Mond-Adventskalender: Ganymed

9.Dezember: Ganymed

Monde sind faszinierende Himmelskörper. Sie sind komplett aus Eis, sehen wie Schwämme aus, haben Ozeane unter ihrer Oberfläche oder Seen und Flüsse darauf. Im letzten Jahr gab es den äußerst erfolgreichen Exoplaneten-Adventskalender. Dieses Jahr gibt es laut der Abstimmung, die ich auf Twitter eine Woche liefen lies 24 Monde. 24 Monde im Sonnensystem zu besuchen, ist eine Reise von Vulkanen, die bis fast bis ins Weltall reichen, zu Geysiren, die Wasser ins All schleudern und Ozeanen, die womöglich sogar Leben beherbergen. All das sind Welten, die wir mit Robotern besuchen können und das teilweise auch schon getan haben. Direkt vor unserer kosmischen Haustür gibt es diese exotischen Welten. Also, begeben wir uns auf die abenteuerliche Reise zu 24 außergewöhnlichen Monden unseres Sonnensystems.

Viel Spaß und schöne Adventszeit!

Von den vier Galileischen Monden, also den Monden, die schon Galilei entdeckte, haben wir nun drei kennengelernt, Europa, Io und Callisto. Doch der Größte der vier fehlt uns noch. Ganymed ist der größte Mond des Sonnensystems und nimmt aufgrund seiner Größe eine Sonderrolle unter den Monden ein. Und auch unter seiner Oberfläche gibt es einen verborgenen Ozean liegen. Sein Hauptmerkmal jedoch ist ein anderes.

Name: Ganymed

Zentralkörper: Jupiter

Entfernung zum Zentralkörper: 1.070.400 Kilometer

Umlauf um Zentralkörper: 7 Tage, 3 Stunden

Durchmesser: 5262,4 Kilometer

Besucht von: Pioneer 10 & 11 (Vorbeiflug), Voyager 1 & 2 (Vorbeiflug), JUICE (geplant)

Besonderheiten: Größter Mond des Sonnensystem, einziger Mond mit starkem Magnetfeld, Ozean unter der Oberfläche

Der größte Mond des Sonnensystems

Eigentlich wäre Ganymed ein Planet. Er ist größer als der Planet Merkur und würde damit zweifellos zu den Planeten zählen. Im Vergleich zu seinem Planeten, Jupiter ist er jedoch winzig. Unabhängig davon verleiht im seine Größe jedoch Eigenschaften, die eigentlich nur Planeten haben. Das markanteste Merkmal ist die Tatsache, dass er über ein Magnetfeld verfügt. Nur drei Gesteinskörper im Sonnensystem haben das, der Merkur, die Erde und Ganymed. Noch nicht einmal die Venus, die fast die Größe der Erde hat, kann ein Magnetfeld aufweisen. Doch im Schatten seines riesigen Wirtsplaneten spielt das Magnetfeld Ganymeds keine große Rolle. Dennoch ist er der einzige Mond, der ein starkes Magnetfeld hat, was ihn zu etwas Besonderem unter den Monden macht.

Ganymed ist tektonisch aktiv, allerdings besitzt er zwei Kontinentalplatten. An den Orten, an denen sie zusammentreffen, befinden sich ausgeprägte Gebirgszüge. Früher hat es auf ihm vermutlich mal Vulkane gegeben, die Eis spien. Die gesamte Oberfläche ist von einer hunderte Kilometer dicken Eisschicht umhüllt. Ganymed besitzt auch eine extrem dünne Atmosphäre aus Sauerstoff. Dieser entsteht dadurch, dass Sonnenlicht die Wassermoleküle auf der Oberfläche Ganymeds spaltet, dabei entsteht Sauerstoff und Wasserstoff. Wasserstoff ist leicht und entweicht in den Weltraum, den Sauerstoff kann Ganymed halten. So entsteht eine dünne Atmosphäre.

 Ein unbekannter Ozean

Wie viele Monde im äußeren Sonnensystem ist auch Ganymed von einem dicken Eispanzer bedeckt. Auch in seinem Innern gibt es einen Ozean aus flüssigem Wasser. Über den wird bald wesentlich mehr bekannt sein, denn in den 2020ern wird die ESA-Raumsonde JUICE ihn intensiv untersuchen. Neben seinem Magnetfeld ist die Erforschung seines Ozeans eines der wissenschaftlichen Hauptziele der Mission. Das genaue Volumen des Ozeans ist unklar, jedoch wird vermutet, dass es größer ist als das aller irdischen Ozeane zusammen. Die genaue Menge wird JUICE sicher ermitteln. So hat die Erforschung des größten Jupitermondes eine sehr vielversprechende Zukunft. Vielleicht stellt sich ja heraus, dass in mehreren Ozeanen im Sonnensystem Leben entstanden ist. Das wäre wirklich eine der größten Sensationen in der Geschichte der Menschheit.

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