Mond-Adventskalender: Dactyl

5.Dezember: Dactyl

Monde sind faszinierende Himmelskörper. Sie sind komplett aus Eis, sehen wie Schwämme aus, haben Ozeane unter ihrer Oberfläche oder Seen und Flüsse darauf. Im letzten Jahr gab es den äußerst erfolgreichen Exoplaneten-Adventskalender. Dieses Jahr gibt es laut der Abstimmung, die ich auf Twitter eine Woche liefen lies 24 Monde. 24 Monde im Sonnensystem zu besuchen, ist eine Reise von Vulkanen, die bis fast bis ins Weltall reichen, zu Geysiren, die Wasser ins All schleudern und Ozeanen, die womöglich sogar Leben beherbergen. All das sind Welten, die wir mit Robotern besuchen können und das teilweise auch schon getan haben. Direkt vor unserer kosmischen Haustür gibt es diese exotischen Welten. Also, begeben wir uns auf die abenteuerliche Reise zu 24 außergewöhnlichen Monden unseres Sonnensystems.

Viel Spaß und eine schöne Adventszeit!

Wir bewegen uns weiter nach außen in die äußeren Bezirke des Asteroidengürtels. Dabei stoßen wir auf einen Asteroiden namens Ida. Um ihn wurde 1994 der erste Asteroidenmond entdeckt – durch eine Raumsonde namens Galileo. Galileo war nur auf der Durchreise im Asteroidengürtel und auf dem Weg zum Jupiter, als er Ida passierte und ihren Mond, Dactyl entdeckte. Galileo nahm 47 Aufnahmen des Mondes auf. Die Oberfläche des Mondes ist nur so groß wie die deutsche Nordseeinsel Baltrum, aber sie ist übersät von großen Kratern.

Name: Dactyl

Zentralkörper: Ida

Entfernung zum Zentralkörper: 108 Kilometer

Umlauf um Zentralkörper: ca.37 Stunden (geschätzt)

Durchmesser: 1,4 Kilometer

Besucht von: Galileo

Besonderheiten: fast perfekter Ellipsoid, erster entdeckter Asteroidenmond

Dactyl: Übersät von Kratern

Die -73°C kalte Oberfläche von Dactyl ist übersät mit riesigen Kratern, die beiden größten sind Acmon (280 m) und Celmis (160 m). Bei einigen Kratern liegt die Vermutung nahe, dass sie durch abgesprengte Fragmente von Ida verursacht wurden, die Dactyl trafen. Im Zentrum dieser Krater befinden sich Berge, wie man es eigentlich nur von wesentlich massereicheren Objekten kennt. Wegen der großen Anzahl an Kratern, vermutet man eine ziemlich alte Oberfläche.

Wie das System von Ida und Dactyl entstanden ist, ist noch unklar. Womöglich gab es vor langer Zeit in der Region einen großen Körper, vielleicht ein Zwergplanet, der zerstört wurde und so Ida, Dactyl und die anderen umliegenden Asteroiden bildete. Krater lassen jedoch auch darauf schließen, dass Ida vor circa 100 Millionen Jahren einen großen Einschlag erlebt hat. Die Kraft dieses Impaktes war vermutlich groß genug, um die Masse des Asteroiden beträchtlich zu verkleinern und womöglich einen Mond in seine Umlaufbahn zu schleudern. Dass Ida den Mond einfing, wie in etwas Mars den Phobos erscheint mathematisch als äußerst unwahrscheinlich. Der einzige Fall in dem ein solches Szenario möglich wäre, ist ein dritter Körper, der die Geschwindigkeit von Dactyl reduzieren würde. Daher ist diese Entstehungsgeschichte heute so gut wie vom Tisch.

Fast perfekter Ellipsoid

Dactyl ist nicht groß. Sein Durchmesser beträgt lediglich 1,4 Kilometer. Solche Himmelskörper sind normalerweise unregelmäßig geformt und sehen wie große schmutzige Kartoffeln aus. Doch so nicht Dactyl. Er bildet einen fast perfekten Ellipsoid, also einen dreidimensionale Version einer Ellipse. Zusätzlich kommt noch die Tatsache, dass im Zentrum der Krater von Dactyl Zentralberge sind, was ebenfalls bei kleinen Körpern eine Seltenheit ist. Obwohl bereits eine Raumsonde Ida und Dactyl beobachtete gibt es also noch viele Fragen. Doch bevor Menschen in den Asteroidengürtel vordringen werden aber sicher noch einige Jahrzehnte vergehen.

 

Danke fürs Teilen dieses Beitrags.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.