Adventskalender: Proxima Centauri b

24.Dezember, Proxima Centauri b

Ich habe zur Weihnachtszeit ein Adventskalender entworfen. Jeden Tag, bis Weihnachten, erscheint ein kurzer Beitrag über einen verrückten Exoplaneten. 24 von 2000 fremden Welten, die seit 1990 entdeckt wurden. Auf einigen regnet es Eisen, wüten Superstürme oder brechen Eisvulkane aus. Lange dachte man unser Sonnensystem wäre einzigartig. Nun wissen wir: Planeten sind überall! Nun suchen Astronomen den Jackpot. Sie suchen einen Planeten, der unserer eigenen Heimat ähnelt.

Vorallem überraschte Planetenjäger die unglaubliche Vielfalt der Exoplaneten. Der Himmel wurde neu entdeckt. Es gibt wesentlich mehr Planetenklassen als nur die unseres Sonnensystems:

Supererden

Supererden sind wie unsere Erde – nur größer. Sie sind das vielversprechenste Ziel der Astronomen, denn unter den Supererden könnten einige Paradise für Leben sein. Gesteinsplaneten, mit der Masse von Gasplaneten nennt man Mega – Erden.

Hot Jupiter

In unserem Sonnensystem befinden sich die Gasplaneten weit entfernt von der Sonne. Wir stellen da jedoch die Ausname. Die meisten Gasplaneten sind im Laufe der Zeit immer näher an ihren Heimatstern gewandert und haben sich dabei stetig aufgehitzt. Die Geburt eines Hot Jupiters.

Ozeanplaneten

Ozeanplaneten sind von einem globalen Ozean bedeckt. Es gibt keine Landmasse auf solchen Planeten.

Kohlenstoffplaneten

Unsere Erde besteht vor allem aus Silikaten, Gesteinsplaneten können jedoch auch aus anderen Grundbausteinen bestehen.

Pulsar-Planeten

Die ersten Exoplaneten die je entdeckt wurden umkreisen einen Pulsar. Sie sind regelmäßig tödlicher Dosis an Strahlung ausgesetzt. Diese macht Leben auf diesen seltsamen Planeten unmöglich.

Eisenplaneten

Der Merkur besteht zu 80% aus Eisen. Es wären auch Planeten denkbar, die komplett aus Eisen bestehen.

Hot Neptunes

Diesen neptungroßen Planeten blühte das selbe Schicksal wie ihre größeren Geschwistern, den Hot Jupiters.

Braune Zwerge

Braune Zwerge sind keine richtige Planeten, worüber ich schon einmal geschrieben habe. Doch sie können ebenfalls Teil eines Planetensystems oder sogar selbst das Zentralgestirn

Dies sind lange nicht alle Planetenklassen. Vermutlich gibt es auch noch unzählige, die wir noch nicht kennen. Es gibt beispielsweise auch eine Supervenus, einen extragalaktischen Planeten oder einen superhabitablen Planeten. Doch nun zum heute vorgestellten Planeten.

Eine zweite Erde?

In den letzten 24 Tagen habe ich über alle möglichen Planeten geschrieben. Sie wurden zerrissen, verbrannt oder zerstrahlt, allerdings hatten sie keine Ähnlichkeit zur Erde. Doch die Frage am Anfang war: Gibt es eine zweite Erde? 2016 begaben sich Wissenschaftler auf Exoplanetensuche um unseren Nachbarstern. Gefunden wurde ein Gesteinsplanet mit 1,2 Erdmassen in der habitablen Zone seines Sterns – Volltreffer. Dieser Planet ist ähnlichen Umgebungsbedingungen wie die Erde ausgesetzt, denn er hat einen Erdähnlichkeitsindex von 0,87. Doch die goldene Frage ist folgende: Hat der Planet eine Kohlenstoffdioxidatmosphäre. Denn nur dann halten sich die Temperaturen dauerhaft über dem Gefrierpunkt. Im Mai 2017 kam dann eine Studie raus, welche die tatsächliche Oberflächentemperatur des Planeten unter Berücksichtigung der Entfernung zur Stern und auch der atmosphärischen Zusammensetzung analysierte. Das Ergebnis: Temperaturen dauerhaft über dem Gefrierpunkt.

schwarze Pflanzen

Auf der Oberfläche von Proxima Centauri b gibt es wahrscheinlich flächenmäßige Ozeane und Gebirge, welche in das purpurfarbene Licht seines Muttersterns getaucht sind. Um genügend Sonnenlicht einzufangen haben sich Pflanzen vermutlich schwarz gefärbt. Lebewesen halten sich auf dieser fremden Welt wahrscheinlich nah am Boden auf, denn die Gravitation ist hier etwas höher, als auf der Erde. Diese höhere Masse hat allerdings auch viele Vorteile, denn das Magnetfeld ist dort deutlich stärker, als auf der Erde, so kann der Planet sich besser vor der UV-Strahlung seines Muttersterns schützen.

Proxima Centauri b
Proxima Centauri b braucht ein starkes Magnetfeld, denn sein Stern neigt zu starken UV-Ausbrüchen.

Dies ist eine Welt, welche um einen roten Zwerg kreist, die häufigste Sternart in der Galaxis. Auf einen Planeten, an dem eine gelbe Sonne am Himmel steht, kommen zwei welche ist das Licht eines roten Zwerges getaucht sind, denn 70 – 80% der Sterne in der Milchstraße sind Rote Zwerge. Dies ist ein Indiz dafür, dass Außerirdische ganz andere Bedingungen benötigen als wir, denn die Evolution findet immer einen Weg. Proxima Centauri b ist erdähnlich aber auch ganz anders. Die Entdeckung von Proxima Centauri b war nichts geringeres als eine Sensation, denn nun müssen wir unsere Position im Universum überdenken. Womöglich finden wir hier das was wir suchen, direkt vor unserer kosmischen Haustür.

Name: Proxima Centauri b

Zentralstern: Proxima Centauri

Entfernung zur Erde: 4,2 Lichtjahre

Masse: 1,27 Erdmassen

Orbit um Zentralstern: 11,1 Erdentage

Dies ist die Wetterkarte von Proxima Cenauri b im Falle einer gebundenen Rotation.

 

2 Gedanken zu „Adventskalender: Proxima Centauri b&8220;

  1. Lieber Jason, vielen Dank für die sehr interessante Lektüre. Es war viel Neues für mich dabei, ich habe auch nicht immer alles wirklich verstanden, aber jeder deiner Artikel regte zum Nachdenken an und gab der Fantasie ordentlich Spielraum.
    Ich wünsche dir und deiner Familie ein schönes Weihnachtsfest. Vielleicht gibt es ja auch in meiner Gegend mal eine Lesung der Wochenendrebellen, dann schaue ich bestimmt vorbei.
    Alles Gute für 2018!

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