Adventskalender: Thestias

4.Dezember, Thestias

Ich habe zur Weihnachtszeit ein Adventskalender entworfen. Jeden Tag, bis Weihnachten, erscheint ein kurzer Beitrag über einen verrückten Exoplaneten. 24 von 2000 fremden Welten, die seit 1990 entdeckt wurden. Auf einigen regnet es Eisen, wüten Superstürme oder brechen Eisvulkane aus. Lange dachte man unser Sonnensystem wäre einzigartig. Nun wissen wir: Planeten sind überall! Nun suchen Astronomen den Jackpot. Sie suchen einen Planeten, der unserer eigenen Heimat ähnelt.

Vorallem überraschte Planetenjäger die unglaubliche Vielfalt der Exoplaneten. Der Himmel wurde neu entdeckt. Es gibt wesentlich mehr Planetenklassen als nur die unseres Sonnensystems:

Supererden

Supererden sind wie unsere Erde – nur größer. Sie sind das vielversprechenste Ziel der Astronomen, denn unter den Supererden könnten einige Paradise für Leben sein. Gesteinsplaneten, mit der Masse von Gasplaneten nennt man Mega – Erden.

Hot Jupiter

In unserem Sonnensystem befinden sich die Gasplaneten weit entfernt von der Sonne. Wir stellen da jedoch die Ausname. Die meisten Gasplaneten sind im Laufe der Zeit immer näher an ihren Heimatstern gewandert und haben sich dabei stetig aufgehitzt. Die Geburt eines Hot Jupiters.

Ozeanplaneten

Ozeanplaneten sind von einem globalen Ozean bedeckt. Es gibt keine Landmasse auf solchen Planeten.

Kohlenstoffplaneten

Unsere Erde besteht vor allem aus Silikaten, Gesteinsplaneten können jedoch auch aus anderen Grundbausteinen bestehen.

Pulsar-Planeten

Die ersten Exoplaneten die je entdeckt wurden umkreisen einen Pulsar. Sie sind regelmäßig tödlicher Dosis an Strahlung ausgesetzt. Diese macht Leben auf diesen seltsamen Planeten unmöglich.

Eisenplaneten

Der Merkur besteht zu 80% aus Eisen. Es wären auch Planeten denkbar, die komplett aus Eisen bestehen.

Hot Neptunes

Diesen neptungroßen Planeten blühte das selbe Schicksal wie ihre größeren Geschwistern, den Hot Jupiters.

Braune Zwerge

Braune Zwerge sind keine richtige Planeten, worüber ich schon einmal geschrieben habe. Doch sie können ebenfalls Teil eines Planetensystems oder sogar selbst das Zentralgestirn

Dies sind lange nicht alle Planetenklassen. Vermutlich gibt es auch noch unzählige, die wir noch nicht kennen. Es gibt beispielsweise auch eine Supervenus, einen extragalaktischen Planeten oder einen superhabitablen Planeten. Doch nun zum heute vorgestellten Planeten.

Thestias – Ein Planet um einen Roten Riesen

Habt ihr den gestrigen Artikel über OGLE-2005-BLG-390L b gelesen? Wenn nein, dann könnt ihr das noch tun. Wenn ja, dann habt ihr bestimmt nichts gegen einen etwas wärmeren Planeten, mit einem einfacheren Namen. Das werdet ihr womöglich noch bereuen. Denn Thestias, um den es heute geht ist nicht zu unterschätzen. Er umkreist einen Riesenstern namens Pollux, welcher kein besonders gemütlicher Himmelskörper ist. Der Stern ist achtmal so groß wie die Sonne und fast zweimal so massereich, da er ein sogenannter Roter Riese ist. Sterne wie Pollux leben nur sehr kurz, aber ihre Planeten demnach auch.  Er kann am nächtlichen Sternhimmel gut beobachtet werden, da er rötlich leuchtet und aufgrund seiner Größe sehr hell ist. Thestias umrundet dieses Monster in etwa 590 Tagen in einer Entfernung von ca. 1,7 Astronomischen Einheiten. Der stellare Fluss ist demnach mit 16,0 viel zu hoch, deswegen ist der Planet viel zu heiß für jegliches Leben.

Selten werden Exoplaneten um solch große Sterne entdeckt, mitunter aber auch weil Rote Riesen sehr selten sind. Auch aber, weil nur wenige Millionen bis Milliarden Jahre leben, bis sie in einer Supernova enden und ihr Planetensystem in Stücke reißen. Planeten wie Thestias haben also ein aufregendes, aber kurzes Leben.

Thestias
Thestias befindet sich zu nah an seinem Zentralstern, um lebensfreundliche Temperaturen zu ermöglichen. Außerdem ist er ein Gasriese.

Eine brennende Gaskugel

Da Thestias über 2,6 Jupitermassen und einen stellaren Fluss von 16,0 hat, handelt es sich bei dem Planeten wohl um einen Hot Jupiter, der im Entferntesten Gemeinsamkeiten mit unserem ersten Planeten WASP-12b aufweißt. Pollux und Thestias passen perfekt zusammen, da beide groß, heiß und furchteinflössend sind.

 

Name: Thestias

Zentralstern: Pollux

Entfernung zur Erde: 37 Lichtjahre

Masse: ca. 2,6 Jupitermassen

Orbit um Zentralstern: 1,6 Erdenjahre

Hier sieht man die Relationen von Sonne und Pollux

Danke fürs Teilen dieses Beitrags.

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