Rhein und Donau sind von Mikroplastik kontaminiert

Plastik vs. Mikroplastik

Dass Plastikmüll ein Problem ist, ist uns allen bekannt. Auch dass viele Gewässer belastet sind ist uns nichts neues. Doch wohl noch gefährlicher als grober Plastikmüll ist Mikroplastik. Dies sind kleine Plastikpartikel, die wir in Seen, Flüssen und Meeren nachweisen konnten. Auch zwei deutsche Flüsse sind besonders belastet, der Rhein und die Donau. Die kleinen Partikel entstehen beim Zerfall groben Plastikmülls und bei Kosmetikprodukten. Sie haben die gesamte Natur kontaminiert und auch viele Lebensmittel sind nicht mehr rein. Nun hat man die beiden Hauptwasserstraßen Deutschlands und ihre Nebenflüsse einmal genauer unter die Lupe genommen – unzwar mit teilweise doch sehr überraschenden Ergebnissen in der Verteilung des Mikroplatiks.

Vom Alpenvorland bis zum Niederrhein

Die Nebenflüsse von Rhein und Donau sind stärker belastet als diese selbst. Außerdem ist die Konzentration an Mikroplastik unabhängig des Flussverlaufes durch Metropolen überall nahezu gleich. In Alpenflüssen wie Inn und Isar sind auch gröbere Plastikpartikel (über 5 mm) und großes Mikroplastik (über 1 mm) enthalten, während in nördlicheren Gewässern und Messstellen an Donau und Rhein Partikel, deren Größe weit unter einem Millimeter liegt gefunden. In Baden-Württembergischen Flüssen ist die Belastung der Messstellen am kleinsten, dafür aber in allen Größen vorhanden.

Die Differenzen innerhalb eines Flusses sind relativ klein, jedoch hat die Donau im Bayerischen Wald die höchste Belastung, dafür aber fast nur sehr feines Mikroplastik und der Rhein im Ruhrgebiet. Auch der Bodensee wurde getestet: Am höchsten ist die Belastung an der schweizerischen Seite, aber auch hier wurde ausschließlich extrem feines Mikroplastik gefunden. Der Hochrhein ist nur sehr leicht belastet. Es gibt aber auch schlechte Nachrichten: An allen 52 Probestellen wurde Mikroplastik nachgewiesen, im wesentlichen kleiner als 5 Millimeter.

Verteilung eine Überraschung

Das dürfte wohl kaum jemanden überraschen. Anders als die Verteilung. Der einzige Fluss, welcher innerhalb von Ballungsräumen deutlich stärker belastet ist, ist die Ruhr. Bei allen anderen Flüssen ist die Verteilung ausgesprochen homogen. Außerdem ist die Belastung in Deutschlands größter Wasserstraße, dem Rhein unerwartet niedrig. Vermutlich vermischt das große Volumen des Rheins die Plastikpartikel, sodass die Belastung etwas abnimmt. Die höchsten Werte wurden in mittleren Nebengewässer gemessen. Dass ist eine neue wissenschaftliche Erkenntnis, die zur Erfassung der Mikroplastik-Partikel durchaus wertvoll ist.

Mikroplastik
Überraschend: Egal ob in den Alpen oder in der Metropole. Die Verteilung von Mikroplastik ist sehr homogen.

Überall Mikroplastik?

Der Großteil der identifizierten feinen Plastik-Partikel ist unregelmäßig geformt, somit kommen diese nicht aus Kosmetikartikeln, sondern aus dem Zerfall gröberen Mülls. Aber auch kugelförmige Partikel, die aus Kosmetikprodukten stammen haben wir gefunden. Der meiste Mikroplastik kam wohl über Kläranlagen in die Flüsse. Die kugelförmigen Partikel kommen aus Baustoffen und wurden dem entsprechend auch in Metropolen viel gefunden. Als nächstes sind auch nord- und westdeutsche Gewässer fällig. Dann haben wir einen guten ersten Eindruck über die Gefahr. Dass alle untersuchten Gewässer belastet waren sollte uns jedoch zu Denken geben und etwas wachsamer machen.

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