Riesige Protuberanz auf Proxima Centauri

„Mega-Protuberanz“

Unser nächster Exoplanet Proxima Centauri bekam die schlechte Laune seines Zentralsterns in Form einer tödlichen Strahlendusche ab. Proxima Centauri leuchtete während des Ausbruchs etwas 1000 mal heller, als normalerweise. Solche Strahlenausbrüche, welche sich auf Proxima Centauri durchaus öfter ereignen könnten die Ozeane des Planeten Vergangenheit verdampft haben. Diese „Mega-Protuberanz“ ist etwas ernüchternd, denn sie könnte die potentielle Lebensfreundlichkeit dieses Planeten zerstören. Wir müssen unsere Erwartungen etwas herunterschrauben. Diese Strahlenausbrüche kommen auf Proxima Centauri öfter vor und könnten Leben auf Proxima Centauri b somit dauerhaft vernichtet haben.

Wir haben dort eine außerirdische Naturkatastrophe erlebt, welche den Planeten beachtlich in Mitleidenschaft gezogen hat. Meredith MacGregor vom Carnegie Institution for Science sagt dazu: „Der 24. März 2017 war definitiv kein normaler Tag für Proxima Centauri“. In allen Bereichen des elektrischen Spektrums strahlte Proxima Centauri an diesem Tag hochenergetische Strahlung um sich. Auch auf der Sonne ereignete sich so etwas schon, im Rahmen des sogenannten Harrington-Ereignisses und das war keine schöne Zeit für die Erde. Der Flare des Proxima Centauri war jedoch zehnmal energiereicher.

Protuberanz
Protuberanzen der Sonne, aufgenommen 2003

Rote Zwerge sind kritische Sterne

Proxima Centauri ist zwar um einiges kleiner als unsere Sonne, jedoch gehört er einer anderen Sternart an. Proxima Centauri ist ein sogenannter Roter Zwerg, dies sind die aktivsten Sterne überhaupt. Eine Protuberanz wie diese sind bei diesen Sternen keine Seltenheit. Selbst unter den Roten Zwergen ist Proxima Centauri verhältnismäßig aktiv. Bisher haben wir bei unserem Nachbarstern schon öfter Strahlenausbrüche in Form von Röntgenstrahlung gemessen, jedoch haben wir eine Protuberanz, die in allen elektromagnetischen Spektren so intensiv strahlt dort noch nie beobachtet.

Würde man sich zu dieser Zeit auf Proxima Centauri b befinden, würde man wahrscheinlich auf dem ganzen Planeten, von den Polen bis zum Äquator heftige Polarlichter, viel intensiver als die irdischen Nordlichter sehen. Proxima Centauri würde am Himmel für ca. 10 Sekunden 1.000 Mal heller erscheinen. Durch eine enorme Hitze oder die Überdosis an Strahlung würde man wahrscheinlich sterben. Gibt es also auf Proxima Centauri Leben haben wir ein geradezu historisches Ereignis auf diesem Planeten beobachtet, welches vielleicht zu einem Massenaussterbend geführt hat, wie wir es auf der Erde schon fünf Mal hatten. Die Ozonschicht des Planeten ist sicher noch stark beeinträchtigt und der Planet ist dem heftigen Sternwind Proxima Centauris schutzlos ausgeliefert.

ein weiteres Rätsel gelöst

Die Entdeckung stimmt Astronomen auch in anderer Hinsicht traurig. Man hat gedacht, man hätte einen Asteroidengürtel oder vielleicht sogar einen weiteren Planeten um Proxima Centauri entdeckt. Drei Staubringe wurden anhand der gemessenen Wärmesignaturen des Planetensystems vermutet, jedoch wurden diese Messungen während des Strahlenausbruchs durchgeführt, was die Wärmesignaturen natürlich verfälscht hat. Unmöglich sind weitere Planeten oder Staubringe dadurch keineswegs geworden. Wir beginnen gerade erst seit der Entdeckung des Proxima Centauri b unser Nachbarplanetensystem mit Erfolg zu erforschen und man ist immer noch optimistisch, dass dieses Planetensystem nicht nur einen Planeten hat.

Helligkeitsschwankung während der Protuberanz des Proxima Centauri

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