„Supererde“ kollidierte mit Uranus

Impaktor war eine Supererde

Unser Sonnensystem ist etwas eigentümlich. Nicht nur, dass es einen Planeten mit hochentwickeltem Leben gibt, zeichnet unser Sonnensystem aus. Nachdem wir zahlreiche andere Sonnensysteme beobachtet haben, fällt uns eine weitere Besonderheit auf. Es fehlen Gesteinsplaneten, die massereicher sind als die Erde, sogenannte Supererden, wie wir sie zahlreich um andere Sterne entdeckt haben. Wieso gibt es in unserem Sonnensystem keine Supererde? Das ist eine riesige Lücke. Alle Planeten des Sonnensystems sind kleiner als die Erde oder masseärmer als Neptun. In den meisten Sonnensystemen gibt es eine Zwischenstufe, entweder eine Supererde oder ein Mini-Neptun. Doch der Grund für das fehlen eines solchen Planeten könnte mit dem Uranus zu tun haben.

Uranus
Im Sonnensystem gibt es keinen Planeten, der massereicher ist als die Erde, aber masseärmer als der Neptun.

Uranus: ein liegender Planet

Der geheimnisvoll-eisblau erscheinende Uranus weist Besonderheiten auf, die wir nirgendwo anders im Sonnensystem finden. Der Planet ist viel kälter als es sich mit all unseren Modellen erklären lässt, manche seiner Monde kreisen fast um seine Polarregion und sein Magnetfeld hat vier Pole, statt zwei. Doch die offensichtlichste Besonderheit ist eine andere. Der Planet liegt, er rollt quasi um die Sonne. Seine Rotationsachse ist um ungefähr 90 Grad gedreht. Die gängigste Erklärung für diese Eigentümlichkeit des Uranus ist ein Crash. Doch dieser muss laut neuen Simulationen deutlich härter als bisher angenommen gewesen sein. Um die Rotationsachse eines Gasplaneten so massiv zu kippen, benötigte der Impaktor mindestens die zweifache Erdmasse gehabt haben, wenn nicht noch etwas mehr.

Eine Lösung für fast alle Probleme

Das Modell der kollidierenden Supererde löst die bereits genannten Probleme elegant. Zum einen würde er das Fehlen einer Supererde im Sonnensystem erklären. Auch die Kälteanomalie wäre gelöst. Da die Supererde eine vereiste Oberfläche hatte, lagerten sich Teile des Eises im Mantel des Uranus ab. Die Wärmezirkulation im Planeteninneren wurde dadurch unterbrochen. Die Hitze aus dem Kern kann nicht zur Oberfläche vordringen. Da zu Vermuten ist, dass der Uranus auch vor der Kollision schon Monde hatte und bei der Kollision durch Material im Orbit neue Monde entstanden sind, lassen sich auch die ungewöhnlichen Orbits der Trabanten erklären. Durch Kollisionen und gravitative Effekte könnten so die bereits vorhandenen Monde von ihrem ursprünglichen Orbit abgelenkt worden sein.

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