Mond-Adventskalender: Hyperion

15.Dezember: Hyperion

Monde sind faszinierende Himmelskörper. Sie sind komplett aus Eis, sehen wie Schwämme aus, haben Ozeane unter ihrer Oberfläche oder Seen und Flüsse darauf. Im letzten Jahr gab es den äußerst erfolgreichen Exoplaneten-Adventskalender. Dieses Jahr gibt es laut der Abstimmung, die ich auf Twitter eine Woche liefen lies 24 Monde. 24 Monde im Sonnensystem zu besuchen, ist eine Reise von Vulkanen, die bis fast bis ins Weltall reichen, zu Geysiren, die Wasser ins All schleudern und Ozeanen, die womöglich sogar Leben beherbergen. All das sind Welten, die wir mit Robotern besuchen können und das teilweise auch schon getan haben. Direkt vor unserer kosmischen Haustür gibt es diese exotischen Welten. Also, begeben wir uns auf die abenteuerliche Reise zu 24 außergewöhnlichen Monden unseres Sonnensystems.

Viel Spaß und schöne Adventszeit!

Wir bleiben weiterhin im Saturn-System. Hier treffen wir auf einen riesigen steinernen Schwamm mitten im Weltraum. Sein Nam0e: Hyperion. Der mittelgroße Saturnmond ähnelt wegen seiner porösen Struktur massiv an einen Schwamm. Seine Drehachse schwankt chaotisch und unvorhersehbar umher und er lädt sich regelmäßig elektrisch auf. Lüften wir die Geheimnisse eines der seltsamsten Monde des Sonnensystems.

Name: Hyperion

Zentralkörper: Saturn

Entfernung zu Zentralkörper: 1.464.100 Kilometer

Umlauf um Zentralkörper: 41 Tage, 6 Stunden, 43 Minuten

Durchmesser: 266 Kilometer

Besucht von: Cassini

Besonderheiten: schwammartige Struktur, extrem porös, lädt sich regelmäßig elektrisch auf

Hyperion: Ein kosmischer Schwamm

Schon der Anblick genügt, um zu erkennen, dass Hyperion extrem porös ist. Er sieht aus wie ein Schwamm mitten im All. Die Herkunft dieses seltsamen Aussehens ist geklärt und hängt mit der Dichte und dem Aufbau Hyperions zusammen. 40% des Volumens, das Hyperion einnimmt ist leer. Daraus folgt eine extrem geringe Dichte. Auch das steinerne Material, aus dem er besteht ist nicht besonder dicht. Die Dichte Hyperions beträgt 60% der von Wassereis. Wenn also ein Asteroid auf Hyperion einschlägt, hinterlässt er keinen richtigen Krater und verdrängt Gestein. Er komprimiert das Gestein unter ihm und hinterlässt so eine Delle in der Oberfläche von Hyperion. Das wenige Material, welches gelöst wird und in die Höhe fliegt, kommt wegen der geringen Gravitation nie wieder zurück. Allgemein geht man davon aus, dass Hyperion einmal einen riesigen Impakt erlebt hat.

Ein ganzer Mond lädt sich auf

Obwohl die schwammartige Struktur des Hyperion sicher sein Hauptmerkmal ist, hat er noch eine weitere Besonderheit. Die Umlaufbahn Hyperions führt ihn für eine gewisse Zeit heraus aus Saturns Magnetosphäre und hinein in den Einflussbereich des Sonnenwindes. Dadurch lädt sich der ganze Mond regelmäßig elektrisch auf, da die Ladungsverhältnisse in Saturns Magnetosphäre und im interplanetaren Raum komplett unterschiedlich sind.

Dieses Video zeigt Bilder von Cassinis Besuch bei Hyperion im August 2011.

Obwohl er im Vergleich zu Titan winzig wirkt, ist er der achtgrößte Mond des Saturns, wie man auf diesem Bild sieht.

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