Mond-Adventskalender: Unser Mond

1.Dezember: Unser Mond

Monde sind faszinierende Himmelskörper. Sie sind komplett aus Eis, sehen wie Schwämme aus, haben Ozeane unter ihrer Oberfläche oder Seen und Flüsse darauf. Im letzten Jahr gab es den äußerst erfolgreichen Exoplaneten-Adventskalender. Dieses Jahr gibt es laut der Abstimmung, die ich auf Twitter eine Woche liefen lies 24 Monde. 24 Monde im Sonnensystem zu besuchen, ist eine Reise von Vulkanen, die bis fast bis ins Weltall reichen, zu Geysiren, die Wasser ins All schleudern und Ozeanen, die womöglich sogar Leben beherbergen. All das sind Welten, die wir mit Robotern besuchen können und das teilweise auch schon getan haben. Direkt vor unserer kosmischen Haustür gibt es diese exotischen Welten. Also, begeben wir uns auf die abenteuerliche Reise zu 24 außergewöhnlichen Monden unseres Sonnensystems.

Viel Spaß und eine schöne Adventszeit!

Ein Teil der kosmischen Heimat

Wir beginnen unsere Reise in die Tiefen des Sonnensystem 400.000 Kilometer von dir entfernt. Der Erdmond ist nämlich etwas Besonderes. Einen Mond mit Eigenschaften, wie der Erdmond es hat, gibt es nur in unserem Sonnensystem. Kein anderer Himmelskörper (außer der Erde) ist besser erforscht als unser Mond. Und dennoch gibt es noch Rätsel um ihn.

Name: Erdmond

Zentralkörper: Erde

Durchmesser: 3476 km

Umlauf um Zentralkörper: 27,321 Tage

Entfernung zum Zentralkörper: ca. 400.000 Kilometer

Besucht von: Apollo-Programm, Lunik-Programm, Clementine, GRAIL, …

Besonderheiten: Unnatürlich groß, von Menschen betreten, kältester Ort des Sonnensystems

Eher ein Doppelplanet

Eigentlich ist unser Mond zu groß, um in Mond zu nennen. Eher gleichen wir einem Doppelplanetensystem, denn unser Mond ist übermäßig groß. Sieht man sich die anderen Gesteinsplaneten an, dann sind wir Sonderlinge. Merkur und Venus haben gar keine Monde und der Mars hat zwei Asteroiden eigefangen, die in jetzt umkreisen. Unser Mond ähnelt eigentlich einem Planeten. Er ist rund, hat eine vielfältige Oberfläche und ein starkes Gravitationsfeld. Offiziell handelt es sich beim Erdmond natürlich tatsächlich um einen Mond, denn der Massenschwerpunkt zwischen Erde und Erdmond liegt noch innnerhalb der Erde.

Physikalisch korrekt umkreist also nicht der Mond die Erde, sondern Erde und Erdmond umkreisen ihr gemeinsames Massenzentrum. Dieses Massenzentrum liegt im Erdmantel, aber nicht im Erdkern, was bedeuten würde, dass der Mond tatsächlich sich nur um die Erde dreht. Soweit ist es verständlich, dass der Mond kein Planet ist. Geologen und Planetologen würden den Mond, wenn er nicht die Erde umkreisen würde aber sicherlich als Planeten einstufen. Auf keinem anderen Planeten den wir kennen kann man nachts stehen und einen so imposanten Mond beobachten.

Schließlich handelt es sich um den fünftgrößten Mond des Sonnensystems. Die anderen umkreisen alle die Riesenplaneten Jupiter und Saturn, die so groß sind, dass ihre Monde neben ihnen im Hintergrund stehen. Nur für die Erde ist ein Mond so prägend. Das Massenverhältnis zwischen Erde und Erdmond beträgt ca. 81:1, was sich zwar nach viel anhört, aber dennoch ist der Erdmond im Verhältnis zum Mutterplaneten der größte Mond des Sonnensystems.

Mond
Einen Anblick auf einen so großen Mond gibt es sonst nirgendwo im Sonnensystem.

Die Kolonisierung des Mondes – ein Menschheitstraum

Als einziger Himmelskörper außerhalb der Erde wurde der Mond schon von Menschen betreten. Die Mondlandungen des Apollo-Programms veränderten für immer unseren Maßstab für das Mögliche. Doch nach Ende des Apollo-Programms konzentrierte man sich wieder mehr auf den Erdorbit und nutzte dafür die Space Shuttles. Die Zeit der Space Shuttles jedoch ist jetzt vorbei.

Seit Beginn der Raumfahrt hat man im Erdorbit eine richtige Infrastruktur errichtet. Satelliten umkreisen in verschiedensten Höhen die Erde, wir haben Raumschiffe mit denen wir den Erdorbit erreichen und eine Raumstation, in der sich dauerhaft Menschen im Weltraum aufhalten. Bald sind sogar Hotels im Erdorbit möglich. Wissenschaftlich ist der Erdorbit jedoch ausgebeutet. Deswegen konzentrieren sich die NASA und die ESA wieder mehr auf den Mond und den sogenannten „Deep Space“, das tiefe All.

Dazu wird eine Raumstation in Mondorbit gebaut werden, das Lunar Orbital Platform-Gateway (LOP-G). Dort können Menschen sich dann langfristig am Mond aufhalten, dort leben und arbeiten. Derzeit plant der NASA-Partner Lockheed-Martin eine wiederverwendbare Mondlandefähre, die sie der NASA andrehen wollen. Diese soll am LOP-G stationiert werden und so immer zwischen der Station und der Mondoberfläche pendeln können. Auf der Station können Raumsonden zusammengebaut und gestartet werden, die dann größer und komplexer sind als derzeit möglich, da sie das hinderliche Erdgravitationsfeld beim Start schon fast hinter sich haben.

Von dort aus können dann eines Tages auch Menschen zum Mars fliegen. Auf der Mondoberfläche wird irgendwann eine Basis entstehen, die zuerst nur die Besatzung des LOP-G beherbergen wird, aber deren Bevölkerung rasch ansteigen wird. In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts sind sogar Geburten auf dem Mond denkbar. Ressourcen könnten abgebaut werden und daraus könnten Raumschiffe, Sonden und Häuser gebaut werden. Der Erdmond hat eine rosige Zukunft.

Besonderheiten der Oberfläche

Schon seit längerem ist bekannt, dass es auf dem Erdmond Wassereis gibt. Das könnte eines Tages genutzt werden, um daraus Sauerstoff zum Atmen und Wasserstoff für Raumschiffantriebe zu machen. Es existiert in Kratern, in denen immer Schatten herrscht. In einem solchen in der nähe des lunaren Nordpols befindet sich auch der kälteste bekannte Ort des Sonnensystems. Im Winter maß der Lunar Reconnaissance Orbiter der NASA -249°C. Im Sonnensystem kann nur der Mensch tiefere Temperaturen künstlich erzeugen. In den weit entfernten Außenbezirken der Oortschen Wolke, tief im interstellaren Raum könnte es Temperaturen geben, die ähnlich tief sind, solange bleibt der Erdmond Rekordhalter.

Das Erde-Mond-System

Die Menschheit breitet sich nach und nach im Erde-Mond-System aus. Das LOP-G wird der wissenschaftliche Außenposten der Menschheit an unserem einzigen Trabanten. Außer dem Erdmond umrunden die Erde nur kleine Asteroiden, die irgendwann wieder verschwinden. Außerdem gibt es Erdbahnkreuzer und Trojaner, die die Erde auf ihren Weg um die Sonne begleiten. An den Librationspunkten L4 und L5, an Punkten an denen sich die Gravitation von Erdmond und Erde aufheben gibt es zwei Staubwolken, die die Erde umkreisen und in denen Partikel von mehreren Zentimetern Größe vorkommen. Sie werden von der Gravitation von Mond und Erde zusammen gehalten. Auf der Erde sorgt die Gravitation des Mondes für die Gezeiten und sie stabilisiert die Erdachse. Ohne den Mond hätten wir keine klar definierten Jahreszeiten. Unsere gesamte Biosphäre wäre so in der Form nicht denkbar. Der Erdmond hat einen gewaltigen Einfluss auf unseren Planeten und das ist das, was ihn so besonders macht.

 

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