A´Mhoine: Europas erster Weltraumbahnhof entsteht in Schottland

Erste Starts von A´Mhoine schon im nächsten Jahrzehnt

Europa ist eine Raumfahrtmacht. Die ESA mischt reichlich mit im All, doch bisher werden alle europäischen Raketenstarts am Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana durchgeführt, dieser liegt jedoch in Südamerika. Schon seit langem gibt es Überlegungen für Weltraumbahnhöfe auf europäischem Boden, doch erstmals nimmt einer dieser Pläne konkrete Gestalt an. Im Norden Schottlands sollen am Weltraumbahnhof auf der Halbinsel A´Mhoine Raketen ins All starten. Die britische Raumfahrtorganisation UK Space Agency investiert 2,8 Millionen Euro in das Projekt. Natürlich wurde der Standort nicht zufällig ausgewählt.

Strategische Standortwahl

Oft liegen Weltraumbahnhöfe in der Nähe des Äquators, da Raketen dort den größten Drehimpuls der Erde mitnehmen können und so beschleunigen. Offensichtlich liegt A´Mhoine nicht in dieser günstigen Lage. Doch es gibt auch eine andere Möglichkeiten zu starten, den horizontalen Raketenstart. Hierbei bringen Flugzeuge die Raketen in die Atmosphäre. Von dort fliegen sie dann weiter ins All. Vor allem die kommerzielle Raumfahrt fokussiert sich auf diese komfortable Art zu starten. Für solche Starts sei die Halbinsel A´Mhoine geeignet.

Doch mit einen Weltraumbahnhof in Europa soll nicht Schluss sein. Wales, England, Italien und sogar Deutschland könnten in den nächsten Jahrzehnten ebenfalls eigene  Weltraumbahnhöfe erhalten. Das DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) plant beispielsweise in Kooperation mit US-amerikanischen Investoren einen Weltraumbahnhof für horizontale Raumflüge in Mecklenburg-Vorpommern. Wegen der dünnen Bevölkerungsdichte und geringem Luftverkehr sei es das vielversprechendste Bundesland. Dort ist jedoch kein neuer Weltraumbahnhof geplant, sondern nur die mögliche Landung der Dream Chaser – Raumschiffe. Ihnen genügt bei der Landung eine gewöhnliche Landebahn, womit die Kosten klein wären. Rostock-Laage gilt als wahrscheinlichster Standort. Daneben wird es auch im süditalienischen Grottaglie vermutlich einen Weltraumbahnhof geben.

A´Mhoine
Europa bekommt bald seinen ersten Weltraumbahnhof.

Vor allem für Satelliten sinnvoll

Überwiegend Satelliten sollen von A´Mhoine in den Erdorbit befördert werden. Bei solchen Starts spielt die Nähe zum Äquator nur eine sekundäre Rolle, da dabei nicht der selbe Schwung benötigt wird, wie für eine Mission in den  Erde-Mond-Raum und sogar in den Deep Space. Wenn der Weltraumbahnhof dann im nächsten Jahrzehnt fertig wird, werden die europäischen Kommunikationssatelliten also vor allem in Schottland starten. Davon erhofft sich London einen Gewinn, der die Investitionskosten bereits in zehn Jahren überschreiten soll. Auch interessant wird es für Raumfahrt-Fans, die Raketen dann im etwas geringerer Entfernung starten sehen können. Dafür muss man dann nicht mehr auf einen anderen Kontinent.

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