Chinesische Forscher erschaffen Primaten-Klon

22 Jahre nach Dolly wieder ein Klon

Die Chinesen haben das geschafft, woran vorher alle gescheitert sind. Das Klonen eines Primaten mit der sogenannten Dolly-Methode, benannt nach dem ersten geklonten Tier, dem Schaf Dolly. Zwar wurde schon einmal ein Affe geklont, dieser stammte jedoch aus einer Eizelle, die sich geteilt hat, bei ihm handelt es sich also eher um einen künstlichen Zwilling und nicht um einen echten Klon. Das Gelingen dieses Verfahrens ist ein großer Schritt in Richtung dem Klonen von Menschen, welches ethisch höchst umstritten ist. Der Erfolg spaltet derzeit die gesamte Wissenschaftswelt.

der somatische Kerntransfer

Der Zellkern einer beliebigen Körperzelle wird bei diesem Verfahren entnommen und in eine Eizelle ohne Kern verpflanzt. Durch leichte Stromstöße oder chemische Prozesse wird der Kern reprogrammiert, er wird also in seinen Ursprungszustand zurückversetzt. Die Zellen werden zu embryonalen Zellen und ein Embryo entsteht – ein Klon. Aus dieser einen identischen Zelle werden viele identische Zellen und schließlich ein Wesen mit identischem Erbgut. Bei Affen, also bei Primaten scheiterte dieses Verfahren stets, denn ihre Zellen ließen sich nicht in den Ursprungszustand zurückversetzen. Bei 23 Säugetierarten – und nun auch bei Affen – entstand durch dieses Verfahren tatsächlich ein lebensfähiger Klon.

Mit Enzymen von Zellen zum Affen

Der Zellkern, welcher in die Eizelle eigesetzt wurde, war dann einer Mischung von verschiedenen Enzymen ausgesetzt, welche das zurückversetzen in den embryonalen Zustand ermöglichten. 109 Eizellen wurden entkernt und mit den Zellkernen von Körperzellen ausgestattet, wovon 79 sich weiter entwickelten. In 21 Affenweibchen wurden diese Eizellen eingesetzt. In vier wuchsen tatsächlich Klone heran, jedoch kamen von vieren nur zwei gesund zur Welt. Diese entwickelten sich jedoch weiter wie normale Affenbabys.

Zhong Zhong und Hua Hua, die ersten wirklich geklonten Primaten beim Spielen.

Die kleinen Allheilsbringer?

Das Klonen von Lebewesen, welche uns so ähnlich sind, eröffnet auch Möglichkeiten für die Anwendung des Klonens an einem Menschen. Dies ist derzeit allerdings in den überaus meisten Ländern aus ethischen Gründen verboten. „Wir sind näher an Menschen als je zuvor“, schreibt die New York Times. Aber nicht nur wegen des Menschlichen Klonens ist die Entdeckung auch für Menschen relevant. Man könnte auch einzelne Körperteile für den Menschen klonen, so wäre man nicht mehr auf Organspenden angewiesen. Man könnte auch Klone von Tieren zukünftig für Laborexperimente nutzen. Ein Klon ist jedoch ein eigenständiges Lebewesen und hat Rechte. Bevor es für den Menschen soweit ist muss man diese erst einmal ausführlich definieren.

Klon
Wie bei Star Wars, sind Klone genetisch identisch.

Die Menschen nach Maß?

Die Frage lautet nun nicht mehr, ob man Menschen klonen kann, sonder ob man es darf. Ein Klon ist zwar genetisch mit seinem Vorbild identisch, jedoch bildet er sich seine eigene Meinung und seine eigene Weltansicht. Er dürfte nicht seinem Schöpfer „gehören“. Wir denken bei menschlichem Klonen zwar an Zukunftsmusik, doch Forscher in Oregon haben beispielsweise auch menschliche Zellen mit der selben Methode in den embryonalen Zustand zurückversetzt wie auf bei Klonschaf Dolly und bei den nun geklonten Affen.

Der erste Schritt des menschlichen Klonen wurde im Prinzip also schon gegangen. Außerdem haben wir schon jetzt künstliche Befruchtung, Genmanipulation und Embryonenforschung. Wie weit würde also nun das Klonen von Menschen gehen? Man könnte Verstorbene Menschen klonen, Arten vom Aussterben retten und genetisch einwandfreie Kinder „erzeugen“. Wie es für einen Menschen ist ohne Mutter und Vater als Kopie auf diese Welt zu kommen ist eine ethische Frage und damit wissenschaftlich nicht klärbar.

Ethik und Klonen

Stehen wir uns mit dem Verbot des menschlichen Klonen nicht selbst im Weg. Hierbei handelt es sich nicht um Menschenrechte wie Würde o. a., sondern um religiöse und moralische individuelle Ansichten von Menschen. Zwar könnte man sagen, das der Staat nicht das Recht hat, so etwas einzelnen Menschen zu verbieten, jedoch ist der entstehende Klon ebenfalls ein Mensch mit eigenen Ansichten und somit betrifft es nicht nur denjenigen, der sch klonen lässt. Der Staat befindet sich hier an den Grenzen seine macht und schon öfter gab es Anlässe, die Gesetzte der Biopolitik etwas zu „lockern“.

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