Mond-Adventskalender: Amalthea

10.Dezember: Amalthea

Monde sind faszinierende Himmelskörper. Sie sind komplett aus Eis, sehen wie Schwämme aus, haben Ozeane unter ihrer Oberfläche oder Seen und Flüsse darauf. Im letzten Jahr gab es den äußerst erfolgreichen Exoplaneten-Adventskalender. Dieses Jahr gibt es laut der Abstimmung, die ich auf Twitter eine Woche liefen lies 24 Monde. 24 Monde im Sonnensystem zu besuchen, ist eine Reise von Vulkanen, die bis fast bis ins Weltall reichen, zu Geysiren, die Wasser ins All schleudern und Ozeanen, die womöglich sogar Leben beherbergen. All das sind Welten, die wir mit Robotern besuchen können und das teilweise auch schon getan haben. Direkt vor unserer kosmischen Haustür gibt es diese exotischen Welten. Also, begeben wir uns auf die abenteuerliche Reise zu 24 außergewöhnlichen Monden unseres Sonnensystems.

Viel Spaß und schöne Adventszeit!

Die vier größten Monde des Jupiters haben wir in den letzten vier Tagen kennengelernt. Doch Jupiter hat noch mehr Monde, zwar kleiner, aber nicht weniger spannend. Einer davon ist Amalthea. Amalthea hat eine tiefrote Färbung, intensiver als der Mars, er hat Krater, die fast so groß sind wie der Mond selbst und sie strahlt mehr Wärme ab, als sie von der Sonne überhaupt empfängt. Amalthea ist also ein äußerst seltsamer Mond, aber auch ein spannender Mond, über den es sich lohnt mehr zu erfahren.

Name: Amalthea

Zentralkörper: Jupiter

Entfernung zu Zentralkörper: 181.400 Kilometer

Umlauf um Planeten: 11 Stunden, 47 Minuten

Durchmesser: 167 Kilometer

Besucht von: Galileo, Voyager 1 (Vorbeiflug)

Besonderheiten: Tiefrote Färbung, riesige Krater, strahlt mehr Wärme ab als er empfängt

Tiefrote Kartoffel

Amalthea ist einer der kleineren Monde des Jupiters, sein Durchmesser beträgt nur 167 Kilometer. Dem entsprechend ist er auch nicht rund, sondern hat eher die Färbung einer Kartoffel. Wie sich auf den Aufnahmen der Raumsonde Voyager 1 unschwer erkennen lässt, hat Amalthea eine tiefrote Färbung. Vermutlich kommt die Farbe von Schwefelablagerungen am Boden des Mondes. Den Schwefel hat vermutlich der Jupitermond Io bei Vulkanausbrüchen ausgestoßen. Aufgrund der geringeren Gravitation können Monde Staub und Felsbrocken bei Vulkanausbrüchen bis ins All schleudern. Teile des Schwefels könnten sich auf Amalthea abgelagert haben und ihr die rote Färbung verliehen haben. Doch neben den roten Bereichen befinden sich auch einige grüne Bereiche. Woher diese grüne Farbe kommt, ist völlig unbekannt.

Durch direkte Beobachtung entdeckt

Amalthea wurde als fünfter Mond des Jupiters, nach den vier Galileischen Monden Ganymed, Callisto, Io und Europa entdeckt. Er ist auch der letzte Mond, der durch direkte Beobachtung entdeckt wurde. Alle nachfolgenden Monde wurden durch Fotografien von der Erde, aus dem Orbit oder von Raumsonden entdeckt. Doch Details ließen sich erst im Weltraumzeitalter durch Raumsonden erkennen, vor allem durch Galileo, aber auch durch Voyager 1, die den Mond passierte und viele Oberflächenmerkmale feststellte.

Spannende Oberfläche

Neben der Färbung ist das Terrain sehr interessant. Amalthea weist viele Krater, Erhebungen und Schluchten auf. Das auffälligste Merkmal ist der Krater Pan. Er hat einen Durchmesser von 100 Kilometern, nur zu Erinnerung, der ganze Mond hat nur 167 Kilometer! Ein weiterer Einschlagskrater Namens Gaea hat einen Durchmesser von 80 Kilometern. Er ist 16 Kilometer tief. Würde man einen kleinen Stein in den Kratern Gaea werfen und ihn an der Innenwand herabrollen lassen, würde es aufgrund der geringeren Schwerkraft und der enormen Tiefe 10 Minuten dauern, bis er am Boden ankommt.

Auf Amalthea gibt es Berge mit einer Höhe von bis zu 20 Kilometern. Diese Unebenheiten schlagen sich in der Form Amaltheas nieder. Der größte Durchmesser Amaltheas beträgt 250 Kilometer, der kleinste Durchmesser 128 Kilometer. Bei keinem anderen Mond im Sonnensystem ist der Unterschied so groß.

Seltsamer Aufbau

Die große Differenz zwischen dem größten und dem kleinsten Durchmesser deutet darauf hin, dass Amalthea recht fest ist und vom Aufbau her einem Planetoiden gleicht. Doch ein Rätsel bleibt noch. Warum strahlt Amalthea mehr Wärme aus, als der überhaupt von der Sonnen empfängt? Woher kommt die Wärme? Eine Vermutung ist, dass Jupiters Magnetfeld elektrische Ströme im inneren von Amalthea hervorruft, was die zusätzliche Wärme erklären würde. Alles in einem lässt sich sagen, dass Amalthea ein ziemlich seltsamer Mond ist.

In etwa so sieht es auf der Oberfläche von Amalthea aus.

Danke fürs Teilen dieses Beitrags.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.