Mond-Adventskalender: Phobos

3.Dezember: Phobos

Monde sind faszinierende Himmelskörper. Sie sind komplett aus Eis, sehen wie Schwämme aus, haben Ozeane unter ihrer Oberfläche oder Seen und Flüsse darauf. Im letzten Jahr gab es den äußerst erfolgreichen Exoplaneten-Adventskalender. Dieses Jahr gibt es laut der Abstimmung, die ich auf Twitter eine Woche liefen lies 24 Monde. 24 Monde im Sonnensystem zu besuchen, ist eine Reise von Vulkanen, die bis fast bis ins Weltall reichen, zu Geysiren, die Wasser ins All schleudern und Ozeanen, die womöglich sogar Leben beherbergen. All das sind Welten, die wir mit Robotern besuchen können und das teilweise auch schon getan haben. Direkt vor unserer kosmischen Haustür gibt es diese exotischen Welten. Also, begeben wir uns auf die abenteuerliche Reise zu 24 außergewöhnlichen Monden unseres Sonnensystems.

Viel Spaß und eine schöne Adventszeit!

Wir reisen weiter und begeben uns in die Tiefen des Sonnensystems. Unsere beiden inneren Nachbarn Merkur und Venus haben keine Monde, also geht unsere Reise in die andere Richtung. Der nächste Halt ist der Mars. Der Mars hat zwei Monde, Deimos und Phobos. So wie Deimos und Phobos sind die meisten Monde im Sonnensystem. Die wenigsten Monde ähneln Planeten wie beispielsweise unser Mond. Die meisten Monde sind unregelmäßig geformte Asteroiden. So auch Deimos und Phobos. Doch Phobos, der größere der beiden ist schon ein wenig seltsam.

Name: Phobos

Zentralkörper: Mars

Durchmesser: 23 Kilometer

Entfernung zum Zentralkörper: ca. 9500 Kilometer

Umlauf um Zentralkörper: 7 Stunden, 39 Minuten

Besucht von: Phobos-Grunt (fehlgeschlagen), Fobos 1 & 2 (fehlgeschlagen), MMX (geplant), Mars Express (Vorbeiflug)

Besonderheiten: eigefangener Asteroid, wird irgendwann zerbrechen

Drei Missionen – drei Fehlschläge

Das eine russische Mission dorthin fehlgeschlagen ist, kann nicht als Beschreibung dienen, denn das trifft auf einige Himmelskörper zu (Bei Phobos waren es aber drei, Phobos-Grunt stürzte in den Pazifik, Fobos 1 und 2 gingen verloren). So besuchte bis jetzt noch keine Sonde den größeren der beiden Marsmonde. Er ist noch ein weißer Fleck auf der Landkarte des Sonnensystems, und zwar einer direkt vor unserer Nase, denn der Mars ist verhältnismäßig nicht weit von der Erde entfernt. Es gibt allerdings Bestrebungen seitens der JAXA und der NASA 2024 eine Sonde namens Mars Moon Exploration (MMX) zu Phobos zu schicken. Es wäre sicher ein spannendes Unterfangen, denn es ist davon auszugehen, dass bei einer bemannten Marsmission auch die Marsmonde nicht links liegen gelassen werden. Auf Deimos oder Phobos könnte man wesentlich einfacher landen als auf dem Mars und das Bild des Mars am Horizont des Mondes wäre sicher atemberaubend.

Phobos: Ein eingefangener Asteroid?

Der Mars ist ein kleiner Planet. Hinter unserer Erde könnte er sich zweimal verstecken. Um solche Planeten bilden sich normaler Weise keine Monde. Schließlich sind Monde das, was im Orbit übriggeblieben ist, nachdem der Planet fertig war. So vermutet man, bei Deimos und Phobos handelt es sich um Asteroiden, die dem Mars zu nahe kamen und eingefangen wurden. Vielleicht sind sie aber auch Relikte einer großes Kollision eines großen Himmelskörpers mit dem Mars. Vermutlich kamen sich aus dem benachbarten Asteroidengürtel und wurden durch eine Kollision oder ähnliches in Richtung des Mars geschleudert. Dort wurden sie eingefangen und fanden eine stabile Bahn. Naja, vorerst stabil zumindest

Mal Ringe, mal Monde

Während unser Mond sich immer weiter von der Erde entfernt, kommt Phobos dem Mars immer näher. Er wird jedoch nicht auf dem Mars einschlagen, dazu ist er nicht schnell genug. Sobald er die sogenannte Roche-Grenze überschreitet, wird er zerrissen und bildet einen Ring um den Mars. Die Roche-Grenze ist die Grenze um einen Himmelskörper, ab der ein ihn umkreisender Monde nicht mehr stabil ist, also von den Gravitationskräften des Planeten zerrissen wird. Der Ring, den Phobos dann bilden wird, wird stark ausgeprägt und sichtbar sein. In ihm könne dann Staubpartikel kollidieren und vielleicht neue Monde bilden. So gibt es Studien, nach denen der Mars in früheren Zeiten abwechselnd Ringe und Monde hatte. Sogar heute noch hat der Mars dünne Ringe.

Man sieht hieran, dass die Monde des Mars keine elementare Bedeutung für den Planeten selbst hat. Die Monde des Mars kommen und gehen. Auf dem Planeten selber sind sie nur als Lichtpunkte zu sehen und der Schwerpunkt zwischen dem Mars und seinen Monden fällt fast genau mit dem Marsmittelpunkt zusammen. Es wird höchste Zeit eine Sonde zu Phobos zu schicken, damit wir mehr über diesen eingefangenen Marsmond wissen.

Danke fürs Teilen dieses Beitrags.

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