Mond-Adventskalender: Mimas

13.Dezember: Mimas

Monde sind faszinierende Himmelskörper. Sie sind komplett aus Eis, sehen wie Schwämme aus, haben Ozeane unter ihrer Oberfläche oder Seen und Flüsse darauf. Im letzten Jahr gab es den äußerst erfolgreichen Exoplaneten-Adventskalender. Dieses Jahr gibt es laut der Abstimmung, die ich auf Twitter eine Woche liefen lies 24 Monde. 24 Monde im Sonnensystem zu besuchen, ist eine Reise von Vulkanen, die bis fast bis ins Weltall reichen, zu Geysiren, die Wasser ins All schleudern und Ozeanen, die womöglich sogar Leben beherbergen. All das sind Welten, die wir mit Robotern besuchen können und das teilweise auch schon getan haben. Direkt vor unserer kosmischen Haustür gibt es diese exotischen Welten. Also, begeben wir uns auf die abenteuerliche Reise zu 24 außergewöhnlichen Monden unseres Sonnensystems.

Viel Spaß und schöne Adventszeit!

Fast wie der Todesstern sieht der Saturnmond Mimas aus. Die graue Färbung, die runde Form und der große Krater des Mondes deuten aber eigentlich auf viel interessantere Aspekte hin. Mimas ist nämlich der kleinste bekannte Himmelskörper, der rund ist, er könnte nach Messergebnissen von Cassini einen subglazialen Ozean besitzen und er hat einen Einschlag erlebt, der ihn eigentlich hätte zerreißen soll.

Name: Mimas

Zentralkörper: Saturn

Entfernung zu Zentralkörper: 185.520 Kilometer

Umlauf um Zentralkörper: 32 Stunden, 47 Minuten, 5 Sekunden

Durchmesser: 396 Kilometer

Besucht von: Pioneer 11, Voyager 1, Voyager 2, Cassini

Besonderheiten: kleinster runder Himmelskörper, riesiger Krater, subglazialer Ozean

Der Krater Herrschel

Der Krater Herrschel ist das charakteristische Merkmal des Mondes und erinnert an den Todesstern. Er wurde allerdings erst nach dem Auftritt des Todessterns in Star Wars entdeckt. Die Ausmaße des Kraters snd ungeheuerlich. Der Wall am Rand des Kraters ist bis zu 5 Kilometer hoch, der Kraterboden liegt bis zu 10 Kilometer unter dem umliegenden Bodenniveau und der Zentralberg, der fast genau auf dem Äquator von Mimas liegt erhebt sich 6 Kilometer über den Boden. Gäbe es einen solchen Krater auf der Erde, hätte er 200 Kilometer hohe Kraterwände, sie würden also weit bis ins All reichen. Der Zentraler hätte eine Höhe von bis zu 300 Kilometern Höhe, er würde also fast bis zur ISS reichen. Der Einschlag muss Mimas fast komplett zerstört haben.

Ozean oder Football?

Die Cassini-Daten werfen ein Rätsel auf. Sie deuten darauf hin, dass sich unter der Oberfläche von Mimas entweder ein Ozean aus flüssigem Wasser befindet oder der Kern des Mondes eine unförmige Form hat, etwa die eines Footballs. Doch dies ist beim Kern nicht zu sehen. Deshalb muss sich eigentlich ein subglazialer Ozean unter der Oberfläche Mimas befinden. Doch er ist verhältnismäßig klein. So kann er eigentlich nicht genug Wärme speichern, um den Ozean flüssig zu halten. Möglich ist aber, dass  Mimas früher einen weit elliptischeren Orbit gehabt hat. Dadurch wirkten größere Gezeitenkräfte und dadurch entstanden wärmere Temperaturen. Auf jeden Fall wäre ein Ozean unter Mimas Oberfläche eine große Überraschung.

Mimas seltsame Wärmeverteilung

Diese Karte zeigt die Wärmeverteilung auf der Oberfläche Mimas. Das ist außergewöhnlich, denn normalerweise müsste die Temperatur zwar den Tag über schwanken, aber sonst ähnlich verteilt sein wir auf der Erde. Auf Mimas erinnert das Bild an einen Pac-Man, der den Krater Herrschel verschlingt. Dieser hat irgendetwas mit dem komischen Wärmebild zutun, was genau, das wissen wir noch nicht so richtig. Die Wärmeverteilung, die Entstehung von Herschel und der vermutete Ozean: Um Mimas existieren immer noch zahlreiche ungelöste Rätsel.

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