Milchstraße

Milchstraße droht schon deutlich früher Galaxien-Crash

Galaktische Kollisionen

Die Milchstraße ist unsere kosmische Heimat. Sie ist eine riesige Spiralgalaxie, die womöglich 300 Milliarden Sterne beherbergt. Und sie ist bei guten Lichtverhältnissen als leuchtender Schleier am Nachthimmel zu sehen. Es scheint, als wäre sie absolut unveränderlich. Doch sie wird nicht ewig so am Nachthimmel stehen. Auch Galaxien verändern sich. Dass unserer Milchstraße eine Kollision droht wissen wir schon seit längerer Zeit, nämlich mit der Andromeda-Galaxie in etwa 4 Milliarden Jahren. Doch ein Crash droht der Milchstraße schon viel früher, wie man jetzt herausfand. Zwar nicht mit der Andromeda-Galaxie, sondern mit der großen Magellanschen Wolke. Sie ist eine Satellitengalaxie der Milchstraße und enthält mit 15 Milliarden Sternen viel weniger Sterne als sie. Momentan entfernt sie sich von uns. Doch es gibt Hinweise, dass sich dieser Trend irgendwann umdrehen könnte.

Dunkle Materie schuld

Bisher dachte man, die Große Magellansche Wolke würde entweder noch mehrere Milliarden Jahre um die Milchstraße kreisen oder sie irgendwann wieder verlassen. Doch dabei berücksichtigte man nicht den Anteil der Dunklen Materie in der Satellitengalaxie. Er verändert den Verlauf der Bahn, sodass die Große Magellansche Wolke in einer Milliarde Jahren ihre Bewegungsrichtung umkehren und in 2,4 Milliarden Jahren mit der Milchstraße kollidieren wird. Die Erde wird zu dieser Zeit jedoch durch das Aufblähen der Sonne zum Roten Riesen schon nicht mehr bewohnbar sein.

Massive Veränderungen

Diese Kollision wird die Milchstraße massiv verändern. Ihre Struktur als Spiralgalaxie wird sie beibehalten, dafür ist die Große Magellansche Wolke zu klein. Jedoch werden viele Sterne und Gaswolken in das Schwarze Loch in das Galaktischen Zentrum der Milchstraße fallen. Das wird dadurch quasi „erweckt“. Es wird um das achtfache an Masse zunehmen, dadurch wird es aktiv werden und Strahlenausbrüche erzeugen. Dann entsteht im Zentrum der Milchstraße ein Quasar, ein aktives Galaktisches Zentrum. Der Quasar wird der Sonne nicht gefährlich werden, aber die Kollision gefährdet sie auf andere Weise.

Durch die Sterne, die neu in die Milchstraße eindringen, werden die Gravitationsverhältnisse durcheinander kommen. Viele Sterne werden aus der Galaktischen Ebene geschleudert. Sie werden in eine Region außerhalb der Scheibe unserer Milchstraße geschleudert, den sogenannten Halo. Im Halo befinden sich weniger Sterne, dafür besonders viele sehr Alte: Weiße Zwerge, Neutronensterne, Braune Zwerge und Vagabundierende Planeten. Auch unsere Sonne könnte in den Halo geschleudert werden. Der Halo wird vermutlich um das fünffache an Masse anwachsen.

Längst überfällig

Für eine Galaxie der Größenordnung unserer ist diese Kollision schon lange überfällig. Sie hat sich bisher vergleichsweise wenige Galaxien einverleibt. Dadurch ist unsere Galaxis zwar relativ reich an Sternen, aber das Schwarze Loch und der Halo sind verhältnismäßig sehr klein. Die Kollision mit der Großen Magellanschen Wolke wird unsere Galaxis also zu einer normalen Galaxie machen. Spektakulär wird die Kollision am Nachthimmel sicher – egal von welchem Planeten wir sie dann beobachten können.

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