismus im All uninteressant wäre. Das Gegenteil ist der Fall. Auf Jupiter gibt es keine Vulkane, auf seinen Monden jedoch schon. Vor allem auf einem. Io. Io ist eine düstere Welt. Er ist soweit von der Sonne entfernt, dass man Vulkane dort nicht erwarten würde. Doch es gibt sie. Das bedeutet auch, dass Io ein flüssiges Inneres haben muss. Auf ihm sind die Vulkane spektakulärer als irgendwo anders im Sonnensystem. Auf der Erde wird die Lava die der Vulkan speit durch die Schwerkraft wieder nach unten gezogen. Dadurch entsteht der berüchtigte Trümmerregen. Auf dem Io ist die Gravitation jedoch wesentlich schwächer. Die Flammen schießen dort bis ins All wo sie schließlich ersticken. Ein Vulkanausbruch auf dem Io ist noch aus großer Entfernung sichtbar. Auch auf anderen Monden auf dem Jupiter geht es zu Sache. Zum Beispiel auf dem Eismond Europa. Er hat eine Besonderheit. Unter seiner eisigen Oberfläche existiert ein Ozean aus flüssigem Wasser. Woher wissen wir das? Europa umkreist Jupiter auf einer elliptischen Umlaufbahn. Auf dieser wird er mal auseinander gezogen und mal gestaucht. Dadurch entstehen Risse in der Oberfläche von Europa. Durch diese Risse dingt flüssiges Wasser durch. Wie Flüsse schlängeln diese Linien durch Europas Oberfläche. Auf Europa gibt es auch eine andere Art von Vulkanen auf die wir im äußeren Sonnensystem noch oft stoßen werden. Kryovulkane. Anstatt  durch Magmakammern werden sie durch unterirdische Wasser oder Eisvorkommen gespeist. Sie speien Eis. Die Vulkane der Monde sind wohl eben so verrückt, wie die Monde selbst. Vulkanismus im All kann sich nicht nur auf Planeten abspielen, denn seine Vielfalt übersteigt unsere Vorstellungskraft.

 

Der Saturn und seine Monde

Monde des Jupiters sind schon verrückt. Doch die Monde des Saturn treiben es auf die Spitzte. Neben dem faszinierendem Titan, über den ich unbedingt auch noch etwas schreiben möchte, gibt es beispielsweise den Eismond Enceladus. Er bietet nebenbei eine Erklärung für das faszinierendste am Saturn. Seine Ringe. Seine gewaltigen Kryovulkane sind so groß, dass sie die Saturnringe speisen. Die Eisfontänen schießen bis ins All, wo sie von Saturns Schwerkraft angezogen werden und seine gewaltigen Ringe speisen. Auch die Kryovulkane auf Enceladus werden von einem unterirdischen Ozean gespeist. Enceladus gehört zu den größeren Monden noch im Saturnsystem, ist aber im Vergleich zur Erde sehr klein und auch kleiner als unser Mond. Wir scheinen auf ein verblüffendes Gesetz zu stoßen: Je kleiner der Himmelskörper, desto größer die Vulkane. Ein grobes Grundgesetz zum Vulkanismus im All. Das liegt an der Schwerkraft. Diese zieht sämtliche Erhöhungen nach unten. Umso masseärmer der Himmelskörper ist, desto höher die Schwerkraft, desto mehr werden die Vulkane zum Boden gezogen, desto kleiner sind sie. Wenn wir noch weiter ins All vordringen und uns noch weiter von der Sonne entfernen offenbart sich der Vulkanismus im All auf eine bizarre Weise.

 

Der Uranus und seine Monde

Nicht überall ist der Vulkanismus im All aufzufinden. Auf den Monden des Uranus findet man vielfältige Oberflächenstrukturen, allerdings keine Vulkane.

 

Der Neptun und seine Monde

Am absoluten Außenposten des Sonnensystems würde man wohl nicht nach Vulkanismus im All suchen. Es würde sich allerdings lohnen, denn auf dem größten Mond des Neptun, Triton existieren tatsächlich Kryovulkane. Könnte es nahe den Eisfontänen von Triton primitives Leben geben? Der gesamte Mond ist von Kryovulkanen geprägt und es scheint unmöglich, dass bei -237 c° Leben existiert. Vulkanismus im All macht es möglich

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