Künstliche Intelligenz in der Medizin auf dem Vormarsch

Künstliche Intelligenz in Allen Lebensbereichen

Die Künstliche Intelligenz ist in alle Lebensbereiche vorgedrungen. Unser Lifestyle wird schon lange von ihr gesteuert, im All leitet KI wissenschaftliche Experimente und das gesamte Börsenwesen, die Produktion und allgemein alle wirtschaftlichen Prozesse werden mithilfe von künstlicher Intelligenz betrieben. Auch die Medizin ist betroffen. Kann künstliche Intelligenz aus dem Erbgut eines Menschen Gendefekte uns Anfälligkeiten herauslesen? Ja.

Jeder kann sein Genom kartieren und auf einem Chip abspeichern lassen. So kann man quasi die digitale Version seiner selbst mit sich herum tragen. Doch noch ist es nicht möglich Krankheiten wie Krebs vor der Entstehung im Erbgut zu finden. Denn es gibt dort einfach nichts zu finden. Ein kausaler Zusammenhang zwischen Erbgut und der Frage, ob man irgendwann einmal Krebs bekommt existiert nicht. Zwar lässt sich im kartierten Erbgut ziemlich genau feststellen, ob jemand beispielsweise irgendwann einmal Mukoviszidose bekommt (was für viele übrigens ein Grund ist, ihr Erbgut nicht zu kartieren), doch der ganz große Wurf ist das nicht. Werden wir Krebs also niemals erkennen, bevor er entsteht? Es gibt Hoffnung.

Künstliche Intelligenz
Gensequenzierungen werden zum medizinischen Standard.

Auch für Krebs gibt es Hoffnung

Doch auch bei Krankheiten wie Krebs gibt es Hoffnung für den Einsatz der KI. Beispielsweise kann Künstliche Intelligenz schon jetzt die Ergebnisse einer Mammografie schon 30 Mal schneller auswerten als ein menschlicher Arzt und hat dabei einer geringere Fehlerquote. In der Diagnostik sind Künstliche Intelligenzen also Experten, aber wie sieht es mit der Behandlung aus? Normalerweise erfolgt diese durch eine Chemotherapie, von der es allerdings verschiedene gibt, die alle unterschiedlich anschlagen. Hier kann die Künstliche Intelligenz mit 70% Wahrscheinlichkeit die ideale Dosierung berechnen. Das hört sich wenig an, liegt aber deutlich über der Zufallswahrscheinlichkeit. Durch die richtige Behandlung werden so Leben gerettet und das Gesundheitssystem spart jährlich 78 Millionen Euro.

Gensequenzierung bahnbrechend

Unsere Fähigkeit uns selbst, alles was uns ausmacht auf einen Stick zu packen ist beeindruckend. Die Kosten für so etwas sind dramatisch gefallen, momentan liegen sie bei 5000 Euro, die erste Gensequenzierung kostete 100.000 Dollar. Mittlerweile wird nicht mehr das gesamte menschliche Erbgut sequenziert, denn die Auswertung dauerte viel zu lange und kein Stick der Welt hätte eine solche Speicherkapazität. Nur 1% des Genoms enthalten alle 23.000 menschliche Gene. So sinken die Kosten schnell und werden bald eine Schwelle erreichen, ab der die Gensequenzierung zum medizinischen Standard wird.

Ethische Fragen

Wohl jeder medizinische Fortschritt wirft ethische Fragen auf. Eine Zeit lang waren sogar Organtransplantationen und Chemotherapien ethisch umstritten. Auch die gehören heute zum medizinischen Standard. Doch im Gegensatz zu den meisten Dingen, die der Medizin ethische Fragen aufwerfen, ist die Gensequenzierung bereits angewandt. Doch die Behandlung hängt der Diagnostik hinterher. Selbst wenn wir heute bereits unheilbare Krankheiten vorhersagen können, bevor sie entstehen, macht sie das nicht weniger unheilbar. Was soll man machen, wenn die Gensequenzierung ergibt, dass man in fünf Jahren an einer nicht heilbaren Krankheit erkrankt?

Genaue Analyse

Um zu demonstrieren wie genau eine solche Gensequenzierung arbeitet, nehmen wir mal ein Beispielfall. Bei einer Gensequenzierung kam heraus, dass Mutationen in der mütterlichen und der väterlichen Version des Gens SH3TC2 liegen. Betroffen ist Genbaustein Nummer 148402474 und Genbaustein Nummer 148368628.

Ein anderes Beispiel ist Craig Venter, ein Pionier der Genetik. Bei seiner Gensequenzierung kam heraus, dass er später an einem Herzleiden, an dem auch sein Vater litt erkranken wird, welches zu einem plötzlichen Herzinfarkt führen kann. So etwas ist lebensgefährlich, aber wenn man es erkennt bevor es auftaucht kein Problem. Seitdem nimmt er cholesterinsenkende Mittel.

Auch wissenschaftlich haben Gensequenzierungen einen Wert. So sind sich Menschen genetisch weniger ähnlich als gedacht. Man ging davon aus, dass das Erbgut zweier zufällig ausgewählter Menschen sich zu 99,9% gleicht, stattdessen sind es nur 98%.

KI ist ein elementarer Bestandteil der Medizin. Eines Tages wird die Speicherkapazität unserer Computer Platz für unser komplettes Genom haben. Dann ist die Mauer zwischen Mensch und Maschine gefallen. Der komplette Mensch kann dann in einen Androidenkörper kommen. Das wird wohl einer der größten Fortschritte der Menschheitsgeschichte und er könnte in diesem Jahrhundert Realität werden.

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