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SpaceX neues Dragon-Raumschiff absolviert Testflug zur ISS

Abhängig von Russland

Seitdem die NASA 2011 das Shuttle-Programm beendete, kann sie selbst keine Menschen mehr ins All transportieren. Nur die russischen Sojus-Raumschiffe bringen derzeit Astronauten aus aller Welt auf die ISS. Die NASA selbst hat jedoch kein großes Interesse mehr am erdnahen Raum und der ISS. Sie ist mit ihrem Orion-Raumschiff mit der Rückkehr zum Mond beschäftigt. Doch um die Abhängigkeit von den russischen Sojus-Kapseln zu beenden, kooperiert die NASA mit privaten Unternehmen, allen voran SpaceX. Schon seit einigen Jahren versorgt SpaceX die ISS mit Nachschub, doch im Juni diesen Jahres sollen auch Menschen folgen. Dafür entwickelte SpaceX das Dragon-Raumschiff. Dragon V1 ist für Fracht ausgelegt, die Weiterentwicklung Dragon V2 ist bemannt.

Neues Dragon-Raumschiff fertig

Nachdem sich der Transport von Gütern mit dem Dragon V1 für die NASA als äußerst lohnenswert und zuverlässig erwiesen hat, förderte sie die Weiterentwicklung zu einem bemannten Raumschiff. Es bietet sieben Personen Platz, sodass sich zukünftig sieben statt sechs Astronauten auf der ISS aufhalten könnten. Der Innenraum der Dragon V2 wirkt futuristisch. Das gesamte Raumschiff lässt sich per Touchscreen bedienen. Dragon V1 brauchte zum Andocken an die ISS noch den Robotergreifarm. Doch Dragon V2 soll im freien Flug andocken können, sogar automatisch. Auch die Notfalltechnologie ist innovativ. Das Raumschiff kann im Fall eines Fehlstarts noch in großer Höhe von der Trägerrakete, die eine Falcon 9 oder eine Falcon Heavy sein wird, abgesprengt werden und mithilfe von im Raumschiff integrierten Triebwerken zum Boden zurückfliegen.

Dragon-Raumschiff

Der Innenraum von Dragon V2.

Nach dem Flug zur ISS kann das Dragon-Raumschiff wieder auf der Erde landen und neu verwendet werden. Durch die Landetechnik mit extra dafür entwickelten Triebwerken kann das Raumschiff an fast jedem Ort der Welt landen. Ein wiederverwendbares Raumschiff garantiert in Zukunft, dass Raumfahrt deutlich günstiger wird und immer mehr Menschen Zugang dazu haben.

Der letzte Test

Vorher wurde das neue Dragon-Raumschiff schon zweimal getestet, jedoch noch nicht im All. Es war der letzte Test, bevor im Juni dann Menschen transportiert werden. Erst danach sind die strenge Auflagen der NASA erfüllt und das Dragon-Raumschiff gilt als weltraumtauglich. Dann beginnt der regelmäßige Austausch der Besatzung durch das Dragon-Raumschiff, wie es derzeit mit den Sojus-Raumschiffen der Fall ist. Für die NASA wird das deutlich günstiger, denn die russische Raumfahrtagentur Roskosmos lässt sich ein Platz in ihrem Sojus-Raumschiff mit 60 Millionen Dollar gut bezahlen. Der Vertrag mit SpaceX ist deutlich billiger.

Der erste US-Raumflug seit den Space Shuttles

Zum ersten Mal seit dem Ende der Space Shuttles werden die USA wieder Menschen ins All bringen. Zum ersten Mal werden wieder Menschen vom Kennedy Space Center abheben. Dann sind drei Staaten fähig, aus eigener Kraft Menschen ins All zu befördern: die USA, Russland und China. Die NASA selbst bündelt ihre Kräfte allerdings auf entlegenere Flecken des Alls, etwa auf den Mond, den Mars, die Venus oder einen Asteroiden.

Dragon-Raumschiff

Dragon V2 bei der Präsentation.

Konkurrenz kündigt sich an

Doch SpaceX ist nicht konkurrenzlos. Auch der der Luftfahrtkonzern Boeing baut ein Raumschiff, welches Astronauten zur ISS fliegen soll, der Startliner. Auch er soll sieben Personen zur ISS transportieren, allerdings erst im August. Der Startliner wird ebenso von der NASA gefördert und stellt somit eine erhebliche Konkurrenz für SpaceX dar. Und auch Roskosmos mit seinen Sojus-Kapseln bleibt als Zugang ins All. Russland entwickelt eine neue Trägerrakete und eine neue Version des Raumschiffs, die es wieder konkurrenzfähiger machen soll.

Ein Projekt mit Zukunft

Nach der ersten bemannten Mission im Juni bringt SpaceX regelmäßig Astronauten zur ISS und zurück zur Erde, wie es derzeit die Sojus-Raumschiffe tun. Doch die ISS wird nur noch bis 2024 betrieben werden. Was ist danach? Dragon V2 kann Raumfahrer für mehrere Wochen beherbergen. So wäre auch ein Flug zum Mond möglich. Die NASA plant eine Raumstation im Mondorbit, das Gateway. Das Dragon-Raumschiff könnte auch sie anfliegen. Außerdem ist auch der Flug von Weltraumtouristen in den Erdorbit geplant, der durch die Wiederverwendbarkeit durchaus rentabel sein könnte.

Boeing hat sogar noch weiter gedacht und ein Vertrag mit der Firma Bigelow Aerospace abgeschlossen. Diese möchte das weltweit erste Weltraumhotel in Form einer Raumstation im Erdorbit bauen und braucht den Startliner als Versorgungsschiff für Fracht und Menschen. Mit Raumschiffen, die weniger als sieben Menschen transportieren können wäre ein Flug nicht rentabel. Und so wird auch das All immer weiter kommerzialisiert werden. Wir reden hier von einer neuen Ära der Raumfahrt, die dieses Jahr ihren Anfang nehmen wird.

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