Europa auf dem Weg zur Ariane 6

Ariane 6: Rückgrat Europas Raumprogramms

Ein neuer Run ins All ist am laufen. SpaceX will zum Mars und die Menschheit so zur interplanetaren Spezies machen. Die NASA hat Pläne für Reisen ins äußere Sonnensystem, Deutschland und Japan wollen noch dieses Jahr eine Mission zum Merkur starten. Wie sieht es mit Europas Raumfahrtprogramm aus? Die ESA führte Missionen im geostationären Orbit bis jetzt mit Ariane-Raketen durch. Die modernste europäische Rakete ist die Ariane 5. Doch die ESA möchte noch bis 2020 eine noch modernere Rakete in den Erdorbit schießen. Ihr Name ist weder einfallsreich, noch spektakulär, aber sie selber hat es in sich – Ariane 6.

Europa hat eine Antwort auf SpaceX parat. Während SpaceX mit den wiederverwendbaren Raketen einen großen Schritt nach vorne gemacht hat, entwickelte auch die ESA eine revolutionäre Technologie für die Raumfahrtindustrie. Anders als bei Ariane 5 wird die Oberstufe der Ariane 6, dessen länge rund 30 Meter beträgt im 3-D-Drucker angefertigt. So erspart man sich, die über 200 Einzelteile zusammenzusetzen und kann die Kosten auf 50% der Vorgängerrakete reduzieren.

Die Konkurrenzfähigkeit der ESA steht auf dem Spiel

Die Konkurrenz zwischen SpaceX und der ESA ist jedoch nicht ganz fair, was im US-Gesetz verankert ist. Die amerikanischen Raumfahrtunternehmen haben Zugriff auf staatliche Aufträge, wofür sie höhere Preise verlangen können. In Europa ist dies so nicht möglich und die US-Aufträge sind nicht anwendbar für ausländische Unternehmen. Die Pläne sind fertig – die Prototypen auch. Vor allem in Deutschland und in Frankreich werden diese schon getestet und für die Massenproduktion vorbereitet. Doch bei der Reduktion der Kosten um 50% ist nicht nur eine wirtschaftliche Entscheidung. Es geht auch darum den Raumflug zur Routine werden zu lassen. Die Marsmission hadert momentan nicht mehr an der Technik, sondern nur an der Finanzierung. Schnelle Antriebe sind für interplanetare Missionen, wie zum Mars, zum Merkur oder ins äußere Sonnensystem oder interstellare Missionen wie Voyager, Pioneer und New Horizons wichtig, aber für Flüge in den Erdorbit von nicht allzu großer Relevanz.

Ariane 6
Eine Rakete der Ariane-Flotte

Nicht nur Geld

Es geht hier nicht nur ums Geld, sondern um Europas Stellung in einer Revolution. Es ist wieder ein Wettlauf ins All zu beobachten, jedoch diesmal ohne einen Krieg als treibene Motivation. Jeder spürt, dass wir hier der Menscheit den Weg zu den Sterne frei machen und viele Mächte möchten eine Teilhabe daran haben: USA, Russland, Deutschland, China, Frankreich. Natürlich sind nicht nur Deutschland und Frankreich an der ESA beteiligt, aber in Hinblick auf die Ariane 6 finden in diesen Ländern die meisten Forschungen statt. Es steht hier Europas Anschluss an die Raumfahrt auf dem Spiel, deswegen betont die ESA, dass sie sich mit der Ariane 6 auf dem richtigen Weg befindet.

Ein Video der ESA der Vorbereitungen am Weltraumbahnhof Kourou in Französisch Guyana. Dort wird die Rakete auch das erste Mal starten.

Danke fürs Teilen dieses Beitrags.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.