Schleicht ein zweiter Mond um die Erde?

Nichts ist uns klarer: Die Erde wird von einem Mond umkreist. Doch stimmt das wirklich? Abhängig von der Definition eines Mondes hat die Erde einen, zwei, drei oder sogar mehr Monde…

Unser Mond: Einzigartig im Sonnensystem

Unser Mond ist ein Geschenk. Er gehört wohl zu den faszinierendsten Monden des Sonnensystems. Jeder weiß, dass er die Erdachse stabilisiert. Doch der Mars hat gleich zwei Monde, Deimos und Phobos und seine Achse kippt und wackelt trotzdem ständig. Wieso nimmt unser Mond einen so großen Einfluss auf die Erde? Es ist seine Masse. Unser Mond ist überdimensional groß und hat bei einem kleinen Planeten wie der Erde eigentlich nichts verloren. Monde dieser Masse dürften eigentlich nur Gasriesen haben. Wegen der Masse des Mondes hat er einen sehr großen Einfluss auf die Erde. Man spricht deswegen oft nicht von der Erde, sondern vom Erde-Mond-System. Er ist nach Ganymed, Titan, Callisto und Io der fünftgrößte Mond des Sonnensystems und im Vergleich zum Zentralkörper, der größte um einen Planeten kreisende Mond des Sonnensystems.

Cruithne

Astrophysikalisch gesehen ist Cruithne ein erdnaher Asteroid, mit einem ungefähren Durchmesser von 3,3 Kilometer. Vor Jahrtausenden war er ein Asteroid des Hauptgürtels, der durch gravititiven Einfluss anderer Asteroiden in die Nähe der Erde kam. Normalerweise kollidieren solche Körper mit der Erde oder werden von ihr eingefangen. Cruithne jedoch, folgt der Erde auf ihrem Orbit um die Sonne, umrundet sie jedoch nicht. Er befindet sich im Erdgravitationsfeld und wird Erdbahnkreuzer oder Mini-Satellit genannt. Cruithne gehört zur Erde, ist aber kein zweiter Erdmond, da sie zwar von der Erde angezogen wird, aber lediglich die Sonne mit der Erde zusammen umkreist. In einigen hundert Jahren könnte uns Cruithne wieder verlassen.

2010 TK7

Auch 2010 TK7 ist ein gravitativ an die Erde gebundenes Objekt, welches ihr auf ihrer Umlaufbahn folgt. Anders als Cruithne ist 2010 TK7 jedoch nicht einfach nur ein Asteroid der der Erde folgt, sondern ein Trojaner. Trojaner kommen in der Nähe sogenannter Lagrange-Punkte vor. Dies sind Punkte in der Umgebung eines Planeten, in welcher ein kleineres Objekt den Planeten ohne Antrieb umkreisen kann. Cruithne wird früher oder später durch den gravitativen Einfluss der Erde aus ihrer Bahn geworfen, denn eine solche Umlaufbahn in unmittelbarer Nähe eines Planeten ist nicht stabil, wie uns die Kollision der Erde mit einem Protoplaneten namens Theia im frühen Sonnensystem zeigte. Auch Theia befand sich auf einem solchen Orbit. Es gibt jedoch vier Punkte, an denen eine solche Bahn stabil ist. Nämlich die Punkte 60° vor der Erde und 60° hinter der Erde. Läuft ein Körper also der Erde auf ihrem Orbit auf einer Seite entweder 60° voraus oder hängt ihr 60° hinterher, dann kann das Objekt dort dauerhaft verweilen. Im Langrange-Punkt 4 (L4) befindet sich der Erdtrojaner 2010 TK7. Einen perfekten, ewigen Orbit kann ein Objekt so jedoch nur führen, wenn er sich genau auf einem Lagrange-Punkt befindet. Dies ist natürlich selten der Fall, weshalb auch solche Bahnen nicht für die Ewigkeit sind – aber was ist das schon? Mindestens 10.000 Jahre wird das Objekt noch auf seinem Orbit bleiben.

Asteroiden im Erdorbit

Asteroiden die der Erde zu nah kommen, treten in ihr Gravitationsfeld ein.
Asteroiden die der Erde zu nah kommen, treten in ihr Gravitationsfeld ein.

Wir gehen davon aus, dass es innerhalb des Erdgravitationsfeld einige Körper gibt, die die Erde tatsächlich wie ein Mond umkreisen. Sie dürften aber einen Durchmesser von höchstens 200 Meter haben und somit als Mini-Mond gelten. Um die Erde gibt es einen Ring von winzigen Körpern, die wohl keine eigenständigen Monde sind, aber Trabanten, also Körper die die Erde wie ein Mond umkreisen. Es gibt keine klare Definition für den Begriff „Mond“. Hinzu kommt noch der Weltraumschrott, den wir Menschen hinterlassen. Auch dieser umkreist die Erde wie ein Mond. Der größte Himmelskörper nach den Mond, der die Erde so umkreist ist jedoch vermutlich immer noch die ISS.

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