Mond-Adventskalender: Triton

20.Dezember: Triton

Monde sind faszinierende Himmelskörper. Sie sind komplett aus Eis, sehen wie Schwämme aus, haben Ozeane unter ihrer Oberfläche oder Seen und Flüsse darauf. Im letzten Jahr gab es den äußerst erfolgreichen Exoplaneten-Adventskalender. Dieses Jahr gibt es laut der Abstimmung, die ich auf Twitter eine Woche liefen lies, 24 Monde. 24 Monde im Sonnensystem zu besuchen, ist eine Reise von Vulkanen, die bis fast bis ins Weltall reichen, zu Geysiren, die Wasser ins All schleudern und Ozeanen, die womöglich sogar Leben beherbergen. All das sind Welten, die wir mit Robotern besuchen können und das teilweise auch schon getan haben. Direkt vor unserer kosmischen Haustür gibt es diese exotischen Welten. Also, begeben wir uns auf die abenteuerliche Reise zu 24 außergewöhnlichen Monden unseres Sonnensystems.

Viel Spaß und schöne Adventszeit!

Wir befinden uns in den Außenregionen des Sonnensystems, auf dem Weg zum achten und letzten Planeten. Fast alles hier ist trostlos und grau. Nur der tiefblaue Neptun sticht heraus. Um in kreist ein interessant anmutender Eismond, Triton. Er ist groß und rund und weist vielfältige Oberflächenerscheinungen auf, das sogenannte Honigmelonen-Terrain, die Oberfläche gleicht durch Verwerfungen einer Honigmelone. Doch das, was Triton tatsächlich zu bieten hat, ist eine absolute Sensation.

Name: Triton

Zentralkörper: Neptun

Entfernung zum Zentralkörper: 354.759 Kilometer

Umlauf um Zentralkörper: 5 Tage, 21 Stunden

Durchmesser: 2.706 Kilometer

Besucht von: Voyager 2

Besonderheiten: Kryovulkanismus, Geysire, Honigmelonen-Terrain, Ozean aus Wasser, eingefangenes KBO

Vulkane und Geysire

Als Voyager 2 schon fast unser ganzes Sonnensystem durchquert hat und schon lange nichts mehr als die Schwärze des Alls hinter ihr lag und sie schließlich Neptun erreichte und Fotos von Triton machte, entdeckte sie etwas Unglaubliches. Triton ist eine geologisch aktive Welt. Es gibt Kryovulkanismus, Eis wird durch Vulkane an die Oberfläche gebracht. Des weiteren fand man Geysire, die flüssigen Stickstoff in acht Kilometer Höhe speien. Diese Partikel fallen auf die Oberfläche zurück und bilden große blaue Ablagerungen. Triton hat eine noch aktive Tektonik und ein flüssiges Inneres.

Auch noch ein Ozean

Das ist aber nicht alles. Denn neben dieser überraschenden geologischen Aktivität, legen Theorie und Messwerte der Voyager 2-Sonde nahe, dass sich tief unter Tritons vereister Oberfläche ein Ozean aus flüssigem Wasser befindet. Triton umkreist Neptun verhältnismäßig sehr eng. Er befindet sich nur Knapp außerhalb der Roche-Grenze, ab der er zerrissen würde. In 100 Millionen Jahren wir vermutlich genau das passieren und Neptun wird Ringe bekommen, von der Intensität der Saturnringe. Doch durch diese extrem enge Umlaufbahn sind die Gezeitenkräfte, die auf Triton wirken riesig. Diese erzeugen Reibungshitze, sodass das Eis an der Unterseite erwärmt wird. Zusätzlich enthält es vermutlich auch noch viele Stoffe, die den Gefrierpunkt von Wasser senken. Dadurch spricht vieles für einen Ozean unter Tritons Oberfläche, einen Ozean am Rand des Sonnensystems.

Woher kommt Triton?

Ein weiteres Rätsel ist die Herkunft von Triton. Als einziger großer Mond des Sonnensystems umrundet er seinen Planeten retrograd, also entgegen seiner Drehrichtung. Dies und die große Ähnlichkeit mit Zwergplaneten, wie Pluto gilt als Indiz, dass Triton einst ein Zwergplanet im Kuipergürtel war, aber von Neptun eingefangen wurde. Das würde bedeuten, dass auch Zwergplaneten Vulkanismus, Geysire, flüssiges Wasser und eine Atmosphäre haben können, wodurch auch die Erforschung Plutos noch einmal Rückenwind bekommen hat. Geologische Aktivität bei diesem noch viel weiter entfernten Himmelskörper wäre eine Sensation, doch was hat Pluto noch alles zu bieten? Finden wir es heraus!

Danke fürs Teilen dieses Beitrags.

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