Mond-Adventskalender: Petit-Prince

4.Dezember: Petit-Prince

Monde sind faszinierende Himmelskörper. Sie sind komplett aus Eis, sehen wie Schwämme aus, haben Ozeane unter ihrer Oberfläche oder Seen und Flüsse darauf. Im letzten Jahr gab es den äußerst erfolgreichen Exoplaneten-Adventskalender. Dieses Jahr gibt es laut der Abstimmung, die ich auf Twitter eine Woche liefen lies 24 Monde. 24 Monde im Sonnensystem zu besuchen, ist eine Reise von Vulkanen, die bis fast bis ins Weltall reichen, zu Geysiren, die Wasser ins All schleudern und Ozeanen, die womöglich sogar Leben beherbergen. All das sind Welten, die wir mit Robotern besuchen können und das teilweise auch schon getan haben. Direkt vor unserer kosmischen Haustür gibt es diese exotischen Welten. Also, begeben wir uns auf die abenteuerliche Reise zu 24 außergewöhnlichen Monden unseres Sonnensystems.

Viel Spaß und eine schöne Adventszeit!

Nachdem wir uns den Marsmond Phobos angeschaut haben, verlassen wir das innere Sonnensystem und reisen weiter in den Asteroidengürtel, die Grenze zum äußeren Sonnensystem. Hier stoßen wir auf einen Asteroiden, der gleich zwei Monde hat, (45) Eugenia.  Der äußere etwas kleinere Mond trägt den Namen Petit-Prince. Der Name leitet sich vom Originaltitel des Buches „Der kleine Prinz“ her, denn im Buch kommt der kleine Prinz von einem Planeten, kaum größer als ein Haus.

Name: Petit-Prince

Zentralkörper: (45) Eugenia

Entfernung zu Zentralkörper: ca. 1165 Kilometer

Umlauf um Zentralkörper: 4 Tage, 8 Stunden

Durchmesser: 7 Kilometer

Besucht von: –

Besonderheiten: Teil eines Dreier-Asteroiden-Systems

Zwei Monde

Ein bisschen Größer als ein Haus ist Petit-Prince schon. Immerhin hat er einen Durchmesser von sieben Kilometern und umrundet seinen Zentralkörper (45) Eugenia in 1165 Kilometer Abstand. (45) Eugenias zweiter Mond S/2004 (45) 1, informell auch Princesse genannt ist im Durchschnitt 554 Kilometer von Petit-Prince entfernt. Ihr Orbit liegt somit fast genau in der Mitte zwischen Petit-Prince und (45) Eugenia. Bis jetzt konnte das System von (45) Eugenia nur von der Erde beobachtet werden, womit viele Fragen unbeantwortet und viele Details unklar bleiben.

Es handelt sich aber dennoch um ein eher ausgedehntes System. Wenn sie den Artikel am 2.Dezember über den erdnahen Asteroiden Didymos und seinen Mond Didymoon gelesen haben, bei denen die Maßstäbe nur wenige hundert Meter betragen (wenn sie es nicht getan haben, sollten sie es dringend tun), wissen sie, dass es auch anders geht. Allerdings sind die beiden Systeme schwer zu vergleichen, denn bei Didymos handelt es sich um einen erdnahen Asteroiden, während (45) Eugenia zum Hauptgürtel zwischen Mars und Jupiter gehört. Hier gibt es auch mal größere Brocken. Vielleicht besser so. Ein Brocken mit der Fläche Griechenlands in der Nähe der Erde wäre vielleicht etwas kontraproduktiv.

Dunkler als Kohle

(45) Eugenia selber ist dunkler als Kohle. Gleichzeitig hat er aber eine sehr geringe Dichte. Das ist seltsam, da eine geringe Dichte bei Asteroiden oft ein Zeichen für Wassereis ist. Das ist aber wegen der dunklen Oberfläche unwahrscheinlich, denn Eis ist nunmal nicht schwarz. Vermutlich liegt die Lösung im Aufbau des Asteroiden. Er dürfte ein sogenannter Rubble Pile sein, also eigentlich aus mehreren Felsbrocken bestehen, die durch die Gravitation lose zusammengehalten werden. Ähnliches gilt bei Petit-Prince. Auch er hat eine sehr geringe Dichte. Prinzipiell könnte es auf ihm Wassereis geben, doch man vermutet, dass Petit-Prince schon zusammen mit (45) Eugenia entstanden ist. Da dieser fast gar keine Wasserreserven hat, ist bei Petit-Prince ähnliches zu vermuten, da eine komplett andere Zusammensetzung darauf hindeuten würde, dass (45) Eugenia Petit-Prince nur eingefangen hat und sie unabhängig von einander an verschiedenen Orten im Sonnensystem entstanden sind.

Petit-Prince, Princesse, und (45) Eugenia

Trotz der drei miteinander wechselwirkenden Körper, scheint das System von (45) Eugenia stabil zu sein. Das liegt zum einen daran, dass zwischen den beiden Monden keine Bahnresonanz besteht. Die Umlaufbahn eines Mondes ist also kein Vielfaches der des anderen. Solche Konstellationen machen ein System schnell instabil. Minimalen Schwankungen durch die Sonne und auch durch die Wechselwirkungen zwischen den Monden ist das System zwar ausgesetzt, doch trotzdem ist anzunehmen, dass die Monde (45) Eugenia auch noch in ferner Zukunft erhalten bleiben.

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