Der entfernteste Stern „Ikarus“ entdeckt

Der entfernteste Stern 100 mal weiter als der Rekordhalter

9 Milliarden Lichtjahre – so weit ist der neue entfernteste Stern  entdeckte  Ikarus von der Erde entfernt. Eigentlich können Astronomen so weit entfernte einzelne Sterne nicht beobachten. Doch ein kosmischer Glücksfall kam ihnen zur Hilfe. Eine Supernova und ein Galaxiencluster schoben sich zwischen die Erde und Ikarus und machten ihn so 2000 mal heller als normal.

Das Hubble-Weltraumteleskop richtete sich auf das fünf Milliarden weit entfernte Galaxiencluster MACS J1149+2223. Dieser und eine neun Milliarden Lichtjahre entfernten verstärkten das Licht. Diese sogenannten Gravitationslinseneffekt nutzen Forscher vor kurzem erst für die Entdeckung der ersten extragalaktischen Planeten.Das Licht, welches wir von Ikarus sehen, strahlte er aus, als das Universum gerade mal 4,4 Milliarden Jahre alt war. Es ist also eine kosmische Zeitkapsel. Es beinhaltet wertvolle hinweise, wie das Universum beschaffen war, als es gerade einmal 30 % seines heutigen Alters hatte. Doch das ist nicht alles. Ikarus könnte tatsächlich der Beweis für für die Lösung eines der größten Rätsel der modernen Kosmologie sein.

Wie man es sich vorstellt

Ikarus ist so alt und sein Licht hatte eine so lange Reise hinter sich, dass der Stern selber schon lange ausgebrannt ist. Doch der Stern war ein für diese Zeit höchst Typischer – groß und kurzlebig. Es handelte sich um einen blauen Riesen, der über doppelt so heiß ist wie Sonne. Er lebte nur wenige Millionen Jahren aber sein Licht reist bis heute, 9 Milliarden Jahre lang durch Raum und Zeit. Der Stern leuchtete blau und war bis zu 14.000 °C. Aber nicht nur über Ikarus sagen die Daten des Hubble-Weltraumteleskopes etwas aus – auch über den Galaxienhaufen, welcher sich dazwischen schob. Normalerweise dürfte dieser das Licht nur 50-fach vergrößern. Selbst wenn man die Supernova, die den Stern zusätzlich vergrößert miteinbezieht, ist die beobachtete Vergrößerung nicht erreicht. Ein schweres Objekt im Galaxiencluster muss das Licht zusätzlich gebündelt haben – dabei müsste es sich um ein schwarzes Loch oder um einen Neutronenstern handeln.

entfernteste Stern
Ikarus war ein Blauer Riese – hell, heiß und kurzlebig, wie für frühe Sterne typisch.

Licht sagt etwas über das Urgas aus

Der entfernteste Stern gehört zur ersten Generation von Sternen. Schwere Elemente gab es noch nicht, als er entstanden ist. Es gab nur jede Menge Wassertoff, Helium und ein wenig Lithium. Doch durch das Licht, was wir empfingen haben wir herausgefunden, dass dieses Urgas deutlich kühler war, als gedacht. Was könnte als Kühlmittel fungiert haben, wenn es außer wenigen leichten Elementen nicht viel gab?

Die einzig logische Schlussfolgerung ist revolutionär und könnte direkt zum Nobelpreis führen. Dunkle Materie. Bis jetzt war die einzige Wechselwirkung zwischen Dunkler Materie und gewöhnlicher Materie gravitativer Natur. Doch wenn dunkle Materie das Kühlmittel des Urgases war, wäre das die erste nicht gravitative Wechselwirkung zwischen Dunkler Materie und gewöhnlicher Materie. Dunkle Materie gehört gerade zu den größten Rätseln der modernen Kosmologie. Der Grund dafür ist allein Ikarus, der bisher entfernteste Stern. Das ist der spektakulärer Beweis dafür, dass die Lösungen der meisten Probleme der Kosmologie in den Sternen zu finden sind.

Eine Zusammenfassung der Entdeckung

 

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