Blaue Nachzügler und der stellare Jungbrunnen

Das Ende eines Sterns

Blaue Nachzügler: Unter den vielen Sternen am Himmel sind Wissenschaftler einer neuen Sternart auf der Spur, den blauen Nachzüglern. Die Entstehungsgeschichte diese seltenen Sterne ist faszinierend. Was passiert mit einem massereichem Stern normalerweise nachdem sein Brennstoffvorrat aufgebraucht ist? Es gibt zwei Kräfte, die einen Stern im Gleichgewicht halten, die Gravitation, die den Stern nach innen drücken will und den Strahlungsdruck, der nach außen wirkt. Doch, wenn der Brennstoffvorrat plötzlich aufgebraucht ist, kollabiert der Stern, da der Gravitation nichts mehr entgegenwirkt. Durch den enormen Druck stürzen die negativ geladenen Elektronen in den positiv geladenen Kern. Ein Neutronenstern entsteht. Wenn der Stern massereich genug ist, kommt es zu einem Gravitationskollaps und ein Schwarzes Loch entsteht.

Blaue Nachzügler halten sich jung

Doch es gibt Sterne, die diesem Tod irgendwie entrinnen. Dies ist einfach festzustellen, indem man Kugelsternhaufen beobachtet. Das schöne an diesen Gebilden ist, dass es im Ganzen entstanden sind, alle Sterne dort haben ein ähnliches Alter. In besonders alten Kugelsternhaufen, in denen Sternleichen schon dominieren gibt es jedoch Sterne, die im Vergleich zu gleichaltrigen Sternen im Kugelsternhaufen sehr noch sehr hell sind. Sie entrinnen ihrem Tod als Supernova irgendwie. Man schätzt das 1% aller Sterne in Kugelsternhaufen sogenannte Blaue Nachzügler sind. Sie benötigen einen stellaren Jungbrunnen, der sie irgendwie länger strahlen lässt. Dazu gab es zwei Hypothesen, beide wurden bestätigt:

1.Entstehung durch Masseklau

76% der Blauen Nachzügler im Sternhaufen NGC 188 befinden sich in einem Doppelsternsystem, was deutlich über dem Durchschnitt liegt. In diesem Entstehungsszenario bläht sich einer der Sterne zum Roten Riesen auf. Sein Partnerstern und er kommen sich dabei so nahe, dass der Partnerstern Masse des Roten Riesen entziehen kann. So bekommt der alter Partnerstern zusätzlichen Kernbrennstoff, während der Rote Riese zum weißen Zwerg wird. Der neu entstandene Blaue Nachzügler kann noch einige Milliarden Jahre weiter brennen und so viel länger leuchten, als die anderen Sterne im Sternhaufen.

2.Entstehung durch Kollision

Da es auch einige Blaue Nachzügler als Einzelsterne gibt, kann das Masseklau-Szenario nicht die einzige Möglichkeit sein. Ebenfalls möglich ist es, dass zwei alte Sterne kollidieren. Zusammen haben sie wieder so viel Brennstoff, dass es noch für einige Milliarden Jahre Kernfusion reicht.

Wie man herausgefunden hat, sind beide Entstehungsmöglichkeiten korrekt und in der Natur vorzufinden. Es lassen sich einige Unterschiede in den Blauen Nachzüglern beider Entstehungsgeschichten erkennen.

Im Sternhaufen M30 gibt es zwei „Populationen“ Blauer Nachzügler, die Sterne, die durch Masseklau entstanden sind, leuchten rötlicher, die Sterne, die durch Kollision entstanden sind, leuchten bläulicher.

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Eine aufregende Sternart

Als Prototyp beobachtet man die Blauen Nachzügler Naos und 40 Cancri und studiert ihre Temperatur, ihr Alter und ihre Massen. Dabei ist man auf das Ergebnis gekommen, dass im inneren von Blauen Nachzüglern immer noch eine Kernfusion stattfindet, wie schon durch beiden Entstehungsgeschichten nachvollziehbar. Es handelt sich um eine aufregende Sternart, dessen Anhänger ihr Leben auf Kosten anderer Sterne verlängern. Von der vermeintlichen Stabilität hätten hypothetische Planeten um blaue Nachzügler jedoch nichts. In einem solch dynamischen System mit Massentransfer oder Kollisionen, nimmt man an, dass sich keine Planeten bilden können oder sie schnell zerstört werden.

 

 

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