Mond-Adventskalender: Titan

11.Dezember: Titan

Monde sind faszinierende Himmelskörper. Sie sind komplett aus Eis, sehen wie Schwämme aus, haben Ozeane unter ihrer Oberfläche oder Seen und Flüsse darauf. Im letzten Jahr gab es den äußerst erfolgreichen Exoplaneten-Adventskalender. Dieses Jahr gibt es laut der Abstimmung, die ich auf Twitter eine Woche liefen lies 24 Monde. 24 Monde im Sonnensystem zu besuchen, ist eine Reise von Vulkanen, die bis fast bis ins Weltall reichen, zu Geysiren, die Wasser ins All schleudern und Ozeanen, die womöglich sogar Leben beherbergen. All das sind Welten, die wir mit Robotern besuchen können und das teilweise auch schon getan haben. Direkt vor unserer kosmischen Haustür gibt es diese exotischen Welten. Also, begeben wir uns auf die abenteuerliche Reise zu 24 außergewöhnlichen Monden unseres Sonnensystems.

Viel Spaß und schöne Adventszeit!

Wir verlassen Jupiter endgültig und fliegen weiter hinaus, tiefer ins äußere Sonnensystem zu seinem Nachbar Saturn. Auch Saturn hat äußerst viele Monde. Mit 62 Monden hat er am zweitmeisten Monde im Sonnensystem. Der mit Abstand größte von ihnen ist Titan. Titan gilt als erdähnlichster Himmelskörper des Sonnensystems. Er hat eine dicke Atmosphäre, einen Flüssigkeitskreislauf, Seen, die von Flüssen gespeist werden und ausgedehnte Küsten. Es regnet und der Himmel ist von Wolken bedeckt. Es gibt vier Jahreszeiten, jede dauert siebeneinhalb Erdjahre. Die Atmosphäre wird wie die Erdatmosphäre eingeteilt, er hat eine Ozonschicht und seine Atmosphäre besteht vor allem aus Stickstoff. Doch es gibt eine Besonderheit: Die Seen und Flüsse, der Regen, die Wolken sind nicht aus Wasser, sondern aus Methan. Methan ist bei wesentlich tieferen Temperaturen flüssig als Wasser, zum Beispiel bei den -179°C auf der Oberfläche des Titan.

Name: Titan

Zentralkörper: Saturn

Entfernung zu Zentralkörper: 1.221.830 Kilometer

Umlauf um Zentralkörper: 15 Tage, 22 Stunden, 41 Minuten

Durchmesser: 5150 Kilometer

Besucht von: Cassini-Huygens, Dragonfly (geplant), TiME (geplant)

Besonderheiten: Große Flüssigkeitsansammlungen an der Oberfläche, Flüssigkeitskreislauf, erdähnliche Atmosphäre

Eine Art zweite Erde

Wenn man sich den Flüssigkeitskreislauf Titans ansieht, erinnert der schon sehr an den der Erde. Zurecht wird Titan als der erdähnlichste Himmelskörper im Sonnensystem bezeichnet. Vermutlich ist Titan sogar geologisch aktiv. Sein Inneres könnte flüssig sein und es könnte Vulkane geben. Titan ist der einzige Mond mit einer dicken Atmosphäre. Sie ist sogar massereicher als die der wesentlich größeren Erde. Sie reicht zehnmal so weit ein den Weltraum hinein als die Erdatmosphäre, also über 1000 Kilometer. In der Atmosphäre wurden tatsächlich organische Moleküle nachgewiesen. Teile der Atmosphäre leuchten, aufgrund der Wechselwirkung zwischen Atmosphäre und Weltraum. Sie hat außerdem eine sogenannte Superrotation, sie rotiert also stärker als der Mond selbst, was zu starken Turbulenzen führt. Erst kürzlich hat man sogar Staubstürme wie auf dem Mars auf Titan festgestellt.

Die Landschaften Titans sind der der Erde sehr ähnlich. Es gibt Gebirge aus Wassereis, in denen Methanregen sogar ganze Höhlensysteme geschaffen haben könnte. Die Gebirge entstanden jedoch nicht durch Plattentektonik. Seit seiner Entstehung ist Titan um circa sieben Kilometer geschrumpft. Das ließ die Kruste sich auffalten.

Seen aus Methan

Die Methanseen des Mondes prägen sein Gesamtbild beispiellos. Vermutlich befinden sich sogar Eisschollen auf ihnen. Cassini untersuchte unter anderem die Nordpolarregion Titans. Dort fand man sehr viele dieser Seen, obwohl zur Zeit, in der Cassini beim Titan war dort Polarnacht herrschte. Einige der Seen sind größer als die Großen Seen in Nordamerika. Die Seen weisen nur geringen Wellengang auf, selten Höher als fünf Millimeter. Würde ein Mensch vor einem solchen See stehen, könnte er wie in einen klaren See auf der Erde vermutlich bis zum Grund sehen.

Die Seen des Titans gehören zu den vielleicht rätselhaftesten Objekten des Sonnensystems. Wir wissen wenig über sie. Vielleicht gibt es in ihnen sogar Vorstufen von Leben. Ein weiteres Rätsel betrifft die sogenannte Magic Island. Auf den ersten Aufnahmen von Cassini 2013 entdeckte man ein großes Objekt in einem der Seen Titans und hielt es zunächst für eine Insel. Doch später war an dem Ort, an dem die Sonde das Objekt vorher gesehen hat plötzlich nichts mehr. Dann, als die Sonde ein Jahr später wieder über den selben Ort flog, war es wieder da. Noch immer ist nicht geklärt, was Magic Island wirklich ist. Vielleicht handelt es sich sogar um Blasen, die vom Boden der Meere kommen oder um riesige Wellen, was aber sehr ungewöhnlich wäre.

Weitere Missionen geplant

Die Cassini-Mission war eine der erfolgreichsten Missionen in der Geschichte der NASA. Rund um den Titan, von seiner Atmosphäre bis zum Grund seiner Seen gibt es viele Rätsel. Die Landeeinheit Huygens konnte nur kurze Zeit von der Oberfläche senden, er war vor allem zur Erforschung der Atmosphäre gedacht. Doch im Rahmen des New-Frontiers-Programm könnte es bald wieder eine Mission zum Titan geben. Die Dragonfly-Mission ist Finalist im Auswahlverfahren für die vierte Mission des Programms. Sie muss sich nun bis Anfang 2019 gegen CAESAR durchsetzen, eine Probenrückführungsmission zum Asteroiden Tschuri, den schon die ESA-Mission Rosetta erforschte.

Dragonfly wird eine Drohne sein, die viele hunderte Kilometer zurücklegen wird und an interessanten Orten landen wird. Natürlich wird die Drohne nicht von der Erde aus gesteuert, sondern durch Künstliche Intelligenz. Auch die Küste eines Methansees ist ein geplanter Landeort. Durch diese Mission werden wir sicher mehr über diese geheimnisvolle Welt erfahren und auch herausfinden, wie erdähnlich Titan wirklich ist. Es wird wie eine spontane Entdeckungstour auf einem fremden Mond.

Ferner ist eine weitere Mission zu Titan um das Jahr 2030 möglich, der Titan Mare Explorer, ein Mini-U-Boot, welches über dem Kraken Mare, einem der großen Seen des Titan niedergehen soll. Er könnte dann endgültig klären, ob in Titans Seen tatsächlich Vorstufen zu Leben existieren.

Danke fürs Teilen dieses Beitrags.

2 Gedanken zu „Mond-Adventskalender: Titan&8220;

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