Mond-Adventskalender: Callisto

8.Dezember: Callisto

Monde sind faszinierende Himmelskörper. Sie sind komplett aus Eis, sehen wie Schwämme aus, haben Ozeane unter ihrer Oberfläche oder Seen und Flüsse darauf. Im letzten Jahr gab es den äußerst erfolgreichen Exoplaneten-Adventskalender. Dieses Jahr gibt es laut der Abstimmung, die ich auf Twitter eine Woche liefen lies 24 Monde. 24 Monde im Sonnensystem zu besuchen, ist eine Reise von Vulkanen, die bis fast bis ins Weltall reichen, zu Geysiren, die Wasser ins All schleudern und Ozeanen, die womöglich sogar Leben beherbergen. All das sind Welten, die wir mit Robotern besuchen können und das teilweise auch schon getan haben. Direkt vor unserer kosmischen Haustür gibt es diese exotischen Welten. Also, begeben wir uns auf die abenteuerliche Reise zu 24 außergewöhnlichen Monden unseres Sonnensystems.

Viel Spaß und schöne Adventszeit!

Wir setzen unsere Reise durch das Jupiter-System fort. Bis jetzt hat uns Jupiter zwei der eigentümlichsten Welten des Sonnensystems gezeigt, Europa mit seinem Ozean aus flüssigem Wasser und Io mit seinen vielen Vulkanen. Unser nächstes Ziel, Callisto hat kein so offensichtliches Merkmal, welches ihn ausmacht, was ihn manchmal im Gegensatz zu seinen Nachbarn sogar etwas langweilig aussehen lässt. Doch er gibt seine Geheimnisse erst bei näherem Hinsehen preis.

Name: Callisto

Zentralkörper: Jupiter

Entfernung zum Zentralkörper: 1.882.700 Kilometer

Umlauf um Zentralkörper: 16 Tage, 16 Stunden

Durchmesser: 4820,6 Kilometer

Besucht von: Pioneer 10 & 11 , Voyager 1 & 2, Galileo, JUICE (geplant)

Besonderheiten: Einziger großer Jupitermond außerhalb des Strahlungsgürtels, Kraterreichster Körper des Sonnensystems

Ein salziger Ozean

Auch bei Callisto ist ein Ozean unter der Oberfläche möglich, denn auch er ist von einer Eisschicht überzogen. Er hat ein sehr kleines Magnetfeld, was darauf hindeutet, dass sich in seinem Innern eine elektrisch leitende Flüssigkeit befindet, zum Beispiel Salzwasser. Zwar sind die Bedingungen zur Entstehung von Leben nicht ganz so günstig wie die auf (oder besser gesagt unter) Europa, aber dennoch lohnt es sich mal nach zu sehen. Das sieht auch die europäische Raumfahrtorganisation ESA so. Sie möchte in den frühen 2020ern eine Mission namens JUICE (Jupiter Icy Moon Explorer) ins Jupiter-System schicken. Sie soll die Monde Europa, Ganymed und Callisto besuchen. Zwar scheint Callisto nicht so geeignet für die Entstehung von Leben sein, aber für die Ansiedlung von Leben, womöglich schon, denn Callisto hat einen großen Vorteil gegenüber den anderen großen Monden des Jupiters.

Außerhalb des Strahlungsgürtels

Jupiter ist der größte Planet unseres Sonnensystems. Umgeben wird er von einem riesigen Strahlungsgürtel, der weit aus der Umgebung des Planeten herausreicht. Auch die Erde hat einen solchen Strahlungsgürtel, den sogenannten Van-Allen-Gürtel. Doch der des Jupiters ist viel stärker. Die Strahlung würde einen Menschen dort innerhalb eines Tages töten. Europa, Ganymed und Io kreisen innerhalb dieses Gürtels. Potentiellem Leben im Ozean Europas schadet dieser Umstand nicht. Die dicke Eisschicht würde die Lebensformen vollständig von der Strahlung abschirmen. Aber menschliche Existenz auf der Oberfläche dieser Monde wäre dadurch ausgeschlossen. Callisto kreist als einziger der großen Monde des Jupiters nicht in seinem Strahlungsgürtel, was ihn für die NASA interessant macht. Sollten wir Menschen mal bemannt ins äußere Sonnensystem vordringen, wäre Callisto eine Ideale Basis, auf der Menschen unter relativ ähnlichen Bedingungen wie auf dem Mars leben und Rohstoffe abbauen könnten. Die NASA (und ich in meinen Beitrag für den ScienceBlogs-Schreibwettbewerb 2018) befasste sich schon einmal mit den Problemen einer solchen Mission. Bis wirklich Menschen auf Callisto waten, werden aber noch viele Jahrzehnte vergehen.

Danke fürs Teilen dieses Beitrags.

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