Polarlicht: Sichtbare Ionendrift über Kanada?

Wie entsteht das Polarlicht?

Das Polarlicht ist ein beeindruckendes Naturspektakel, welches man sicher einmal gesehen haben sollte. Sie entstehen, wenn elektrische Teilchen des Sonnenwindes, vor allem Elektronen auf die äußere Schicht der Erdatmosphäre treffen. Die Atome, die dort vorhanden sind werden angeregt, dass bedeutet alle Elektronen wandern eine Schale nach außen. Das Elektron der äußersten Schale wird verdrängt und damit wird das Atom ionisiert. Kurz danach findet eine Rekombination statt. Die Atome verlieren ihre Ladung wieder und die Elektronen rücken nach innen. Bei diesem Prozess sendet das Atom Licht aus, welches wir als Polarlicht sehen. Nur an den Polen durchdringt das Erdmagnetfeld die Atmosphäre, weshalb die Polarlichter als Aurora borealis in der Arktis und als Aurora australis in der Antarktis. Doch in Kanada haben Wissenschaftler wohl eine ganz neue Art von Polarlicht entdeckt haben. Sie taufen das Naturphänomen Steve.

Polarlicht
Polarlichter entstehen durch die Rekombination ionisierter Atome in der Erdatmosphäre.

Seltsame Protonenbögen

Schon vor einigen Jahren haben Hobbyforscher aus Kanada ein seltsames Phänomen entdeckt. Es handelt sich um einen extrem hell rot leuchtenden Bogen, welcher sich vom Horizont aus in die Höhe erstreckte und ab und zu etwas grünlich wurde. Das seltsamste war, dass man ihn südlich des 65.Grades nördlicher Breite sah, also nur etwas nördlicher als Oslo. Normaler weise sieht man dort keine Polarlichter, es sei denn ein fand eine besonders helle Sonneneruption statt. Die wesentliche Besonderheit von Protonenbögen ist, dass hier Protonen die Atome ionisieren. Da der Sonnenwind aus vielen Elektronen und wenigen Protonen besteht sind Protonenbögen relativ selten. Es handelt sich bei Steve nicht um einen Elektronenbogen, doch auch die Merkmale von Protonenbögen treffen nicht auf ihn zu. Man ging zuerst von einer völlig neuen Art von Polarlicht aus.

Swarm-Satellit bestätigt Vermutungen

Der Swarm-Satellit der ESA beobachtete das Phänomen aus dem All und lüftete das Geheimnis zum Teil. Optisch handelt es sich tatsächlich um eine neue Art von Polarlicht. Physikalisch passt das Phänomen Steve am besten zur subauroralen Ionendrift. Hier sausen hochenergetische Ionen besonders schnell Richtung Westen und passieren dabei auch öfter mal den 65.Breitengrad. Das Problem besteht darin, dass die subaurorale Ionendrift eigentlich nicht sichtbar ist. Somit stellt Steve weiterhin ein Sonderfall dar und die Forschungen gehen auf Hochdruck weiter. Vorerst erhielt Steve den wissenschaftlichen Namen „Strong Thermal Emission Velocity Enhancement“. Seinen Spitznamen behält er also.

Forschungen gehen weiter

Wir wissen, dass Steve mit einer atmosphärischen Ionendrift und mit einem großen Temperaturanstieg verbunden ist. Wie diese aber mit den roten und grünen Bögen, die STEVE schlägt zu vereinen sind, wissen wir derzeit noch nich. Somit ist es relativ wahrscheinlich, dass STEVE doch einer neuen Art von Polarlicht angehört. Die Beobachtungen auf der Erde und im All gehen weiter und werden das Geheimnis des STEVE´s hoffentlich bald lösen. Dann werden wir wissen, ob es sich um eine neue Polarlicht-Art handelt und wie diese mit der subauroralen Ionendrift  zu verknüpfen ist.

So sieht Polarlicht STEVE aus.

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