Mond-Adventskalender: Miranda

18.Dezember: Miranda

Monde sind faszinierende Himmelskörper. Sie sind komplett aus Eis, sehen wie Schwämme aus, haben Ozeane unter ihrer Oberfläche oder Seen und Flüsse darauf. Im letzten Jahr gab es den äußerst erfolgreichen Exoplaneten-Adventskalender. Dieses Jahr gibt es laut der Abstimmung, die ich auf Twitter eine Woche liefen lies, 24 Monde. 24 Monde im Sonnensystem zu besuchen, ist eine Reise von Vulkanen, die bis fast bis ins Weltall reichen, zu Geysiren, die Wasser ins All schleudern und Ozeanen, die womöglich sogar Leben beherbergen. All das sind Welten, die wir mit Robotern besuchen können und das teilweise auch schon getan haben. Direkt vor unserer kosmischen Haustür gibt es diese exotischen Welten. Also, begeben wir uns auf die abenteuerliche Reise zu 24 außergewöhnlichen Monden unseres Sonnensystems.

Viel Spaß und schöne Adventszeit!

Wir verlassen den Saturn und fliegen immer weiter hinaus ins All, zu den eisigen Außenposten des Sonnensystems. Als nächstes begegnen wir dem eisblauen Uranus. Nach derzeitigem Stand hat Uranus 27 Monde. Einer davon ist Miranda. Er ist der geologisch interessanteste Mond des Uranus. Coronae, Regiones und Rupes sind Namen für die vielfältige Geologie Mirandas. Schon von weitem machen seine Oberflächenmerkmale auf Miranda aufmerksam. Solche Furchen, Canyons und Schluchten sind absolut einzigartig in unserem Sonnensystem und kommen so nur auf Miranda vor.

Name: Miranda

Zentralkörper: Uranus

Entfernung zu Zentralkörper: 129.872

Umlauf um Zentralkörper: 1 Tag, 9 Stunden, 55 Minuten

Durchmesser: 471 Kilometer (am Äquator, Mirandas äquatorialer Durchmesser ist größer als ihr Poldurchmesser)

Besucht von: Voyager 2

Besonderheiten: riesige geologische Strukturen

Im wesentlichen lassen sich die Strukturen auf Miranda in drei Klassen aufteilen:

Coronae auf Miranda

Coronae sind ovale oder runde Gebilde auf der Oberfläche eines Himmelskörpers. Dieses Phänomen ist uns vor allem von der Venus bekannt, aber auch auf Miranda gibt es einige Coronae. Diese Teile der Oberfläche sind weniger verkratert und deshalb auch jünger. Man vermutet, dass ihr Gestein aus dem Innern des Mondes an die Oberfläche gekommen ist und die Coronae geformt hat. Dafür kommt vor allem Kryovulkanismus in Frage. Eine der komplexesten Coronae auf Miranda ist Iverness Corona, nahe des Südpols Mirandas. Eine der größten Coronae auf Miranda ist Elsinore Corona. Sie ist 323 Kilometer lang, erstreckt sich also über 70% des gesamten Monddurchmessers. Etwas weniger lang, aber dafür viel breiter als Elsinore Corona ist Arden Corona, die durch Auftrieb von Magma aus dem Innern des Mondes entstanden sein muss.

Regiones

Die Coronae werden von Regiones umgeben, das sind ausgedehnte oft verkraterte Hochländer. Davon kann man auf Miranda vier große erkennen, Mantua Regio, Dunsinane Regio, Sicilia Regio und Ephesus Regio. Mantua Regio und Dunsinane Regio sind Hochländer, wie man sie auch auf unserem Mond finden kann. Mantua Regio hat sogar ein Durchmesser von 399 Kilometer und ist damit die größte Struktur auf dem Uranusmond. Die anderen beiden besitzen besonders hohe Berge und sehr ausgeprägte Furchen. Dabei handelt es sich um sehr zerklüftete Bereiche, die oft die Coronae umschließen.

Rupes

Die sonderbarsten Strukturen, die auf Miranda zu finden sind, sind die Rupes. Das sind langgezogene Grabensysteme, mit gewaltigen Klippen. Die größte von ihnen ist Verona Rupes. Sie hat eine Höhe von 20 Kilometern. Solche Klippen sind absolut einzigartig im Sonnensystem. Es ist ein glücklicher Zufall, dass wir so gute Bilder von Verona Rupes haben, denn während Voyager 2 die Region überflog, lag Verona Rupes genau auf der Tag-Nacht-Grenze. Verona Rupes ist nicht die einzige Klippe auf Miranda. Doch sie ist mit Abstand die tiefste. 20 Kilometer, dass ist zehnmal tiefer als der Grand Canyon. Würde ein Mensch von Verona Rupes springen, würde es 12 Minuten dauern, bis er unten angekommen ist. Dort wäre er rund 200 km/h schnell. Mit einer guten Federung kann man also den Sprung von der höchsten Klippe des Sonnensystems überleben.

Danke fürs Teilen dieses Beitrags.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.