New Horizons nimmt Ultima Thule ins Visier

New Horizons in den Tiefen des Kuipergürtels

New Horizons war die erste und bisher einzige Sonde, die den Zwergplaneten Pluto besuchte. Während des Vorbeifluges am Zwergplaneten schoss New Horizons beeindruckende Fotos von Plutos Oberfläche und seinem Mond Charon. Danach driftete die Sonde in die Tiefen des Universums. In den 2040er Jahren wird sie in den interstellaren Raum eintreten und eines Tages das Sonnensystem verlassen und zu fernen Sternen fliegen. Doch zunächst steht auch eine Etappe in unserem eigenen Sonnensystem an, der Vorbeiflug am Kuipergürtel-Objekt (KBO) Ultima Thule in 44 Astronomischen Einheiten Entfernung. Dies wird das fernste Vorbeiflugmanöver der Menschheitsgeschichte. Noch nie wurde ein so weit entfernter Körper von einer Sonde untersucht. Das interessante an Ultima Thule: Er hat sich seit der Entstehung des Sonnensystems wohl kaum verändert.

Im Winterschlaf durchs Sonnensystem

Die Distanzen im Sonnensystem sind so groß und der Raum zwischen den Planeten so leer, dass es sich nicht lohnt, die Systeme der Sonde auf dem Weg zwischen ihren Zielen arbeiten lassen. Doch Milliarden Kilometer von der Erde entfernt kann man nicht viel tun, wenn die Sonde nicht mehr aufwacht. Die Signale brauchen viele Stunden zur Erde und so ist es Nervenkitzel für die Forscher, ob alle Systeme funktionieren. Nachdem alle Daten der Plutopassage zur Erde geschickt wurden, versetzte New Horizons sich wieder in Winterschlaf. Die ursprüngliche Mission sollte hier zu Ende sein, doch es ist noch genug Treibstoff übrig und die wichtigen Systeme funktionieren alle noch. Und so entschied sich die NASA Ultima Thule anzusteuern. Jetzt ist die Sonde wieder aus dem Winterschlaf erwacht, um vielleicht schon mal einen Blick auf ihr nächstes Ziel zu werfen, welches sie in der Silvesternacht 2018 passieren wird.

New Horizons
Der Treibstoff von New Horizons wird noch bis in die 2030er reichen und so ist ein weiterer Vorbeiflug möglich, bevor die Sonde in die tiefen des Alls entschwindet.

Das vorerst letzte Ziel

Es wurde als unwahrscheinlich angesehen, dass die leistungsstarke LORRI-Kamera von New Horizons den 35 Kilometer großen Ultima Thule schon aus 170 Millionen Kilometern Entfernung erspähen kann. Doch tatsächlich, nach Ausbuchtung eines Sterns im Hintergrund, der 17 mal heller strahlt als Ultima Thule, erspähte New Horizons das Objekt. Um Silvester wird New Horizons sein vorerst letztes Ziel passieren, um sich dann wohl für immer in Winterschlaf zu versetzen. Doch nur vielleicht. Die Treibstoffvorräte werden noch bis in die 2030er Jahre halten. die Projektleiter erwägen auch noch ein weiteres Objekt anzufliegen. Spätestens nach der Passage der Heliopause und dem Eindringen in den Interstellaren Raum 2047 wird New Horizons jedoch von den endlosen Weiten des Universums verschluckt werden und bis in ferne Zukunft um das galaktische Zentrum kreisen.

Das ist das Foto, welches New Horizons von Ultima Thule schoss.

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