Big Crunch oder ein Kosmos, der ewig expanidert

Was wird in der Zukunft passieren? Neben dem Big Crunch gibt es viele faszinierende Vorstellungen. Doch was ist wenn man nicht zehn, nicht 100 und auch nicht  eine Millionen Jahre in die Zukunft schaut, was ist wenn man weiter schaut, bis ans Ende des Universums. Was wird aus dem uns so bekannten All? Starten wir mit 1,5 Milliarden Jahren und sehen immer weiter in die Zukunft. Allmählich werden wir erleben, wie unser Universum den unausweichlichen Untergang erlebt. Egal ob durch Big Crunch oder Big Rib.

1000 Jahre nach heute

Das grönländische Eis ist nun komplett verschwunden und der Meeresspiegel um sechs Meter angestiegen. Die großen Metropolen in Küstennähe verschwinden und ihre Bewohner werden obdachlos und zu Klimaflüchtlingen. Unsere Kommunikation sieht nun ganz anders aus.  Durch die schnelle Entwicklung unserer Sprache, existiert nun kein Wort mehr, welches heute verwendet wird. Der Genitiv stirbt aus.

2000 Jahre nach heute

Der nächtliche Sternhimmel sieht nun ganz anders aus. Wir haben einen neuen Nordstern und die meisten Sternbilder formieren sich neu. Das gesamte Eis der Erde ist geschmolzen. Der Süßwassergehalt in den Meeren nimmt drastisch zu und die Meeresströmungen kippen. Wenn dies auch den Golfstrom betrifft, kühlt Europa drastisch ab und der Äquator erwärmt sich.

Ca.1,5 Milliarden Jahre nach heute

Falls es die Menschheit zu diesem Zeitpunkt noch gibt, wird sie nicht wiederzuerkennen  sein. Womöglich haben sie sich dann schon über viele Sternsysteme verbreitet. Wenn wir so weiter machen wie jetzt, wird es dann die Erde und das Leben auf ihr vermutlich schon lange nicht mehr geben. Auch die Sonne strahlt nun deutlich heller als sie es früher, im 21. Jahrhundert tat. Noch 250 Mio. Jahre wird die Erde bewohnbar sein.

Für astronomische Verhältnisse zwar nicht als so viel, aber man muss bedenken, dass es den Modernen Menschen erst seit 200.000 Jahren gibt, und selbst die ersten Fossilien, die man der menschlichen Spezies zuordnen kann sind nicht mehr als 3 Millionen Jahre alt. Die Polarkappen gibt es zu diesem Zeitpunkt ganz bestimmt nicht mehr, doch wenn es die gäbe, würden sie nun schneller und schneller schmelzen. Das Meer wird zunehmend wärmer und einige Arten sterben aus. Doch dies ist nur der Anfang vom Ende der Erde. Vom Big Crunch ist noch gar nicht zu reden.

Ca.1,75 Milliarden Jahre nach heute

Die Sonne strahlt nun um 10% heller, als sie es in unserer Zeit tat. Die Ozeane beginnen zu kochen und fast alle Lebewesen, die sie einst bevölkerten sterben aus. Die letzten überlebenden sind möglicherweise die Blaualgen. Das verdunstende Wasser steigt in die Atmosphäre auf und bildet einen dicken Wolkenschleier. Dieser lässt Wärme rein, aber nicht wieder raus. Die Erde wird zur  Gluthölle, die einem unumkehrbaren Treibhauseffekt unterliegt und sich nun stetig aufheizt, bis sie unserem Nachbarplanteten ähnelt, der Venus. Das Wasser was es einmal gab, existiert immer noch, nur in einem anderen *Aggregatzustand. Die Sonne fusioniert jetzt immer mehr Kerne, da der Druck auf den Kern, durch die wachsende Hülle zunimmt. Die Sonne dehnt sich dadurch aus, bis schließlich alle Wasserstoffkerne verbraucht sind. So ergeht es vielen Sternen

Ca.2 Milliarden Jahre nach heute

Nun macht sich die Sonne über ihren Ersatztreibstoff her. Die Wasserstoffkerne, die fast ausschließlich verbrannt sind, verwandelten sich in Heliumkerne, die nun fusioniert werden und noch mehr Energie freigeben. Die Sonne dehnt sich abermals aus und wird instabiler. Dadurch drückt die wachsende Sternhülle den Kern noch weiter zusammen und noch mehr Kerne werden fusioniert, wie in einer Kiste voller in der Kiste herumhüpfenden Flummis. Die Kiste wird aber immer enger und immer mehr Flummis kollidieren. Durch diesen Teufelskreis dehnt sich die Sonne immer weiter aus und verschluckt Merkur und Venus und wird zu einem sogenannten Roten Riesen, der extrem instabil ist und ständig pulsiert. Dieser Puls geschieht im Rhythmus von einigen hunderttausend Jahren

Die Erde heizt sie soweit auf, dass ihre Oberfläche schmilzt und ist kurz davor sie zu verschlucken. Durch die Gravitation der Erde entsteht auf der Sonne ein kleiner Gezeitenberg, der die Erde ebenfalls anzieht. So könnte es sein, dass auch die Erde verschlungen wird. Doch möglicherweise wird es anders ausgehen.

Fast 5 Milliarden Jahre nach heute

In ihrer zweiten Phase als Roter Riese trennt sich die Sonne von ihren äußeren Hüllen, in denen nun kein Wasserstoff mehr vorhanden ist, dadurch wird die Masse und auch die Gravitation der Sonne kleiner und die Erde könnte sich etwas von der Sonne entfernen. Durch die weitere Entfernung ist die Gravitation zwischen der Sonne und der Erde noch kleiner und sie könnte in einen Orbit driften, indem sie nicht verschluckt wird. Doch so einfach macht es die Sonne der Erde nicht.

Im Kern der Sonne werden nun schwere Elemente fusioniert und nach und nach lagert sich Eisen an. Eisen kann nicht mehr fusioniert werden und so verweilt es im Sonnenkern. Dieser Prozess schreitet nach und nach voran.

Während unsere Sonne die letzten Male untergeht bewegt sich der Andromeda-Nebel weiter auf die Milchstraße zu. Die beiden größten Galaxien des lokalen Haufens, kollidieren und verschmelzen zu einer riesigen Supergalaxie. Sternhaufen und Spiralarme ordnen sich neu an.

Nach der Verschmelzung mit Andromeda durchlebt unser Sonnensystem sein letztes Entwicklungsstadium. Durch den Zusammensturz der Sonne, werden die Hüllen der Sonne nun endgültig ins All geblasen. Übrig bleibt dann der blanke, weiße Kern, in dem keine Kernfusion mehr statt findet. Je nachdem, wie lang die tatsächliche Lebensdauer des Protons ist, lebt die Sonne dann noch einige Milliarden Jahre als weißer Zwerg. Dieser kühlt langsam aus und nimmt durch seine extrem hohe Dichte sein Planetensystem auseinander.  Wenn er ausgekühlt ist, verwandelt die Sonne sich in einen schwarzen Zwerg. Die toten Planeten umkreisen dann Jahr für Jahr den toten Stern. Die Sonne hat sich nun von der Bildfläche verabschiedet. Doch das Universum lebt.

Ca.10 Milliarden Jahre nach heute

Die Menge an Sterne nimmt zunehmend ab. Immer mehr Sterne explodieren und werden zu weißen Zwergen, Neutronensternen oder sogar zu schwarzen Löchern. Die einzigen Sterne, der ersten Generation an Sterne, den Sternen, die als erstes das Universum erhellten, sind die kleinen langlebigen Roten Zwerge. Sie können Billionen Jahre leben, da die *Konvektionszone bei ihnen größer ist. Die häufigsten Himmelskörper sind Sternleichen. Das Universum wird immer größer und die dunkle Energie lässt es immer weiter expandieren. Die Materie für neue Sterne wird langsam aber sicher knapp und es bilden Sich deutlich weniger Sterne. Das Universum ist groß, dunkel und kalt. Doch noch gibt es Sterne, die am Leben sind. Das wird sich schon bald ändern.

Ca. 100 Milliarden Jahre nach heute

Kosmische Anarchie bricht aus. Der Galaxienhaufen Virgo bricht zusammen und die Lage der Galaxien verändert sich abermals. Sie konvertieren zu gigantischen Megagalaxien.  Das Universum ist nicht mehr wieder zu erkennen. Keine der einstigen Strukturen existiert nun noch und dunkle Energie dominiert unseren Kosmos immer mehr. Die Gavitation schafft es noch nicht den Big Crunch zu verursachen.

Big Crunch
Das Milchstaßen-System wird es so nicht mehr lange geben-

Ca. 1 Billionen Jahre nach heute

Es gibt nun fast keine Materiewolken mehr, aus denen sich neue Sterne bilden können und alle Galaxien sind auseinandergedriftet und im endlosen All verschwunden. Das Universum wird dunkel und die Entfernungen endlos. Gäbe es Astronomen, müssten sie nun eine neue astronomische Einheit einführen. Der Big Crunch könnte kurz bevorstehen.

Ca. 1,5 Billionen Jahre nach heute

Das Universum hat zu diesem Zeitpunkt eine solche Größe erreicht, dass das Licht von Objekten jenseits unseres eigenen Clusters nicht mehr zu uns kommt. Alle Entfernungen sind einfach zu groß. Wir sehen nun nur noch Objekte unseres eigenen Clusters. Man kann nun keine weiteren Daten sammeln und den Big Crunch auch nicht mehr vorhersagen.

Big Crunch
Objekte jenseits unseres Clusters, werden unsichtbar

20 Billionen Jahre nach heute

Es existieren nun keine Sterne mehr. Selbst die letzten Sterne, rote Zwerge werden nun zu Helium-Kohlenstoff-Zwergen und die dunkle Energie hat das Universum fest in der Hand. Die weißen Zwerge, Neutronensterne und schwarzen Löcher sind die einzigen großen Objekte, die noch existieren. Der Big Crunch erscheint zunehmend unwahrscheinlicher.

100 Billionen Jahre nach heute

Schwarze Löcher ziehen durch die unendliche Dunkelheit des Universums, welches einst so stolz war und vor Leben blühte. Seht euch jetzt noch einmal den Anfang des Artikels an. Ist es zu glauben, was aus unserem Universum geworden ist? Es ist eine Epoche der absoluten Dunkelheit.

1037 Jahre nach heute

Die einzige Energie im Universum wird durch Protonenzerfälle abgegeben. Da wir noch nie einen beobachtet haben, können wir nicht viel darüber sagen. Alle Planeten, weiße Zwerge und andere Himmelskörper sind entweder zerfallen oder von den schwarzen Löchern verschluckt worden. Ein wenig Energie wird auch über die Zerstörung von Teilchen freigegeben.

10100 Jahre nach heute

Nichts reicht mehr, um die unglaublichen Entfernungen zwischen den letzten schwarzen Löchern auszudrücken. Sie sind so weit entfernt, das man sie nicht mehr sehen kann, da das Licht es nicht rechtzeitig schafft sich zwischen ihnen zu bewegen. Es gibt nur noch schwarze Löcher und Elementarteilchen, die Milliarden von Lichtjahren voneinander entfernt sind. Wir schreiben nun das Jahr zehn mit 100 Nullen in unserer Zeitrechnung.

Das Ende

Jetzt gibt es nichts mehr, keine Teilchen, kein Raum, keine Zeit. Nein, kein schwarzen Hintergrund. NICHTS. Der Big Whimper ist da, nicht der Big Crunch

*Aggregatzustand: Elemente können verschiedene Zustände annehmen. Je nach Moleküldichte kann Wasser gasförmig, flüssig oder auch fest sein.

*Konvektionszone: In der Konvektionszone befindet sich der Wasserstoff, der vom Stern fusioniert werden kann. Ein Roter Zwerg wird wie ein Teigklumpen durch geknetet, so dass immer wieder neuer Wasserstoff in die Konvektionszone kommt. Er ist fast vollständig konvektiv.

 

Das Modell, welches ich hier vorgestellt habe, ist eines von drei möglichen. Hier geht es zu den anderen:

http://www.drillingsraum.de/room-universe_end/ende_universum.html

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