Mond-Adventskalender: Io

7.Dezember: Io

Monde sind faszinierende Himmelskörper. Sie sind komplett aus Eis, sehen wie Schwämme aus, haben Ozeane unter ihrer Oberfläche oder Seen und Flüsse darauf. Im letzten Jahr gab es den äußerst erfolgreichen Exoplaneten-Adventskalender. Dieses Jahr gibt es laut der Abstimmung, die ich auf Twitter eine Woche liefen lies 24 Monde. 24 Monde im Sonnensystem zu besuchen, ist eine Reise von Vulkanen, die bis fast bis ins Weltall reichen, zu Geysiren, die Wasser ins All schleudern und Ozeanen, die womöglich sogar Leben beherbergen. All das sind Welten, die wir mit Robotern besuchen können und das teilweise auch schon getan haben. Direkt vor unserer kosmischen Haustür gibt es diese exotischen Welten. Also, begeben wir uns auf die abenteuerliche Reise zu 24 außergewöhnlichen Monden unseres Sonnensystems.

Viel Spaß und schöne Adventszeit!

Reisen wir weiter durch das Jupiter-System und entdecken seine weiteren spannenden Monde. Hier stoßen wir auf den vielleicht seltsamsten Körper des Sonnensystems. Alleine schon der Name ist komisch: Io, mit kurzem i. Das Aussehen des Mondes übertrifft das allerdings noch. Während wir uns Io näheren offenbart sich mehr und mehr seine orangene Farbe. Doch er ist nicht einfach nur orange, er hat auch schwarze Punkte und rot ist auch noch dabei. Io wird gelegentlich als vulkanische Pizza bezeichnet und das beschreibt ihn tatsächlich auch ganz gut.

Name: Io

Zentralkörper: Jupiter

Entfernung zum Zentralkörper: 421.800 Kilometer

Umlauf um Zentralkörper: 1 Tag, 18 Stunden, 27 Minuten

Durchmesser: ca. 4643 Kilometer

Besucht von: Galileo, Pioneer 10 & 11, Voyager 1 & 2, New Horizons, Jun0

Besonderheiten: Vulkanisch aktivster Körper des Sonnensystems, trockenster Körper des Sonnensystems, flüssige Seen aus Schwefel

Vulkanisch und trocken

Io ist der vulkanisch aktivste Himmelskörper im Sonnensystem. Das ist der Grund dafür, dass es auf dem Mond populärwissenschaftlich ausgedrückt nach faulen Eiern riecht. Der Schwefel, der bei den vulkanischen Eruptionen freigesetzt wird, erzeugt diesen Geruch, den die meisten Menschen mit dem Mond verbinden. Der Auswurf, den die Vulkane speien, fliegt fast bis ins All. Raumsonden konnten Vulkanausbrüche aus dem Vorbeiflug im All filmen. Diese Ausbrüche prägen den ganzen Mond. Kein anderer Mond im Sonnensystem wird so von Vulkanismus geprägt wie Io, obwohl er nicht den größten Vulkan des Sonnensystems besitzt, das ist Olympus Mons auf dem Mars.

Für Menschen ist Io als Lebensraum jedoch sowieso etwas suboptimal, schließlich ist er auch das trockenste Objekt im Sonnensystem. Hier ist die Suche nach Leben also definitiv vergebens, dann ist es auch egal, ob es nun nach Schwefel stinkt oder nicht. Bei einem Himmelskörper, der von Vulkanen übersät und so gut wie wasserfrei ist, spielt das nur eine sekundäre Rolle. Doch woher kommt dieser extreme Vulkanismus?

Ständig in Bewegung

Wie auch Europa wird Io auf seiner Bahn um Jupiter heftig durchgeknetet. Da es auf Io keinen Eismantel gibt, entsteht hier auch kein Ozean, sondern Vulkanismus wird angeregt. Auch auf der Erde können Erdbeben oder Asteroideneinschläge eine Epoche vieler Vulkanausbrüche einläuten. Bei einem Erdbeben werden die Platten heftig durchgerüttelt, nichts anderes passiert Io bei seiner Bahn um Europa, allerdings durchgehend. Da noch keine Sonde gestartet wurde, die Io alleine untersuchen soll gibt es jedoch auch noch einige Rätsel um den Mond. Solche Sonden waren schon mehrmals vorgeschlagen, verloren in der Auswahl bisher jedoch immer wieder gegen andere Konzepte. Wahrscheinlich wird eine solche Mission in der Zukunft irgendwann umgesetzt, denn Io ist sicher einer der seltsamsten Himmelskörper des Sonnensystems.

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