2010 WC9: Der Transit des „verlorenen Brockens“

Ein verlorener Asteroid – 2010 WC9

Vor acht Jahren entdeckten Forscher einen Asteroiden, 2010 WC9. Doch schon im November des selben Jahres ging der Brocken verloren, er verschwand aus dem Radar der Astronomen. Viel wusste man über den Asteroiden noch nicht, weshalb es nicht möglich war, seine Bahn zu bestimmen. Jetzt, am 8. Mai 2018 entdeckte man den verlorenen Asteroiden wieder. Und das wirklich nicht zu knapp. Denn gesternnachts passierte der Brocken die Erde in einer Entfernung, die etwas der Hälfte der Erde-Mond-Distanz entspricht. Das ist sehr wenig für einen Asteroiden-Transit. Doch der Asteroid wirft noch ganz andere Fragen auf. Wenn wir einen Asteroiden von 100 Metern Größer erst wenige Tage, vor einer so engen Begegnung mit der Erde registriert, sind wir dann wirklich in der Lage, die Erde zuverlässig vor Asteroiden zu schützen?

Bei 2010 WC9 handelt es sich um einen sogenannten Erdbahnkreuzer, wie auch der Chicxulub-Asteroid, der für ein großes Massenaussterben auf der Erde verantwortlich war, dem auch die Dinosaurier zum Opfer fielen und der Tscheljabinsk-Meteor, der 2012 in der russischen Großstadt für reichlich Chaos sorgte. Auch diesen Einschlag hat man nicht vorhergesagt. Gestern nacht ist nichts passiert und das wussten wir auch schon vorher. Jedoch entdeckten wir ihn erst eine Woche vor seinem Transit. Hätten unsere Berechnungen einen Impact vorhergesagt, hätten wir in dieser Zeit nichts tun können, um dies zu verhindern.

Transit gegen Mitternacht

Glücklicherweise ergaben unsere Berechnungen keinen Impact, jedoch eine maximale Annäherung von 203.453 Kilometern einige Minuten nach Mitternacht. Zwar passieren solche Transits mehrere Male im Jahr, doch dieser Asteroid wird der Erde in den nächsten 300 Jahren nicht mehr so nah kommen. Normalerweise umkreisen diese Erdbahnkreuzer des Apollo-Typs die Sonne in eine Abstand, der etwas größer ist als die Erdbahn. Doch sie ist nicht so rund wie die Erdbahn. Es handelt sich um sehr exzentrische Bahnen, weshalb diese Asteroiden die Erdbahn durchaus kreuzen und wie uns nicht erst Tscheljabinsk gezeigt hat, sie auch treffen können. Es ist also sehr wichtig, dass wir die Apollo-Erdbahnkreuzer weiter untersuchen, um Gefahren für die Erde rechtzeitig zu erkennen und abzuwehren. 1010 WC9 ist circa 100 Meter groß und 45.000 km/h schnell und hätte bei einem Impact erhebliche Schäden angerichtet.

2010 WC9
Um Abwehrmaßnahmen einzuleiten, müssen Asteroiden frühzeitig erkannt werden.

Apollo-Asteroiden potentiell gefährlich

Es heißt immer so schön, Jupiter seie unser Beschützer, indem er Asteroiden aus dem äußeren Sonnensystem, also aus dem Kuipergürtel oder der Oortschen Wolke ablenkt, in die Sonne katapultiert, aus dem Sonnensystem schießt oder selber auf sich leitet. Das stimmt auch tatsächlich, wie man 2012 durch Shoemaker-Levy 9 gesehen hat. Doch was ist mit den Asteroiden auf der anderen Seite des Jupiters? Denn schließlich gibt es da ja auch noch den Hauptgürtel. Diese leitet er zwar nicht direkt auf die Erde, doch er kann sie auf einen Apollo-Orbit befördern und sie somit zu Erdbahnkreuzern machen. Auf der einen Seite hält er Asteroiden aus dem Rand des Sonnensystems also aus dem inneren Sonnensystem fern und auf der anderen Seite schleudert er welche hinein. Fazit: Apollo-Asteroiden sind gefährlich, Jupiter hat sein Lob nicht verdient und heute 2010 WC9 hat die Erde in einem sehr geringen Abstand passiert.

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