Social Credit: China macht Black Mirror – Szenario wahr

Social Credit

Social Credit: In der Science-Fiction-Serie „Black Mirror“ werden aktuelle Themen und ihre unberechenbaren Auswirkungen auf die Zukunft geschildert. Es geht um Big Data, Unsterblichkeit und Digitalisierung. Die erste Folge der dritten Staffel (Abgestürzt!) spielt in einer zukünftigen Gesellschaft, in der jeder Mensch erfasst ist und einen Account auf einer Website hat, auf der man ihn bewerten kann, wie man es heute von Restaurants, Hotels oder Sehenswürdigkeiten kennt. Der Durchschnitt aller Bewertungen entscheidet dort über den Rang in der Gesellschaft. Eine spannende Idee, aber eben auch Science Fiction, hätte man sich vor zwei Jahren beim Anschauen gedacht. Doch ein System, welches diesem Szenario erstaunlich nahe kommt, führt die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, die Volksrepublik China jetzt ein. Erst kürzlich wurde die Begrenzung der Amtszeit des Präsidenten Xi Jinping auf dem Pekinger Kongress aufgehoben, womit der Einparteienstaat geradewegs in die Diktatur stürzt.

Nun geht Jinping einen radikalen Schritt in Richtung Überwachungsstaat. Auch hier wird jeder Mensch von der Regierung dauerhaft überwacht. Überall im öffentlichen Raum werden Überwachungskameras platziert. Der Staat soll die Menschen so jederzeit beobachten können. Nun kommt der springende Punkt. Die chinesische Regierung teilt die Bürger in vier Klassen ein: A, B, C und D. Das System ist bereits Überall im Ausbau und teilweise auch schon in Kraft.

Klasse D: Die Verlierer der Gesellschaft

 

Jeder Bürger hat von Beginn an 1000 Punkte auf seinem Social Credit – Konto. Hilft man dem Nachbarn oder fängt einen Dieb, so gibt es Pluspunkte. Raucht man in der Öffentlichkeit, benutzt man die S-Bahn ohne Fahrkarte oder bewohnt man als Single eine große Unterkunft, so gibt es Minuspunkte. Bis du in Klasse A, so gehörst du zur Elite. Du hast gute Entwicklungsmöglichkeiten, deine Kinder haben gute Lebenschancen und der Staat fördert dich an allen Ecken und Enden. Rutschst du bis in Klasse D ab, so darfst du keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr benutzen und Studienmöglichkeiten werden dir verweigert. Wer das System kritisiert, der stürzt ab, wer die Regierung für verrückt hält, stürzt ab.

Auf dem Weg zum perfekten Bürger?

Schon im antiken Griechenland machten Philosophen sich Gedanken darüber, wie man einen perfekten Staat aufziehen könnten. Heute stehen uns natürlich andere Mittel zu Verfügung. Jinping möchte so „gute Bürger“ von „schlechten Bürgern“ unterscheiden und den Staat endgültig unter seine Kontrolle bringen. Schon im Mittelalter gab es Aufstände gegen die Dynastien. Die Chinesen haben sehr lange Zeit Blut für ihre Freiheit vergossen und sie schließlich wieder verschenkt. Während ganz Europa über Videokameras im öffentlichen Raum diskutiert, läuft China stillschweigend hinein, in den neuen Überwachungsstaat.

Das Ziel ist der „moralisch einwandfreie Bürger“. Bis 2020 soll das Social Credit – System auf alle 1,4 Milliarden Bürger erweitert worden sein. Bereits 6,15 Millionen Flugverbote wurden im Rahmen dieses Systems verhangen, vor allem wegen Kritik an der Kommunistischen Partei Chinas. Zunächst wurde die Kommunikation fast ausschließlich verstaatlicht. Die Regierung schaltete fast alle privaten Kommunikationsdienste aus, sodass fast nur noch über den staatlichen Messengerdienst „Wechat“ kommuniziert werden kann. Ziel ist hier eine „Säuberung der Gesellschaft“ Menschen der C- und D-Klasse werden kein normales Leben mehr führen können und somit still und unscheinbar von der gesellschaftlichen Bildfläche verschwinden.

Social Credit
Bist du Klasse A, B, C oder D?

Daten zu verkaufen!

Doch seien wir mal ehrlich. Glaubt irgendjemand, dass die gesammelten Daten tatsächlich in staatlichen Datenbanken bleiben? Natürlich will die Regierung damit auch noch ordentlich Geld verdienen. Die aufgenommenen Daten der Regierung sind zu einem bestimmten Preis für jeden verfüglich, der seinem immer mies gelaunten Nachbarn mal eine auswischen dürfen. Legal. Die Regierung hat sich sämtliche Rechte an den aufgenommenen Daten gesichert. Der einzige Unterschied zu Black Mirror ist, dass dort die Menschen andere Menschen bewerten und in China ist es die Regierung. Somit ist selbst die Black Mirror – Szenerie demokratischer als die Volksrepublik China.

Doch wie einfach kommt man an die Daten seiner Mitmenschen dran? Für umgerechnet 100 Euro konnte Undercover-Jounalisten an alle Daten ihrer Kollegen gelangen. Der Standort, die Steuererklärung und sonst so ziemlich alles andere von jedem Bürger stehen in China legal zum Verkauf frei und du kannst nichts dagegen tun, wenn du nicht bald zur C- oder D-Klasse gehören möchtest.

Auch westliche Staaten hantieren mit Unmengen an Daten. Hier ist die Datenabgabe noch Freiwillig, doch Menschen haben die Tendenz dazu soziale Probleme mit Technologie lösen zu wollen. Das Social Credit ist das, was herauskommt, wenn man diesen Ansatz fehlinterpretiert.

Black Mirror: Abgestürzt

Wer der Meinung ist, dass China zunächst einmal einen „moralisch einwandfreien“ Präsidenten braucht, kann das gerne in die Kommentare schreiben.

Danke fürs Teilen dieses Beitrags.

2 Gedanken zu „Social Credit: China macht Black Mirror – Szenario wahr&8220;

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