Mond-Adventskalender: Hiʻiaka

22.Dezember: Hiʻiaka

Monde sind faszinierende Himmelskörper. Sie sind komplett aus Eis, sehen wie Schwämme aus, haben Ozeane unter ihrer Oberfläche oder Seen und Flüsse darauf. Im letzten Jahr gab es den äußerst erfolgreichen Exoplaneten-Adventskalender. Dieses Jahr gibt es laut der Abstimmung, die ich auf Twitter eine Woche liefen lies, 24 Monde. 24 Monde im Sonnensystem zu besuchen, ist eine Reise von Vulkanen, die bis fast bis ins Weltall reichen, zu Geysiren, die Wasser ins All schleudern und Ozeanen, die womöglich sogar Leben beherbergen. All das sind Welten, die wir mit Robotern besuchen können und das teilweise auch schon getan haben. Direkt vor unserer kosmischen Haustür gibt es diese exotischen Welten. Also, begeben wir uns auf die abenteuerliche Reise zu 24 außergewöhnlichen Monden unseres Sonnensystems.

Viel Spaß und schöne Adventszeit!

Wir reisen weiter durch die Tiefen des Kuipergürtels und stoßen auf einen Zwergplaneten namens Haumea. Er besitzt zwei Monde, Namaka und Hiʻiaka. Der größere von ihnen, Hiʻiaka hat immerhin schon 1/5 des Durchmessers von Haumea selbst, aber nur 0,45% so viel Masse. Daher besteht Hiʻiaka vermutlich aus einer Substanz mit einer sehr geringen Dichte. Die geringe Dichte könnte jedoch auch auf die Entstehung des Mondes zurückgehen, die uns ebenfalls noch Rätsel aufwirft.

Name: Hiʻiaka

Zentralkörper: Haumea

Entfernung zu Zentralkörper: 49.880 Kilometer

Umlauf um Zentralkörper: 49 Tage, 11 Stunden, 5,3 Minuten

Durchmesser: 310 Kilometer

Besucht von: –

Besonderheiten: reines Wassereis auf der Oberfläche, Fragment von Haumea

Reines Wassereis auf Hiʻiaka?

Etwas auf der Oberfläche von Hiʻiaka hat die Forscher verwirrt. Sie fanden dort reines Wassereis in großen Mengen. Das ist im Kuipergürtel mehr als ungewöhnlich. Auch das Hubble-Weltraumteleskop fand durch Untersuchung der Spektrallinien Wassereis auf der Oberfläche des Mondes, mindestens genau so viel wie auf Haumea selbst. Das kristalline Wassereis bedeckt somit wahrscheinlich fast seine ganze Oberfläche. Gestützt wird das durch ihre Helligkeit. 80% des Lichts werden reflektiert. Die Herkunft des Wassereises in dieser Form mitten im Kuipergürtel ist jedoch nach wie vor ein Rätsel.

Ist Hiʻiaka ein Fragment von Haumea?

Doch das ist nicht das einzige Rätsel um Hiʻiaka. Die seltsamen Spektrallinien machen es extrem unwahrscheinlich, dass Haumea den Mond einfach eingefangen hat. Favorisiert wird eine andere Theorie. Ein große Einschlag eines anderen Kuipergürtel-Objektes mit Haumea soll Fragmente aus dem Zwergplaneten herausgeschleudert haben. So hätten die Monde Hiʻiaka und Namaka entstehen können. Doch vollends geklärt ist die Frage noch nicht, genauso wenig wie die des reinen Wassereises, denn duch Fernbeobachtung lassen sich solche Dinge schlecht herausfinden.

Eine Mission zu Haumea?

Es gab bisher noch keine Mission zu Haumea und seinen Monden. Könnte das sich in naher Zukunft ändern? Ja, denn es gibt eine Studie zu einer Vorbeiflugssonde für Haumea, ähnlich wie New Horizons für Pluto. Eine solche Sonde könnte im September 2025 starten und nach einem Swing-By-Manöver am Jupiter nach einer Reisezeit von 14,25 Jahren das Haumea-System erreichen. Eine Flugzeit von immerhin 16,45 Jahren kann erreicht werden, wenn die Sonde 2026, 2037 oder 2038 startet.

Eine solche Sonde wäre mit Radionuklidbatterien ausgestattet und würde wahrscheinlich mit der Schwerlastrakete SLS starten. Der konkreteste Plan ist die vorgeschlagene Flagship-Mission Neptun-Triton-KBO der NASA, die Neptun und Triton auf neuestem Stand der Technik intensiv erforschen und danach Objekte im Kuipergürtel anfliegen würde.

Hier eine interessante Online-Diskussion über eine mögliche Mission zu Haumea und seinen Monden.

Danke fürs Teilen dieses Beitrags.

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