Mond-Adventskalender: Oberon

19.Dezember: Oberon

Monde sind faszinierende Himmelskörper. Sie sind komplett aus Eis, sehen wie Schwämme aus, haben Ozeane unter ihrer Oberfläche oder Seen und Flüsse darauf. Im letzten Jahr gab es den äußerst erfolgreichen Exoplaneten-Adventskalender. Dieses Jahr gibt es laut der Abstimmung, die ich auf Twitter eine Woche liefen lies, 24 Monde. 24 Monde im Sonnensystem zu besuchen, ist eine Reise von Vulkanen, die bis fast bis ins Weltall reichen, zu Geysiren, die Wasser ins All schleudern und Ozeanen, die womöglich sogar Leben beherbergen. All das sind Welten, die wir mit Robotern besuchen können und das teilweise auch schon getan haben. Direkt vor unserer kosmischen Haustür gibt es diese exotischen Welten. Also, begeben wir uns auf die abenteuerliche Reise zu 24 außergewöhnlichen Monden unseres Sonnensystems.

Viel Spaß und schöne Adventszeit!

Wir befinden uns schon weit draußen im Sonnensystem, in der Zone der Eisriesen. Nur noch ein Bruchteil der Sonnenstrahlung dringt bis dorthin vor. Doch könnte es auch hier flüssiges Wasser geben? Kann es hier geologische Aktivität geben oder gar Vulkanismus geben? Oder sind diese Orte im Sonnensystem tot und unveränderbar, kalte Gesteinsbrocken, die die Eisriesen umkreisen? Der zweitgrößte Mond des Uranus, Oberon könnte uns diese Frage beantworten.

Name: Oberons

Zentralkörper: Uranus

Entfernung zu Zentralkörper: 583,519 Kilometer

Umlauf um Zentralkörper: 13 Tage, 11 Stunden, 7 Minuten

Durchmesser: 1552,8 Kilometer

Besucht von: Voyager 2

Besonderheiten: hohe Kraterdichte, ehemalige geologische Aktivität, möglicher subglazialer Ozean

Flüssiges Wasser?

So weit von der Sonne entfernt, würde man kein flüssiges Wasser erwarten, erst recht keinen Ozean daraus. Doch könnte Oberon einen Ozean aus flüssigem Wasser, wie Europa, Callisto oder Enceladus haben? Oberon ist ein differenzierter Mond, besteht also aus einem Kern und einem Mantel. Dieser Mantel besteht aus Wassereis. Dort herrschen -93°C. Eigentlich müsste das Wasser hier also fest sein. Doch es hängt von der chemischen Zusammensetzung Oberons ab. Je nach dem wie viel Salz das Eis enthält, kann dieses Salz oder andere bestimmte Stoffe wie Ammoniak den Gefrierpunkt von Wasser senken. Die Konzentration solcher Stoffe im Mantel Oberons ist unbekannt. Sollte sie groß genug sein, so existiert zwischen Kern und Mantel ein Ozean aus flüssigem Wasser – und das im Orbit um Uranus.

Hat Oberon geologische Aktivität?

Ein Ozean aus flüssigem Wasser könnte es also selbst hier noch geben, aber wie sieht es mit geologischer Aktivität aus, beispielsweise Kryovulkanismus? Die Oberfläche Oberons ist stark verkratert und vereist, die einzigen Oberflächenmerkmale, die sich erkennen lassen sind Krater und Canyons. Doch auf der Südhalbkugel des Mondes lassen sich starke Verwerfungen des Bodens finden. Dies deutet auf geologische und vulkanische Aktivität kurz nach der Entstehung Oberons hin, als sein Inneres noch flüssig war. Heute ist er allerdings eindeutig geologisch, sowie vulkanisch absolut inaktiv

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