Viersen: Wie entstehen Tornados in Deutschland?

Tornado in Viersen

„Oh fuck! Alter, Scheiße!“, dieser Autofahrer fasste das Geschehen in Viersen sehr gut zusammen. Immer wieder hört man von Tornados auf der ganzen Welt: In den USA sind es Hurrikans, in Südostasien, Taifune und in Deutschland Windhosen – ja auch bei uns gibt es Tornados, wie es uns ein Wirbelsturm in Viersen, in der nähe von Mönchengladbach zeigte. In einem Artikel den ich zu Hurrikan „Irma“ in den USA schrieb, erklärt ich, wieso diese Hurrikan bei uns nicht möglich wäre. Doch das heißt nicht, dass wir vor Extremwetter sicher sind. Auch in Deutschland gab es schon Tote und Tornados die Schäden im Wert von vielen Millionen Euro verursacht haben, wie etwa in Pforzheim oder in Hamburg. Die Situation, dass Tropenluft auf Polarluft trifft und das ganze noch auf einer riesigen Tiefebene ohne Hochgebirge weit und breit, haben wir in Deutschland nicht, aber Tornado – Potential durchaus.

Die Tornado Alley zieht sich quer durch Deutschland

Auch in Europa gibt es eine sogenannte Tornado Alley. Diese zieht sich von Cornwall über die Niederlande, Nord- und Westdeutschland bis nach Polen. Hier strömt Polarluft in Richtung Süden. Es gibt jedoch auch eine zweite große Luftströmung. Tropenluft strömt nämlich über die Alpen in Richtung Norden und überströmt Deutschlands Süden. Auch hier bei uns gibt es also einen Gürtel, wo die beiden Luftschichten kollidieren. Viersen liegt genau auf diesem Gürtel. Theoretisch können Tornados also überall in einer gemäßigten Klimazone auftreten. Wir haben durch die Kollision von Polarluft und Tropenluft in Deutschland also zwei Luftschichten, die sich überlagern und für Auftrieb sorgen. Das sind die beiden Zutaten für heftige Gewitter. Doch es gibt einen Unterschied zwischen heftigen Gewittern und Tornados, wie wir sie in Viersen beobachten konnten.

Vieren
In der westdeutschen Mittelstadt Viersen herrschen gute Bedingungen für Tornados.

Temperatur und Auftrieb

Denn damit ein Sturm zu einem Wirbelsturm wird fehlt noch etwas. Ja richtig, der Wirbel. Steigt Luft nach oben ändert sich in zunehmender Höhe die Windrichtung. So entsteht eine leichte Schräglage, die sich mit der Höhe zu einem senkrechten Schlauch verstärkt. Dann entsteht ein Tornado, wie der in Viersen. Zusätzlich wird kühle Luft von unten in den Tornado hineingesogen und trägt mit ihrem Austrieb zur Drehung bei. Zum Aufsteigen wiederum, braucht die Luft eine bestimmte Temperatur, die auch nicht zu niedrig sein darf. Diese Phänomene gibt es alle auch in Deutschland.

Doch immer noch bekommen die USA sieben mal mehr Tornados ab, als Europa. Schließlich gibt es in Europa auch die Alpen, welche Deutschland etwas von der Tropenluft schützen, die vielen Binnen- und Randmeere, die große Tornados bei der Überquerung abschwächen. Auch die deutschen Mittelgebirge tragen im Wesentlichen zur Abschwächung bei. Und auch Tiefdruckgebiete überziehen regelmäßig Deutschland, was uns zwar nicht immer gefällt, aber immerhin vor Tornados schützt.

Danke fürs Teilen dieses Beitrags.

Ein Gedanke zu „Viersen: Wie entstehen Tornados in Deutschland?

  1. Hallo Jason,

    hier wirfst du ein paar Begriffe zusammen, die nicht zusammen gehören: „Immer wieder hört man von Tornados auf der ganzen Welt: In den USA sind es Hurrikans, in Südostasien, Taifune und in Deutschland Windhosen – ja auch bei uns gibt es Tornados, wie es uns ein Wirbelsturm in Viersen, in der nähe von Mönchengladbach zeigte.“
    In Amerika heißen Tornados auch Twister, und es handelt sich dabei um kleinräumige Luftwirbel mit einem Durchmesser bis maximal etwas über einem Kilometer. In Deutschland werden solche Ausmaße nicht erreicht. Der deutsche Begriff ist Großtrombe oder Windhose – über größeren Binnengewässern auch Wasserhose genannt.
    Es gibt auch Kleintromben, auch Staubteufel oder Dust-Devil genannt. Das sind kleine Wirbelwinde die durch plötzliches Aufsteigen erwärmter Luft (Thermik) entstehen. Sie werden dann sichtbar, wenn sie leichtes Material wie Staub oder Heu mitsichreißen.
    Bei den Hurrikanes oder Taifunen handelt es sich um größräumige Wirbelstürme von mehreren hundert Kilometern Durchmessern.
    Die Reste der Hurrikanes wirken bei uns häufig noch als Orkantief.

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