Ist Asteroiden-Abwehr möglich?

Asteroiden-Abwehr: Vorbereitung auf die Katastrophe

Es ist ein Schreckensszenario: Ein mehrere Kilometer großer Asteroid befindet sich auf Kollisionskurs mit der Erde. Viele Spezies sind dem kosmischen Geröll schon zum Opfer gefallen. Könnte die Menschheit irgendwann dazu gehören? Nein, sagen die großen Raumfahrtorganisationen dieser Welt, denn wir könnten mit einer Asteroiden-Abwehr unser Schicksal selbst in die Hand nehmen. Würden wir im Extremfall tatsächlich überleben? Die NASA und die ESA möchten das ausprobieren. Insgesamt gibt es zwei aktuelle Projekte, die einen Asteroiden von sein Bahn ablenken soll. Eins aus Forschungszwecken, eins mit etwas tieferen Hintergründen. Wenn uns nichts anderes auslöscht, dann tut es ein Asteroid, das dachte man lange, doch mittlerweile sind wir keine unterwürfigen Wesen mehr, die sich von einem willkürlichen Universum niederstrecken lassen.

Asteroiden-Abwehr
Asteroiden und Kometen könnten für uns schon bald kein riesiges Problem mehr darstellen.

Wie der Gott der Unterwelt die Erde retten soll

OSIRIS-REx, so heißt eine im September 2016 gestartete Raumsonde zum Asteroiden Bennu. Er hat eine durchaus potentiell gefährliche Bahn. Der 500-Meter-Brocken wird mit der Erde im nächsten Jahrhundert mehrmals auf Kriegsfuß stehen, viele Male soll er ihr näher als der Mond kommen und womöglich sogar mit ihr kollidieren. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit einer Kollision pro Passage immer sehr gering, jedoch werden wir mit diesem Brocken sehr lange zutun haben und eine lange Zeit zittern müssen. Deswegen setzt die NASA zum Angriff auf Bennu an. Jetzt gerade, im August 2018 wird die Kamera von OSIRIS-REx, benannt nach dem ägyptischen Gott der Unterwelt Bennu vor die Linse bekommen.

Es ist eine sehr anspruchsvolle Mission, da OSIRIS-REx nicht nur Bennu beobachten soll, sondern auch Proben zurück zur Erde bringen soll, das nennt man Sample return mission. Nur durch die Kenntnis über die Zusammensetzung Bennus kann man ihn von seiner Bahn ablenken, damit er am 25.September 2135 sicher nicht die Erde trifft. Pro Passage liegt die Wahrscheinlichkeit einer Kollision lediglich bei 1:2700, doch von diesen Passagen soll es viele geben. Bei einem Einschlag hätte Bennu die Energie von 80.000 Hiroshima-Atombomben. Deswegen ist eine Asteroiden-Abwehr hier durchaus angebracht. Diese Asteroiden-Abwehr ist das NASA-Projekt „Hammer“.

Bennu wird dabei sicher nicht zerstört werden (auch wenn das sicher möglich, aber aufwendig, unnötig und teuer wäre), jedoch beträchtlich von seiner Bahn abgelenkt. Verzögerungen dürfen bei einer Asteroiden-Abwehr nicht auftreten, denn je näher Bennu der Erde kommt, desto stärker muss die auf ihn einwirkende Kraft sein, um seine Bahn wesentlich zu ändern. Die NASA will eine Sonde mit einer Größe von neun Metern zu Bennu schicken. Entweder soll er als eine Art Rammbock fungieren oder Nuklearsprengköpfe zünden. Oft wird argumentiert, dass Atomwaffen ein großes Problem nur zu vielen kleinen machen würde, da der Asteroid in viele Teile zerbersten würde. Das stimmt auch, wenn man den Sprengsatz im Asteroiden zünden. Bei der Asteroiden-Abwehr der NASA möchte die Behörde die Bombe jedoch über der Oberfläche zünden. Die Strahlenflut würde als eine Art Raketenantrieb wirken und Bennu langsam aber sicher auf einen neuen Orbit bringen.

Erste Abwehr-Mission schon 2o24

Viele Millionen Kilometer von der Erde entfernt befindet sich der Asteroid Didymos. Doch Didymos ist nicht alleine, er hat einen Mond namens Didymoon. In nächster Zeit wird Didymos der Erde nicht gefährlich werden. Dennoch eignet sich ein Doppelasteroid besonders gut zum Test einer möglichen Asteroiden-Abwehr. Die NASA wird die DART-Mission zu Didymos schicken, die die Bahn des Asteroiden verändern wird. DART hat es auf den Mond des Asteroiden, Didymoon abgesehen. Wie die NASA den Einschlag beobachten wird ist noch unsicher.

Die ESA überlegt zwei Jahre nach der Kollision eine Sonde zu Didymos zu schicken, um zu prüfen, ob sich die Bahn nennenswert verändert hat. Zur Beobachtung des Einschlags selber wird wahrscheinlich ein CubeSat, also ein Mini-Satellit im letzten Moment abgekoppelt. So möchte die NASA die planetare Verteidigung ausführen. Wir sind bald an einem Punkt an dem wir uns sicher sein können, dass die Menschheit nicht durch einen Asteroiden aussterben wird.

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