Mondlandung

Realisierbarkeit und Nachhaltigkeit einer Mondlandung bis 2024

Diesmal wollen sie bleiben

Die bemannte Raumfahrt steht kurz vor dem großen Wurf. Schon in wenigen Jahrzehnten sollen Menschen in Winkel des Sonnensystems vordringen, die bisher absolut außerhalb unserer Reichweite waren. Doch bevor Menschen zum Mars fliegen, sollen sie sich nun erstmal auf die Kolonisierung des Mondes konzentrieren – darauf haben sich alle Raumfahrtnationen geeinigt. Viele Menschen fragen sich, wieso wir überhaupt zum Mond zurückkehren sollten, wir waren doch schon dort. Das ist richtig, im Rahmen des Apollo-Programms betraten von 1969 bis 1972 zwölf Menschen in sechs Mondlandungen den Mond. Doch der längste Aufenthalt auf seiner Oberfläche dauerte lediglich drei Tage. Als Kolonisierung des Alls ist das nicht einzustufen. Diesmal sollten die Menschen sich jedoch mehrere Monate oder Jahre am Mond aufhalten, entweder in Habitaten auf seiner Oberfläche oder in einer Orbitalstation, namens LOP-G, die 2023 ins All starten und vier Menschen sechs Monate beherbergen soll.

„Bemühungen verdoppeln“

So sollten von 2022 bis 2028 einmal im Jahr Menschen für sechs Monate zum LOP-G fliegen. 2028 war die erste Landung geplant und 2033 ein erster Flug zum Mars. Doch vor kurzem straffte die US-Regierung den Zeitplan erheblich. Vizepräsident Pence kündigte an, man wolle schon bis 2024 auf dem Mond landen, vier Jahre früher als ursprünglich der Plan war. Dabei wurde er auch etwas konkreter. 2020 solle ein Orion-Raumschiff erstmals unbemannt den Mond umkreisen. Diese sogenannte EM-1 war bisher für 2021 geplant. Danach sollten eigentlich 2023 Menschen zum Mond fliegen und mit dem Bau des LOP-G beginnen. Auch dieser Plan wird leicht geändert. Das erste Modul des LOP-G, das Antriebsmodul soll schon 2021 mit einer weiteren unbemannten Mission in den Mondorbit gebracht werden. 2022 sollen dann Astronauten folgen und das Wohnmodul zur Station bringen. Eventuell werden 2023 wieder Astronauten das LOP-G besuchen und 2024 eine Mondlandung durchführen.

Schwierigkeiten mit dem SLS

Vizepräsident Pence versicherte, dass 2024 ein Amerikaner und eine Amerikanerin auf dem Mond landen werden. Doch das ist ein sehr gewagtes versprechen. Zwar läuft es mehr oder weniger gut mit dem Raumschiff „Orion“, welches NASA und ESA zusammen entwickeln, doch Probleme gibt es mit der Trägerrakete „SLS“, die Orion zum Mond schießen soll. Schon 18 Jahre sind seid der Entwurfsphase der Rakete vergangen, doch mehr als einige Antriebstests gab es noch nicht. Pence kritisierte die NASA als zu langsam und bürokratisch in der Entwicklung der SLS. Doch scheitern soll es daran nicht. Wenn das SLS nicht mit der Missionsplanung vereinbar ist, dann ändern wir eben das SLS und nicht die Missionsplanung, so Pence. Die EM-1 wurde bereits auf eine andere Rakete verlegt. Im Notfall sollten die Menschen mit kommerziellen Raketen zum Mond fliegen, wovon sich SpaceX-Gründer Elon Musk angesprochen fühlte. Doch NASA-Chef Jim Bridenstine hält am SLS fest und versicherte der US-Regierung, alles zu geben, um den Zeitplan einzuhalten.

Mondlandefähre fehlt

Doch selbst wenn die Astronauten 2022 tatsächlich mit dem SLS zum LOP-G fliegen, dann fehlt immer noch eine ganz entscheidende Sache für die 2024 geplante Mondlandung, die Mondlandefähre. Schon beim Apollo-Programm entschied man sich für das sogenannte LOR-Konzept, also für ein zweiteiliges Raumschiff, welches sich im Mondorbit trennt, wo eine Landefähre die Astronauten auf die Oberfläche und zurück bringt. So ähnlich soll es auch diesmal laufen. Nur soll die Mondlandefähre am LOP-G montiert sein. Die Astronauten sollen also das LOP-G als Basis nutzen und dann von dort aus mit einer Landefähre auf die Oberfläche fliegen. Über die Entwicklung einer neuen Mondlandefähre schrieb ich schon einmal hier. Auch hier werden also private Unternehmen eine große Rolle spielen. Dadurch, dass die Mondlandefähre nur zwischen LOP-G und Mondoberfläche pendeln und nicht zur Erde zurückkehren muss, kann sie auch wiederverwendet werden.

Internationale Kooperation notwendig

Doch leider hat die US-Regierung diese ja eigentlich große und großartige Nachricht nicht ohne patriotischen Beigeschmack vermitteln können. Die nächste Frau und der nächste Mann auf dem Mond werden Amerikaner sein, die mit einer amerikanischen Rakete von amerikanischem Boden abheben werden, sagte Pence. Dennoch wird die NASA bei ihrem Mondprogramm kooperieren. Alleine das Orion-Raumschiff ist eine Kooperationsarbeit von NASA und ESA. Auch beim Bau des LOP-G hat Europa zugesagt. Ein bis zwei Module und die Entwicklung internationaler Standards könnte Europa beisteuern. Der finale Beitrag der ESA wird sich im Herbst auf der diesjährigen ESA-Ministerratskonferenz entscheiden. So werden auch Astronauten anderer Nationalitäten zum Mond fliegen. Einer davon könnte sogar Alexander Gerst sein. Er könnte etwas auf der EM-2 oder EM-3 zum Einsatz kommen.

Erste Mondlandung am lunaren Südpol

Das Ziel der ersten Mondlandung 2024 ist auch schon fix. Vier Astronauten sollen den Südpol des Mondes erkunden. Dieser Ort ist besonders interessant, denn dort gibt es große Mengen an Eis und auch Höhlen, in denen zukünftige Siedler leben könnten. Auch astronomisch ist der Ort sehr interessant. Dort gibt es Bereiche, die auf ewig im Dunklen liegen, fernab von jeglicher Telekommunikation. Damit können in Zukunft viel genauere Messungen im Bereich der Radio- und Infrarotastronomie gemacht werden. Uns erwarten aufregende Jahre.

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