Der Hambacher Forst und seine Zukunft

Hambacher Forst fast schon wieder out

Maaßen ist nicht mehr Verfassungsschutzchef. Das ist gut. Aber er ist jetzt Staatssekretär. Das weniger gut. Doch diese Tatsache macht die Geschichten rund um den Hambacher Forst nicht weniger wichtig. HutbürgerChemnitz und Maaßen übertrumpften sich in ihrer Absurdität quasi gegenseitig. Aber einen 12.000 Jahre alten Wald für eine Energiequelle zu roden, die keine 50 Jahre mehr überleben wird, übertrifft alles. Deutschland beteiligt sich am ITER, einem Forschungsprojekt zum weltweit ersten Fusionsreaktor und trotzdem wird im selben Land ein Wald abgeholzt, der seit der letzten Eiszeit bewaldet ist, wegen Braunkohle. Kohle ist dreckig, ineffizient und nicht erneuerbar. Wieso noch neue Gebiete für den Braunkohleabbau suchen? In einigen Jahrzehnten wird die Braunkohleförderung dort zum Erliegen kommen, aber der Wald wird länger brauchen, um zurück zu kommen.

Hambacher Forst
Braunkohleabbau am Hambacher Forst

Bewaldet seit der Eiszeit

Bevor RWE angefangen hat Braunkohle im Hambacher Forst zu fördern war er noch 4000 Hektar groß und seit der letzten Eiszeit vor 12.000 Jahren durchgehend bewaldet. Die ältesten Bäume sind über 350 Jahre alt. Nun möchte RWE fast den ganzen Wald abholzen. Aktivisten, die sich in Tunneln und Baumhäusern verschanzt haben, wurden von der Polizei vertrieben, anders als die vielen Nazis, die in Chemnitz aufmarschierten. Brauchen wir diesen Strom? Pauschal gesagt nicht. Denn der Strom, der durch den Braunkohleabbau im Hambacher Forst gewonnen wird, wird hauptsächlich ins Ausland exportiert.

Was kann man tun?

Nur so am Rande, kann man seinen Stromanbieter auch wechseln. Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom. Auch Strom, der aus Staudämmen gewonnen wird, die die Biosphäre natürlicher Flüsse zerstört ist Ökostrom, da er aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Und so kann auch RWE mit Windrädern Strom erzeugen und verkaufen und dennoch legitimiert jeder RWE-Kunde, egal ob Ökostrom oder nicht das Geschehen im Haibaches Forst. Also: Stromanbieter wechseln und auf wirklich nachhaltigen Ökostrom achten. So distanziert man sich eindeutig von solch unsinnigen und umweltschädlichen Unterfangen.

Ein ökologischer Stromvergleich

Danke fürs Teilen dieses Beitrags.

14 Gedanken zu „Der Hambacher Forst und seine Zukunft&8220;

  1. Warum es für die Polizei „einfacher“ ist, im Hambacher Forst in der Stärke aufzutreten als in Chemnitz, kann ich dir in Teilen gern an anderer Stelle erklären…

    Dein Artikel gefällt mir sehr gut, denn du hast in allen Punkten Recht. Die Abholzung ist ein Irrsinn und RWE gehört boykottiert.
    Nun ist die Räumung des Waldes ja wegen des tragischen Todesfalls ausgesetzt. Vielleicht, meine Hoffnung stirbt zu letzt, für immer, weil bei RWE oder der Landesregierung jemand zu Verstand kommt und auch auf den allgemeinen Tenor der Bevölkerung hört. Du bist nicht allein mit deiner Einstellung und das allein gibt mir Hoffnung!

  2. Super Artikel! Und Danke für den Hinweis zum Ökostrom. Der differenzierte Blick, was man durch die Wahl des Anbieters legitimiert ist total wichtig. Geht aber vielleicht unter weil man ja Ökostrom bezieht…

  3. Eure Podcast Trilogie habe ich eben abgeschlossen. Es war sehr kurzweilig zuzuhören, außer das Dein Papsi was von Tierhaar Allergie sprach. Lass Dich nicht von ihm beirren, lass Dir von Axel (so heißt er glaube ich), alles vom FC Köln genau erklären! 😉

    Die Rodung des Hambacher Forst ist ein Schlag ins Gesicht, für jeden der auf seinen Umgang mit vorhandenen Ressourcen achtet.
    Wir sind so klein und so kurz auf diesem Planeten, eine Schande wie wir mit ihm umgehen…

    Gruß Daniel

  4. Hallo Jason! Danke für diese informative Darstellung der Probleme rund um den „Hambacher Forst“. Ich hatte in deinem Alter noch nicht dieses Wissen, da kann ich noch vieles lernen! Ich freu mich auf den nächsten Podcast von euch!

  5. Interessanter Beitrag! Präzise, logisch und informativ geschrieben.

    Mein einziger Kritikpunkt: Du schreibst „verschandelt“ statt „verschanzt“. Verschandeln ist etwas zerstören, sich verschanzen ist sich verstecken. Es ist nur eine Kleinigkeit, aber mich stört es, weil ich auch Asperger Autist bin.

    Inhaltlich habe ich nichts hinzuzufügen. Sehr kluge Gedankengänge für einen 13-Jährigen, Hut ab! Ich freue mich auf eure nächste Folge!

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