Mond-Adventskalender: Rhea

17.Dezember: Rhea

Monde sind faszinierende Himmelskörper. Sie sind komplett aus Eis, sehen wie Schwämme aus, haben Ozeane unter ihrer Oberfläche oder Seen und Flüsse darauf. Im letzten Jahr gab es den äußerst erfolgreichen Exoplaneten-Adventskalender. Dieses Jahr gibt es laut der Abstimmung, die ich auf Twitter eine Woche liefen lies 24 Monde. 24 Monde im Sonnensystem zu besuchen, ist eine Reise von Vulkanen, die bis fast bis ins Weltall reichen, zu Geysiren, die Wasser ins All schleudern und Ozeanen, die womöglich sogar Leben beherbergen. All das sind Welten, die wir mit Robotern besuchen können und das teilweise auch schon getan haben. Direkt vor unserer kosmischen Haustür gibt es diese exotischen Welten. Also, begeben wir uns auf die abenteuerliche Reise zu 24 außergewöhnlichen Monden unseres Sonnensystems.

Viel Spaß und schöne Adventszeit!

Nach Titan ist Rhea des Saturns. Während die Raumsonde Cassini Rhea intensiv erforscht hat, entdeckte sie Dinge, die wir bei Monden niemals erwartet hätten. Von weitem sieht Rhea relativ unspektakulär aus. Sie ist ein Eismond, der stark verkratert ist. Doch Cassini entdeckte Spuren einer aktiven Welt. Die Daten deuteten auf ehemaligen Kryovulkanismus, ein Ringsystem und sogar auf eine Atmosphäre hin. Die Formationen, die man auf Rhea fand, sind Relikte aus einer Zeit, aus dem der Mond aktiv und im Innern flüssig war.

Name: Rhea

Zentralkörper: Saturn

Entfernung zu Zentralkörper: 527.040 Kilometer

Umlauf um Planten: 108 Stunden, 25 Minuten

Durchmesser: 1528 Kilometer

Besucht von: Voyager 1, Voyager 2, Cassini

Besonderheiten: Atmosphäre aus Sauerstoff und Kohlendioxid, vermutetes Ringsystem

Eine dünne Atmosphäre

Im März 2010 überflog die NASA-Sonde Cassini Rhea in nur 97 Kilometern Höhe. Doch anstatt des leeren Vakuums des Alls, detektierte die Sonde Sauerstoff und Kohlendioxid in geringen Mengen. Rhea hat tatsächlich eine Atmosphäre. Um eine Atmosphäre dauerhaft zu halten, ist der Mond eigentlich zu klein. Daher führen Forscher die Atmosphäre auf andere Mechanismen zurück. Die hochenergetische Strahlung der Sonne trifft auf das Wassereis an der Oberfläche und zersetzt es in Sauerstoff und Wasserstoff. Der Wasserstoff entweicht und der Sauerstoff wird gehalten. Wie das Kohlendioxid entsteht ist noch unsicher. Möglich ist, dass das Eis Kohlendioxid gebunden hat, welches nun entgast wird. Eine endgültige Erklärung für das Vorkommen von Kohlendioxid in der Atmosphäre von Rhea, gibt es derzeit noch nicht. Das Kohlendioxid könnte nämlich auf durch Oxidationsprozesse in die Atmosphäre geraten sein. Beide Versionen der Erklärung sind möglich.

Rhea: Ein Mond mit Ringen?

Cassini entdeckte bei der Erforschung Rheas jedoch noch weitere Kuriositäten. Als Cassini sich Rhea 2005 extrem näherte, entdeckte die Raumsonde eine seltsame symmetrisch um Rhea angeordnete Struktur aus geladenen Teilchen. Normalerweise deutet das auf ein Ringsystem hin. Noch nie zuvor hat man Ringe um einen Mond entdeckt. Zwischen 2008 und 2009 wurden weitere Aufnahmen zur Überprüfung der Ring-Hypothese gemacht. Diese waren so detailliert, dass man selbst Mikrometer große Staubpartikel hätte nachweisen können. Doch plötzlich deutete nichts mehr auf ein Ringsystem hin. Also suchte man nach größeren Objekten, die den Mond umkreisen könnten. Doch auch solche Brocken konnten nicht gefunden werden. Rhea hat einfach kein Ringsystem. Was die Struktur aus geladenen Teilchen war, die Cassini 2005 beobachtete, ist bis heute ein Rätsel. Sicher ist, dass der zweitgrößte Saturnmond nicht von erkennbaren festen Objekten umkreist wird.

Eine Staubscheibe, wie hier angedeutet existiert nach neueren Forschungen um den Mond nicht.

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