TESS: Keplers Nachfolger ist im All

TESS startet

Kepler geht der Sprit aus. Die Tage des Teleskops sind gezählt, doch die NASA hat mit TESS einen würdigen Nachfolger im Petto.

Letzten Montag ging es los: In der Nacht zum Dienstag startete um 00:32 mitteleuropäischer Zeit am US-amerikanischen Weltraumbahnhof Cape Canaveral eine Falcon 9 Rakete ins All. An Bord war das TESS-Teleskop. Es soll sonnennahe Sterne auf bewohnbare Planeten untersuchen und vorerst zwei Jahre im Dienst sein. Noch wird es jedoch noch einige Wochen dauern bis TESS auf seinem Orbit angekommen ist und mit seiner Exoplanetenjagt beginnen kann. Es gibt sowohl Gemeinsamkeiten, als auch Unterschiede zwischen Kepler und seinem Nachfolger. Gemeinsam haben sie aber, dass sie mit der Transitmethode suchen. Sie messen Helligkeitsschwankungen, die während des Transits des Planeten zwischen Stern und Erde entstehen – eine der erfolgreichsten Methoden zur Exoplanetensuche.

85 Prozent

Es gibt aber auch viele Unterschiede. Während Kepler weit entfernte, lichtschwache Sterne beobachtete, nimmt TESS vor allem sonnenähnliche Sterne in unserer stellaren Nachbarschaft ins Visier um potentielle Zeile für eine interstellare Reise zu finden. Und noch einen gewaltigen Vorteil hat TESS gegenüber Kepler. TESS wird 200.000 sonnennahe Sterne absuchen und damit einen bis zu 350 mal größeren Anteil des Nachthimmels abdecken als Kepler. Somit nimmt TESS 85 % des Nachthimmels ins Visier. Es wird eine drastische Vermehrung der uns bekannten Exoplaneten in den nächsten zwei Jahren erwartet. TESS hat also einen etwas praktischeren Sinn als Kepler, da er sich um Sternensysteme kümmert, die in naher Zukunft erreichbar sein könnten.

Und noch eine Besonderheit hat das Teleskop. Es wird von der Falcon 9 Trägerrakete des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX ins All gebracht.

TESS
Die Falcon 9 Rakete bei ihr Landung im Atlantik.

zwei Jahre Exoplanetensuche

Da alle Sterne, die TESS untersucht in der Nähe des Sonnensystems liegen (wobei beim Begriff „Nähe“ kosmologische Maßstäbe zu benutzen sind) ist es auch eine Art Vorbote für das James Webb Teleskop. Dies wird 2020 starten. Meistens dauern astronomische Missionen sowieso länger als geplant, wie man an Voyager, Kepler oder Cassini sieht.

James Webb wird die von TESS aufgespürten Planeten genauer untersuchen, indem es nach Zeichen von Kohlenstoffdioxid oder Sauerstoff in der Atmosphäre dieser Planeten sucht. Bei diesen Elementen handelt es sich um sogenannte Biomarker. Findet man Sauerstoff in der Atmosphäre eines Planeten ist dies ein untrügliches Zeichen für Leben. Bei Kohlenstoffdioxid sind zumindest gute Bedingungen für Leben vorhanden. Letzten endlich sind das alles nur Schritte in Richtung anderer Sterne. Wir treffen bereits Vorbereitungen für die ersten interstellaren Missionen, welche zunächst den Raum 100 AE von der Sonne entfernt erreichen sollen und in einigen Jahrzehnten sonnennahe Sterne wie Proxima Centauri oder Barnards Pfeilstern erreichen sollen. Diesem Schritt sind wir vergangenem Montag ein Stück näher gekommen.

Hier sieht man den kompletten Start des Teleskops.

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