Vikram

Vikram: Indiens Mondlandung ist gescheitert – und jetzt?

Der Mond erlebt derzeit eine Renaissance. Lange war er in Vergessenheit geraten, 37 Jahre lang landete keine einzige Sonde auf dem Mond. Dann fand ein Orbiter am Südpol des Mondes Wassereis – und plötzlich wollen alle dorthin. Die NASA möchte 2024 schon Menschen dort hinschicken, China hat dort einen Rover gelandet und und wollte auch Indien nachziehen und mit Vikram einen Rover in der Südpolarregion des Mondes landen.

Geschichte der Mission

Die indische Raumfahrtbehörde ISRO hat eine lange Tradition. Sie hat ihre eigene Trägerrakete, Satelliten und ihr ist sogar eine Marsmission geglückt, selbst bemannte Flüge mit einem eigenen Raumschiff sind geplant. Nun wollte sie den nächsten großen Schritt machen – eine Landung auf dem Mond. Zunächst wollte man mit der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos kooperieren, doch dort kam es nach dem Scheitern mehrerer hauseigener Missionen zu Verzögerungen, sodass die ISRO alleine fortfuhr.

Landung in Polarregion

Der Landeplatz des Landers sollte zwischen den beiden Mondkratern Manzinus C und Simpelius N nahe dem Südpol des Mondes liegen. Dort liegen auch die Berge des ewigen Lichts, an denen fast immer die Sonne scheint. Nach der planmäßigen Kolonisierung des Mondes im Jahr 2028 könnte man dort Sonnenkollektoren aufbauen, die eine permanente Energieversorgung ermöglichen würden. Ganz in der Nähe liegt auch der Shackleton-Krater, in dem Wassereis nachgewiesen wurde. Daher möchte die NASA dort ihr Habitat errichten. Der indische Lander namens Vikram hätte nach weiteren Orten mit Wassereis gesucht und die Zusammensetzung der Atmosphäre und der Ionosphäre des Mondes erforscht – entscheidend für die Strahlenbelastung, der künftige Mondfahrer ausgesetzt sein werden.

Landung gescheitert

Doch es kam anders. Nachdem die Sonde erfolgreich am Satish Dhawan Space Center gestartet wurde umrundete sie die Erde auf immer höher werdenden Umlaufbahnen, bis sie schließlich so weit war, dass die Raumsonde in das Gravitationsfeld des Mondes geriet. Dafür war eine Triebwerkszündung von 17 Minuten nötig. Der angesteuerte Landeplatz ist der anspruchsvollste, den es je gab – sehr polnahe Orte sind schwierig anzufliegen. Zunächst trat die Sonde in eine elliptische Umlaufbahn ein, die etappenweise auf 100 Kilometer Höhe gesenkt wurde. Beim finalen Abstieg des Landers inklusive Vikram lief zunächst alles reibungslos, doch in einer Höhe von nur noch 2,1 Kilometern über der Oberfläche brach der Funkkontakt ab und die Sonde zerschellte auf der Oberfläche des Mondes – der Landeplatz war wohl zu anspruchsvoll.

Was passiert jetzt?

Indien hat es somit nicht geschafft, die vierte Nation zu sein die auf dem Mond landet. Der Orbiter verbleibt zwar im Mondorbit und man wird ihn auch wissenschaftlich nutzen, doch der Wettlauf mit China ist nun praktisch verloren. China hat schon zwei Lander auf den Mond gebracht, einen davon sogar auf die Mondrückseite. Für das Ende diesen Jahres oder den Anfang des nächsten wird China den Startschuss für eine Probenrückführung vom Mond setzen. Auch die israelitische Raumsonde Beresheet ist erst vor kurzem bei einem Landeversuch zerschellt. Die nächste Raumsonde, die den Mond besuchen wird, ist vermutlich die chinesische Sonde Chang´e 5. Sie soll erstmals seit Luna 24 im Jahr 1976 Proben vom Mond zur Erde bringen. 2021 beginnt das Amerikanische Mondprogramm, wodurch 2024 Menschen auf dem Mond landen und ab 2028 eine permanente Präsenz errichten.

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