Mond-Adventskalender: Enceladus

12.Dezember: Enceladus

Monde sind faszinierende Himmelskörper. Sie sind komplett aus Eis, sehen wie Schwämme aus, haben Ozeane unter ihrer Oberfläche oder Seen und Flüsse darauf. Im letzten Jahr gab es den äußerst erfolgreichen Exoplaneten-Adventskalender. Dieses Jahr gibt es laut der Abstimmung, die ich auf Twitter eine Woche liefen lies 24 Monde. 24 Monde im Sonnensystem zu besuchen, ist eine Reise von Vulkanen, die bis fast bis ins Weltall reichen, zu Geysiren, die Wasser ins All schleudern und Ozeanen, die womöglich sogar Leben beherbergen. All das sind Welten, die wir mit Robotern besuchen können und das teilweise auch schon getan haben. Direkt vor unserer kosmischen Haustür gibt es diese exotischen Welten. Also, begeben wir uns auf die abenteuerliche Reise zu 24 außergewöhnlichen Monden unseres Sonnensystems.

Viel Spaß und schöne Adventszeit!

Wir bleiben im Saturnsystem und entdecken einen seiner weiteren spannenden Monde. Enceladus ist der Mond, der Saturns Ringe speist. Der schneeweiße Eismond besitzt gewaltige Fontänen, die Wassereis hunderte von Kilometern in die Höhe schießt, Seen, nur wenige Kilometer unter der Oberfläche und womöglich sogar Leben. Das klingt doch nach einem äußerst interessanten Mond, über den man mehr erfahren möchte. Die Raumsonde Cassini flog nur 25 Kilometer über der Oberfläche an Enceladus vorbei, mitten durch eine Fontäne und konnte das ausgestoßene Wasser analysieren – zumindest in diesem Wasser befindet sich kein Leben. Doch es gibt noch Hoffnung.

Name: Enceladus

Zentralkörper: Saturn

Entfernung zu Zentralkörper: 237.948 Kilometer

Umlauf um Zentralkörper: 1 Tag, 8 Stunden, 53 Minuten

Durchmesser: 504 Kilometer

Besucht von: Cassini

Besonderheiten: Kyrovulkanismus, Seen aus flüssigem Wasser, Fontänen, hydrothermale Quellen, größter Albedo im Sonnensystem

Fontänen aus dem Innern

Das Wasser aus den Fontänen, die Cassini in der Südpolarregion des Enceladus fand stammt nicht aus dem Innern des Mondes, sondern liegt nur wenige Meter unter der Oberfläche in kleinen Kammern, die aufplatzen, wenn der Druck zu groß wird. Aus irgendeinem Grund reicht die Temperatur dort aus, um Wasser zum Schmelzen zu bringen, wieso das so ist, wissen wir nicht. Die Fontänen schleudern das Eis wegen der geringen Schwerkraft bis ins All, wie Cassini am eigenen Leib erfahren durfte. Das Eis ist es, welches die Saturnringe bildet. Eigentlich dürften die Saturnringe kein stabiles Phänomen sein. Teile der Ringe verlassen den Saturn oder stürzen in ihn. Also dürften die Ringe heute gar nicht mehr existieren. Doch der Kryovulkanismus des Enceladus liefert Nachschub.

Die Analyse des Wassers, während Cassini durch eine Fontäne flog ergab, dass dieses Wasser kein Leben beherbergt. Logisch, es befindet sich ja auch nur wenige Meter unter der Oberfläche. Hier kann Leben unmöglich bestehen, denn hier ist es zum Beispiel kosmischer Strahlung schutzlos ausgeliefert. Heißt das nun, dass Enceladus kein Leben beherbergt? Nicht zwingend, es gibt noch Hoffnung.

Ein globaler Ozean?

Denn viel tiefer unter der Eiskruste von Enceladus könnte es ein globalen Ozean geben. Hier könnten ähnliche Bedingungen wie im Ozean von Europa oder Ganymed herrschen. Am Boden des Ozeans könnten sich hydrothermale Quellen befinden, die Wärme spenden – und auch einen potentiellen Lebensraum für Lebewesen. Vermutlich dreht sich der Mantel unabhängig vom Kern, was nur mit einem Ozean möglich ist. Am besten passt zu den Ergebnissen ein Ozean mit einer Tiefe von 10 Kilometern, der unter 30 bis 40 Kilometern Eis liegt. So stehen die Chancen für Leben auf Enceladus nicht schlecht, was ein vorgeschlagenes Projekt mit dem pragmatischen Namen Enceladus Life Finder verdeutlichen soll. Enceladus ist einer der Orte im Sonnensystem, die für die Entstehung von Leben am besten geeignet sind. Doch ob Leben immer entsteht, wenn die richtigen Bedingungen vorherrschen oder ob auch der Zufall eine Rolle spielt, das werden wir erst wissen, wenn wir welches außerhalb der Erde entdeckt haben.

Danke fürs Teilen dieses Beitrags.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.