Bärtierchen

Bärtierchen: Warum es jetzt kein Leben auf dem Mond gibt

Bärtierchen auf dem Mond: Es wäre ein Durchbruch gewesen. Erstmals sollte eine privat finanzierte und gebaute Raumsonde auf dem Mond landen. Das israelische Entwicklerteam SpaceIL. Ursprünglich wollte das Team den Lunar X-Prize gewinnen, den Google an denjenigen vergeben wollte, der es als erstes schafft als privates Unternehmen eine Sonde auf dem Mond zu landen, einen Rover abzusetzen und ihn 500 Meter auf der Mondoberfläche fahren lassen. Kein Team schaffte es bis zur Frist, die Aufgabe zu erfüllen, dennoch arbeitete SpaceIL weiter. Ihre Raumsonde Beresheet sollte auf dem Mond landen.

Flagge, Zeitkapsel und Bärtierchen

Zum einen sollte die Sonde die Flagge Israels auf dem Mond aufstellen, um zu zeigen, dass Israel nach den USA, der Sowjetunion und der Volksrepublik China das vierte Land gewesen wäre, dem eine weiche Landung auf dem Mond gelingt. Die Raumsonde sollte auch das Magnetfeld der Mondes untersuchen. Ansonsten waren es eher kulturelle Nutzlasten. So war an Bord eine Zeitkapsel mit Texten aus der hebräischen Bibel und der englischsprachigen Wikipedia. Außerdem waren Bärtierchen an Bord, äußerst robuste Lebewesen, die Vakuum, Temperaturunterschiede und Strahlung mühelos überleben. Die Tierchen sollten ein Stück der DNA des irdischen Lebens an einen anderen Ort bringen.

Die Flagge Israels, die auf dem Mond wehen sollte

Ist der Mond nun mit Bärtierchen besiedelt?

Doch es kam anders. Nach Einleitung des Landevorgangs viel in 14 Kilometern Höhe die Telemetrie aus, wonach das Haupttriebwerk ausfiel. Daher schlug Beresheet auf dem Mond auf, zerschellte und hinterließ einen Krater. Doch was ist nun mit den Bärtierchen? Die Medienlandschaft spekuliert schon. Gibt es nun Leben auf dem Mond? Hier möchte ich einige brisante Fragen rund um das Geschehen beantworten.

Was sind Bärtierchen?

Die Bärtierchen sind ein Tierstamm. Die meisten Tiere sind kleiner als ein Millimeter. Exemplare leben fast überall, im Salzwasser, im Süßwasser und an Land, da sie extrem anpassungsfähig sind. Sie haben acht Beinchen und bewegen sich nur langsam, woher sie auch ihren lateinischen Namen Tarigrada haben. Tardus bedeutet langsam und gradus Schritt.

Haben die Bärtierchen den Aufschlag überlebt?

Kurz vor dem Einschlag hatte die Sonde noch eine horizontale Geschwindigkeit von fast einem Kilometer pro Sekunde, daher lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, ob die Bärtierchen diesen Aufschlag überlebt haben. Doch Wissenschaftler meinen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass zumindest ein Teil der Tierchen den Aufschlag überlebt haben, gegeben, sogar hoch sei.

Sind die Bärtierchen auf dem Mond lebensfähig?

Die Bedingungen auf dem Mond sind äußerst lebensfeindlich. Doch Bärtierchen sind extrem strahlungsresistent, die kosmische Strahlung die auf der Mondoberfläche herrscht überleben sie also, genau so wie die Temperaturunterschiede zwischen Mondtag und Mondnacht. Sie können im Vakuum leben und Jahrzehnte lang ohne Nahrung überleben. Daher könnten sie tatsächlich sowohl den Aufschlag auf dem Mond als auch die dort herrschenden Bedingungen überleben.

Haben wir den Mond nun kontaminiert?

Bedeutet das, dass es auf dem Mond bald von Bärtierchen nur so wimmelt? Gibt es nun Leben auf dem Mond? Derzeit vermutlich, doch besiedelt haben wir den Mond nicht, denn die Bärtierchen leben zwar, sind jedoch in einen Ruhezustand versetzt worden. Ihnen wurde Wasser entzogen, wodurch eine Lebensfunktionen eingestellt wurden. Sie lebe zwar, sind jedoch nicht fortpflanzungsfähig. Theoretisch ließen sie sich wieder in den Wachzustand holen, doch dafür bräuchten sie Wasser, Nahrung und Sauerstoff – auf dem Mond Mangelware. Daher haben wir den Mond nicht mit Bärtierchen kontaminiert.

Sollten wir Mikroben ins All schicken?

Doch was wäre gewesen, wenn die Sonde gelandet wäre oder wenn die Bärtierchen im Wachzustand geflogen wären? Wir müssen uns ethische Fragen stellen und überlegen, ob wir lebende Mikroben ins All schicken sollten. Ein phänomenales Bewusstsein haben die Tiere jedoch nicht, solange wir also auf der Erde mit höheren Lebewesen auf die Weise umgehen, wie wir es derzeit tun, sind Bärtierchen im All das kleinste Problem.

Wie geht es weiter?

Nach dem Scheitern von Beresheet plant SpaceIL keine weitere Mondlandung, stattdessen sucht man nach einem größeren nächsten Ziel. Doch weitere private Unternehmen planen unbemannte Landungen, darunter auch die PTScientists aus Deutschland. Sie möchten 2021 einen Lander mit zwei Rovern auf der Mondoberfläche landen. Diese sollen den Landeplatz der Apollo 17-Mission erforschen, darunter die Landefähre, das Mondauto LRV und die wissenschaftlichen Experimente. Mit der geplanten bemannten Rückkehr zum Mond werden sicher auch Mikroben auf die Mondoberfläche kommen. Doch eine Vermehrung in dem Maße, dass es auf dem Mond bald vor Mikroben wimmelt, ist sicherlich ausgeschlossen.

Ein LRV auf der Mondoberfläche, das Ziel der Raumsonde der PT Scientists
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